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Drive Home
Steven Wilson
Drive Home, Kscope, 2013
Steven WilsonGesang, Gitarre, Keyboards & Bass
Nick BeggsBass, Chapman Stick & Gesang
Guthrie GovanGitarre
Adam HolzmanKeyboards
Marco MinnemannSchlagzeug & Percussion
Theo TravisFlöte, Saxophon & Klarinette
Produziert von: Steven Wilson Länge: 112 Min 54 Sek Medium: CD & DVD
DVD
01. Drive Home (Video)05. The Watchmaker (live)
02. The Raven That Refused To Sing (Video)06. The Raven That Refused To Sing (live)
03. The Holy Drinker (live)07. The Birthday Party (5.1 Surround Audio)
04. Insurgentes (live)08. The Raven That Refused To Sing (Orchstral Version) (5.1 Surround Audio)
CD
01. Drive Home (Edit)05. Insurgentes (live)
02. The Birthday Party06. The Watchmaker (live)
03. The Raven That Refused To Sing (Orchestral Version)07. The Raven That Refused To Sing (live)
04. The Holy Drinker (live)

Momentan fällt es einem als Anhänger der progressiven Klänge wirklich schwer, kein Fan von Steven Wilson zu sein. Der Brite überschwemmt in den letzten Jahren den Markt mit Haufenweiser exzellenter Musik, sei es nun mit seiner ersten Band PORCUPINE TREE, den Projekten BLACKFIELD sowie STORM CORROSION oder mittlerweile auch als Solo-Künstler. Als Letzterer präsentiert er nun die CD-/DVD-Kombination “Drive Home“, die sehr eng mit seiner letzten Studio-Scheibe “The Raven That Refused To Sing“ verbunden ist.

Dabei beginnt diese CD mit dem Edit von Drive Home zunächst einmal eher unspektakulär. Denn das Stück wird um seinen wunderbaren Mittelteil gekürzt und verliert dadurch in meinen Augen einen seiner spektakulärsten Parts, einmal abgesehen von dem wunderbaren Solo von Gitarrist Guthrie Govan (u.a. THE ARISTOCRATS) gegen dessen Ende der Song zudem einfach nur ausgeblendet wird. Meiner Meinung nach braucht das kein Fan von Steven Wilson und ob ihm das im Mainstream mehr Freunde einbringt?

Aber danach legt die Scheibe ja auch erst so richtig los. Denn The Birthday Bash ist das neue Happy Birthday für alle Proggies. Irgendwie erinnert mich diese Nummer mit ihren ständigen Takt-Wechseln und abgedrehten Melodien an Party In Simon’s Pants von Steve Lukather (zusammen mit Simon Phillips, David Garfield und Joe Pena auf “Candyman“). Das macht einfach Spaß und zeigt, dass Wilson es eben nicht nur ruhig mag. Allerdings präsentiert das anschließende The Raven That Refused To Sing in einer orchestralen Version genau diese etwas elegischere Seite des Steven W. Denn der Song erhält durch die veränderte Instrumentierung eine deutlich veränderte Stimmung und baut eine neue Intimität und Vertrautheit mit dem Hörer auf. Die beiden zuletzt genannten Stücke des Albums gibt es auf der DVD denn auch in einem exzellenten (wie immer bei Wilson) 5.1. Surround Sound für Audiophile mit entsprechender Anlage.

Das Highlight der CD aber auch der DVD sind aber die nun vier folgenden Live-Stücke, die noch einmal vor Augen führen, was für eine überragende Live-Band Wilson da um sich versammelt hat. Aufgenommen wurden die Songs The Holy Drinker, Insurgentes, Tha Watchmaker und der Titeltrack beim Frankfurter Konzert der “The Raven That Refused To Sing“-Tournee. Marco Minnemann bringt die Stücke auch live mit viel Gefühl und dem zwingenden-swingenden Groove dar, den Nick Beggs am Bass fulminant unterstützt während „Magier“ Adam Holzman an den Keyboards die Lieder in den verschiedensten Klangfarben schillern lässt. Die nötige Portion Wahnsinn oder Feinsinn – je nach Ausrichtung des Songs - haucht Theo Travis den Stücken per Saxophon, Klarinette oder Flöte auch noch ein. Und Guthrie Govan lässt live dann doch manchmal etwas mehr als noch im Studio das wilde Tier in seinem Spiel raus und verpasst den Songs stellenweise dadurch einen etwas rockigeren Anstrich. Nach diesen vier Stücken wünscht man sich auch noch den Rest des Konzerts sowohl in Ton als auch im Bild zu erleben, denn diese Form des Prog-Rock kann schon extrem süchtig machen.

“Drive Home“ ist ein herrliches Paket für jeden Wilson-Fan und auch für solche, die es noch werden wollen. Denn trotz der noch nicht ganz ausgeschöpften Spielzeit zeigen sowohl die CD als auch die DVD (auf der zudem noch die besonders kunstvollen Videos zu den Tracks Drive Home und The Raven That Refused To Sing enthalten sind), welche Bandbreite und Qualität Wilson in seiner Musik auffährt. Dies hier ist einfach ein rundherum gelungenes Paket.

Marc Langels, (Artikelliste), 19.10.2013