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Singers & Players
Stefan Saffer
Singers & Players, Timezone Records, 2015
Stefan SafferVocals, Acoustic and Electric Guitars
Alex WurlitzerElectric and Acoustic Guitar, Pedal Steel-Guitar, Dobro, Banjo, Mandolin
Marius LeichtOrgan, E-Piano
Kevin RödigerBass
Toni WendenburgDrums
Lisa LowellVocals Tracks 1, 2, 4, 6, 7
Liane KunschkeVocals Tracks 3, 5, 8
Aaron Jonah LewisFiddle, Banjo, Mandolin
AmbrosiusFiddle on Track 6, 7, 9
Toralf FrieseckeAccordion, Trumpet
Erik HelmansbergSaxophone
Hanna HöroldtCello
Produziert von: Alex Wurlitzer Länge: 51 Min 24 Sek Medium: CD
01. Singers And Players06. Cold Blue Rain
02. Scars07. I'm Broke (But I'm Not Broken Yet)
03. Better Than A Broken Heart08. Paper Moon
04. House Of Rain09. From Rebellion To Redemption And Then Back
05. Angel From The Jersey Shore10. The Rhythm Of The River

Dafür, dass Stefan Saffer, nicht lange nach seinem letzten Longplayer, ”This Is Not A Dark Ride”, alleine mit seinem schwarzen Notizbuch dastand und keinen rechten Plan hatte, wie es mit ihm musikalisch und überhaupt weitergehen soll, haben sich auf seinem neuen Album eine stattliche Anzahl von Sängern/Sängerinnen und Spielleuten eingefunden. Wie’s heutzutage so ist, waren die wenigsten davon gleichzeitig im Studio, aber das Grundgerüst hat er mit seiner neuen Band, THE SILVERTONES, gezimmert. Und dieses Gerüst steht auf einem verdammt guten Fundament, welches tief verankert in den uramerikanischen Musikstilen wie Folk, Bluegrass, Rockabilly, Country, Blues und anverwandten Stilen ist.
Letztlich erinnert das nicht wenig an Springsteens “Seeger Sessions”, mit etwas mehr Bandbreite.

Mit Drive steigt man in die Bluegrass/Folk-Nummer ein, die dem Album Titel und Leitfaden gab. Munter hoppelt das Banjo, wehmütig heult die Geige, die Akustikgitarre treibt und der Chor der weiblichen Stimmen erschallt gar himmlisch. Vor dem geistigen Auge des Hörers werden die Röcke gerafft und die Daumen hängen sich in die Hosenträger ein, zum beschwingten Tänzchen auf der Veranda. Ist nicht immer lustig, was Stefans rauchige Stimme verkündet, aber für Stimmung ist fürs erste gesorgt.
Scars klingt den auch etwas melancholischer, mit einem Southern-Roots-Touch, der neben den Gitarren und Stimme auch von Marius Leichts Orgel getragen wird. Hier, wie in einigen weiteren Liedern, hat Lisa Lowell, die wir von einigen Springsteen-Alben kennen, großen Anteil an der Qualität der Background- und Harmonie-Vocals.
Country, gepaart mit Rockabilly, in flottem Tempo bestimmt Better Than A Broken Heart. Da kommt das Good-Time-Feeling zurück, das Gaspedal wird etwas weiter durchgetreten, und Landschaft und Szenen fliegen an einem vorbei. Die Mundharmonika sorgt für das ländliche Flair und erneut scheint eine kleine Farm-Party in Gang zu kommen.
Man kann direkt froh sein, über den eher rauen, dunklen Klang von Saffers Stimme, denn sonst klänge House Of Rain vielleicht, trotz des Themas, zu süßlich. Außerdem reiben sich so die weiblichen Stimmen besser am Leadgesang. Übrigens ein kleiner Ohrwurm.

Völlig unerwartet erwischt mich der Reggae-Rhythmus von Angel From The Jersey Shore, was in umso größeres Wohlbefinden mündet. Letztlich kommt in der Bridge noch ein großer Schuss Soul hinzu und neben erneut der herrlichen Orgel, haben auch die Bläser großen Anteil an dem gelungenen Gesamtwerk. Schade, dass der Sommer dem Ende naht, aber auch in den Herbst und darüber hinaus schickt diese Nummer ihre wärmenden Strahlen. Ich komme aber noch drauf, wo sich die Gitarre beim Solo bedient hat…
Wo sich Cold Blue Heart bedient hat, vermag ich nicht zu sagen, aber dass mich der folkige Song stark an John Hiatt erinnert, das ist sicher. Plätschert locker dahin, entwickelt sich aber dynamisch und mutiert zu einer richtigen Hymne. Starke Nummer, die man umgehend nochmal hören möchte.
An dieser Stelle muss zwingend auf die wirklich tolle und virtuos ausgeführte Instrumentenarbeit hingewiesen werden. Wenn man als Gitarrist Wurlitzer heißt, ist das wahrscheinlich eine so große Strafe, dass man einfach ein hervorragender Saitenartist werden muss und neben der Gitarre gleich noch eine Anzahl weiterer Saiteninstrumente aufs Beste beherrscht und als Produzent auch noch weiß, wie man das auf Tonträger bannt.
I’m Broke (But I’m Not Broken Yet) ist wieder so ein Song, der vermeintlich einfach klingt – und nicht unwesentlich an This Is Your Land erinnert – , den man aber erst mal so zum Klingen bringen muss, wie diese Spielleute.
Paper Moon hat dafür eine gewisse Ähnlichkeit, zu manchem John Mellencamp-Song, was gleichzeitig bedeutet: Hier wird#s wieder rockiger und rauer. Kommt gut!
Den Begriff “From Rebellion To Redemption And Then Back” gab’s vor Jahren schon einmal als Albumtitel und kommt diesmal als eine Art autobiografischer Song. Sparsam instrumentiert mit Saffers ausdrucksstarker Stimme weit im Vordergrund. Der richtige Soundtrack für einen Abend in der Kneipe oder am offenen Feuer des Kamins, mit einem guten Getränk in der Hand und vielen Träumen und Erinnerungen im Kopf.
Mit dem leicht besinnlichen The Rhythm Of The River - wundervolle Folk-Picking-Nummer – klingt das neue Werk von Stefan Saffer. Kein Sänger, den man sofort im Radio identifiziert, aber der richtig gute Songs schreibt, und der mit seinem neuen Album vielleicht sein bisher bestes vorlegt. Eine neue Krise mag man ihm nicht wünschen, jedoch, wenn solche Songs und so ein Album daraus entstehen, darf es im Hause Saffer auch hin und wieder mal kriseln. Wir freuen uns beim nächsten Album daran.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.09.2015