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The Last Night Of The Electrics
Status Quo
The Last Night Of The Electrics, ear music, 2017
Franics RossiVocals, Guitar
Andrew BownKeyboards, Vocals
John 'Rhino' EdwardsBass, Vocals
Leon CaveDrums
Richie MaloneGuitar, Vocals
Produziert von: keine Angaben Länge: 94 Min 43 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Caroline07. Hold You Back
02. The Wanderer08. What You're Proposin'
03. Something Bout You Baby I Like09. Paper Plane
04. Rain10. The Oriental
05. Softer Ride11. Creepin' Up On You
06. Beginning Of The End
CD 2:
01. Gerdundula06. Whatever You Want
02. In The Army Now07. Rockin' All Over The World
03. The Caveman08. Burning Bridges
04. Roll Over Lay Down09. Rock And Roll Music / Bye Bye Johnny
05. Down Down

Wenn sich irgendjemand mit Abschiedstourneen auskennt, dann sind das STATUS QUO. Seit den Demissionen von John Coughlan und Alan Lancaster ziehen sich diese durch die Biografie der Band, dass selbst treue Fans irgendwann den Überblick verloren haben werden.
Wenn dann also trotz des Titels dieser Veröffentlichung weiter elektrisch gerockt wird und so erneut ein Motto ad absurdum geführt wird, überrascht das nicht wirklich. Eher überrascht mit welcher, ja man muss fast schon sagen “Kaltblütigkeit“, die Band nach dem Tode von Rick Parfitt weitermacht, als wäre nix passiert. Das muss man in erster Linie dessen langjährigen Partner in der Führungsspitze Francis Rossi ankreiden. Jetzt, wo es eh nicht mehr lange geht, hätte man einen Schlussstrich ziehen können und jeder hätte Verständnis gehabt.
Aber man macht weiter und will weitermachen und dann hören wir halt auch in das vermeintlich letzte Live-Album hinein. Dieses erscheint im Übrigen als Doppel-CD, DVD, Blu-ray, Limited Edition 180g Black Triple Vinyl, Digital sowieso und … hab ich was vergessen? Ach ja, ein earBOOK gibt’s auch noch. Ihr werdet schon finden, was euer Begehr ist.

Nun kann man natürlich sagen: “Ja, wenn man es weiß!“, aber ich behaupte, dass ich den Unterschied höre und dass die Rhythmus-Gitarre, die Caroline so typisch einpeitscht, nie und nimmer von Rick Parfitt stammt. Wodurch wieder einmal deutlich wird, dass sich das zwar simpel anhört, aber erst einmal mit der Parfitt’schen Vehemenz und Ausdauer gespielt werden muss! Gut, Rossi kennt seinen Kram und so kommt da natürlich gleich Drive in die Geschichte. Auch Bowns Piano klimpert ganz lustig im Hintergrund und auch der Gesang kommt noch gut. Das Manko taucht spätestens bei der Bridge von Something Bout You Baby I Like auf, wenn normal Parfitt den Gesang übernimmt und das Ding so richtig in die Spur kickt. Tut mir leid, da rollen sich einem die Fußnägel hoch! Egal, wer da singt, ob Bown oder Edwards, das kommt nicht im Entferntesten an die Vorlage heran.
Immer wenn solche Riffs, wie das von Rain, ertönen, will man sich freuen – und tut das auch kurzfristig – aber auch das ist/war ein Parfitt-Song und da schüttelt man dann doch wieder mit dem Kopf. Nicht zwecks Headbanging, sondern vor Verzweiflung.
Teilweise stört mich auch der Gitarrensound, aber bei Softer Ride klingt’s dann wieder fast wie gewohnt und auch der Satzgesang passt.
Ausgerechnet bei Beginning Of The End überkommen mich Zweifel, ob mit Leon Cave da der richtige Mann die Felle bearbeitet. Naja, man muss vielleicht nicht jedes Haar in der Suppe finden.

Gassenhauer wie Hold You Back, What You’re Proposin‘ und Paper Plane, das macht schon Spaß. Es wird aber immer deutlicher, dass bei Rossi die Stimme nicht mehr für solche langen Konzerte geeignet ist. Der mogelt sich da schon durch und das Publikum ist willig und singt bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit, aber die Power, die der Rhythmusgitarrist – wie hieß er noch gleich? - früherer Tage beigesteuert hat, die fehlt halt hier nun gänzlich.
Gerdundula liefert da willkommene Verschnaufpause, ohne einen Bruch im Konzert zu verursachen. Ist ja auch schon lange genug im Programm und bei den Fans beliebt. Beliebt war In The Army Now bei mir noch nie. Auch nicht als ursprüngliche Disco-Nummer von Bolland & Bolland. Danach, nachdem man das Schlagzeugsolo (gähn…) überstanden hat, hätte man sich noch am Finale aus Roll Over Lay Down, Down Down, Whatever You Want etc. erfreuen können. Ja, kann man auch, wenn man nicht weitaus bessere Phasen der Band kennen würde und spätestens mit der Return der Frantic Four gezeigt bekommen hätte, wozu diese Band fähig war. Ohne seine einstigen “Triebwerke“ albert mir Rossi heute zu viel herum (wie im Intro von Down Down) und ein richtiger Fluss will mir nicht entstehen. Bei Rockin‘ All Over The World muss sich Rossi dann schon gehörig durch den Gesang manövrieren und auch bei den Zugabensongs sieht es nicht viel besser. Ich sag‘ mal: Wer eine Erinnerung braucht, weil er bei diesem Konzert in der O2 Arena in London war, oder bei einem der anderen Konzerte der Tour, der kann hier nochmal zuschlagen. Fans der früheren Zeiten sollten sich besser an die Aufnahmen aus jenen Tagen halten.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 06.08.2017