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Lower The Bar
Steel Panther
Lower The Bar, Rough Trade, 2017
Michael StarrGesang
SatchelGitarre
Lexxi FoxxBass
Stix ZadiniaSchlagzeug
Produziert von: Steel Panther Länge: 39 Min 21 Sek Medium: CD
01. Goin' In The Back Door07. Pussy Ain't Free
02. Anything Goes08. Wasted Too Much Time
03. Poontang Boomerang09. I Got What You Want
04. That's When You Came In10. Walk Of Shame
05. Wrong Side Of The Tracks (Out In Beverly Hills)11. She's Tight
06. Now The Fun Starts

Sie sind derzeit die ungekrönten Könige des Glam oder auch Hair Metal: STEEL PANTHER. MÖTLEY CRÜE und TWISTED SISTER sind zurückgetreten (wohlweislich), POISON werden nur noch von einem Bandana zusammengehalten (und meist noch nicht einmal mehr davon), RATT versuchen gerade das x-te Comeback (nach anhaltenden Streitigkeiten um die Namensrechte), DOKKEN können das Original-Line-Up wegen der internen Streitigkeiten auch nicht konstant zusammenhalten und sowohl SKID ROW als auch WARRANT sind ohne ihre Original-Sänger auch nicht dasselbe. Zudem können STEEL PANTHER darauf verweisen, dass sich ihre Alben auch verkaufen, ohne dass diese Musik gerade besonders en vogue wäre. So erreichte das dritte Werk der Panther, “All You Can Eat“, Platz 15 in den deutschen Charts, Rang 13 in Österreich und sogar Platz 2 in Australien.

Damit sind die Erwartungshaltungen an Studio-Werk Nummer 4 natürlich gleich mal ein ganzes Stück höher. Darauf reagiert die Band direkt mal mit dem Titel, “Lower The Bar“ – übersetzt etwa so viel wie “Das Niveau senken“. Nun werden Kritiker sicherlich empört aufschreien, ob das denn überhaupt möglich sei? Und ja, die Texte sind sicherlich wieder nicht auf dem Niveau von Shakespeare, Byron oder Keats, aber sie sind ja auch nur eine überspitzte Persiflage auf die unzweideutigen Andeutungen, die in den Texten der originalen Glam Metal-Generation steckten. Und wie wir ja wissen darf Satire eben nahezu alles, in diesem Fall eben krass-sexuelle Szenerien herbei zu fantasieren.

Photo-Credit: David Jackson, zur Verfügung gestellt von Black Mob

Woran es mal wieder nichts zu debattieren gibt, das sind die musikalischen Qualitäten der Band. Gitarrist Satchel gehört neben George Lynch (DOKKEN) und Warren DeMartini (RATT) sicherlich zu den besten Gitarristen der Szene und Stix Zadinia bildet zusammen mit Lexxi Foxx eine mehr als solide Rhythmus-Sektion, die das Material mit Präzision und Groove darbietet. Und Michael Starr gehört zu den Sängern, die man sofort erkennen kann und die auf der Bühne genauso gut klingen wie im Studio und zudem noch eine tolle Live-Performance garantieren – also quasi momentan der lebende Gegenentwurf zu Vince Neil (Ex-MÖTLEY CRÜE).

Musikalisch ist das Material auf “Lower The Bar“ definitiv besser als das, was unter anderem POISON in ihrer Karriere präsentiert haben – und nicht weit weg von der Klasse von etwa RATT. Auch wenn die großen eingängigen Nummern mit dem besondere Etwas wie Death To All But Metal, Community Property, Party All Day, Party Like Tomorrow Is The End Of The World oder The Burden Of Being Wonderful hier ein klein wenig fehlen. Am nächsten kommen STEEL PANTHER diesem Niveau bei der Single Poontang Boomerang (mit leichtem EXTREME-Touch in der Gitarren-Arbeit) sowie That’s When You Came In, Now The Fun Starts oder Wasted Too Much Time. Aber auch der Rest des Albums macht noch mehr als genügend Spaß, um den Kauf der Scheibe zu rechtfertigen.

“Lower The Bar“ ist ein rundum gutes STEEL PANTHER-Album geworden, wenn es auch nicht ganz an das Niveau des Debüts heranreichen mag. Aber wer schon in den 80er Jahren an MÖTLEY CRÜE oder RATT seine Freude hatte, dem werden STEEL PANTHER und auch dieses Album sicherlich gefallen. Wer aber nicht über die vielen Anzüglichkeiten und sexuellen Vorlieben der Band mit einem Grinsen hinweggehen kann, der sollte auch um diese CD und besser gleich die ganze Band einen gehörigen Bogen machen. Sicherlich könnte die Band auf diesen Aspekt ihres „Gesamtpakets“ auch verzichten und nur über romantische Liebe und in vagen Andeutungen bleiben – aber dann wäre es eben nicht mehr STEEL PANTHER. Und in diesem Sinne bleibt es dabei: Death To All But Metal!

Marc Langels, (Artikelliste), 19.03.2017