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Down Down & Dirty At Wacken
Status Quo
Down Down & Dirty At Wacken, ear music, 2018
Francis Rossi OBEVocals, Guitar
Andrew BownKeyboards, Guitar, Harmonica, Vocals
John "Rhino" EdwardsBass, Vocals
Leon CaveDrums
Richie MaloneGuitar, Vocals
Produziert von: Mike Paxman Länge: 71 Min 13 Sek Medium: CD & DVD
01. Caroline08. Paper Plane
02. Something 'Bout You Baby I Like09. In The Army Now
03. Rain10. Roll Over Lay Down
04. Softer Ride11. Down Down
05. Beginning Of The End12. Whatever You Want
06. Hold You Back13. Rockin' All Over The World
07. Proposin' Medley14. Rock and Roll Music/Bye Bye Johnny

STATUS QUO haben in den 1970er Jahren einige hervorragende Alben veröffentlicht, die so ziemlich jede Party in Fahrt bringen konnten. Sofern man nicht gerade Fan von, na, sagen wir, KING CRIMSON oder Frank Zappa war. Nach der Demission von John Coughlan und bald darauf auch von Alan Lancaster war der ursprüngliche Charakter schon nicht mehr derselbe. Dieser „Keine-Gnade-Boogie-Killer-Instinkt“ konnte vielleicht Live – auch wegen der Songs aus den 70ern – noch hier und da heraufbeschworen werden, aber spätestens als die “Frantic Four“ kurzzeitig wieder zusammenfanden und einige Konzerte spielten, konnte man hören (und spüren!) wo die Essenz dieser Band lag.
Nun, man kann die Zeit nicht zurückdrehen und was soll man machen, als alternde Rock‘n‘Roll-Band, deren wichtigster “Fan-Beauftragter“ noch das Zeitliche gesegnet hat? Man verwaltet das Erbe. Mehr recht als schlecht? Oder umgekehrt? Meine Meinung sollte spätestens seit dem Album ”Down Down & Dignified At The Royal Albert Hall” bekannt sein.

Zeitgleich erschien auch dieser Live-Mitschnitt, entstanden beim letztjährigen Wacken Open Air, bei dem im Titel das gediegene “dignified” durch das dreckige “dirty” ersetzt wurde. Auf dem Aufkleber der CD/DVD steht dann noch “Wild, Electrifying & Full Of Quo Classics”. Nun, wollen wir den Tag nicht vor dem Abend verteufeln und vielleicht hat das legendäre Rockfestival den Herren Rossi & Co. ja etwas vom einstigen Spirit beschert.
Wie erwähnt, ist hier eine DVD Teil des Packages und das weiß zunächst mal mit stimmungs- und hoffnungsvollen Bildern anzusprechen. Das vertraute Intro von Caroline ertönte und trotz der Tageshelle kommt umgehend Schwung in die Hard’n’Heavy-Gemeinde. Mir persönlich fehlt hier und da ein bisschen was, aber sind wir mal nicht so kleinlich. Der Beginn von Something ‘Bout You Baby I Like (hier bin ich jetzt dich wieder kleinlich: Auf dem Cover steht “About”. Das wurde schon immer “’Bout” geschrieben und auch gesungen! Ich bin vielleicht zu alt mit meinen Ansichten…) ist jedenfalls geeignet mir einen kleinen Schauer über den Nacken zu jagen. Der wäre Mit-Songs noch größer ausgefallen, aber leider muss sich der arme Rhino (seines Zeichens Bassist) mit dem Gesangspart abquälen, den Rick Parfitt wahrscheinlich noch von seiner letzten Ruhestätte aus besser gesungen hätte. Keine Respektlosigkeit Rick gegenüber! Der Blondschopf hätte das verstanden.

Parfitts Ersatz? Ja, Richie Malone müht sich redlich. Dass er das Charisma eines Regierungssprechers hat, dafür kann er ja nix und der Sound wird ihm schon indokriniert sein worden (mir irgendwie etwas zu metallisch-spröde klingend). Ansonsten spielt er keine Fehler rein – auch wenn man immer das Gefühlt hat, er überlegt jeden Ton vorher - und das Intro zu Rain passt. Was man vom Gesang nicht behaupten kann. Wieder Rhino statt Rick, da blutet einem doch ein bisschen das Herz. Oder ist es das Ohr?
Gut genug gelästert (wirklich?), wenn man keine direkten Vergleiche anstellt, kommt da ja schon Stimmung auf und die Atmosphäre ist einzigartig und von dem Kameras aufs Beste eingefangen und rübergebracht. Zwar will sich nicht die Kameraderie vergangener Zeiten (Uups..) einstellen, aber wenn auch Andrew Bown mit Tele bewaffnet die Gitarrenfraktion für ergänzt, dann sieht das schon cool aus.
Bei Hold You Back geht die Power ein bisschen verloren (liegt’s am Drummer?) und das Proposin’ Medley - zu dem noch Down The Dustpipe, Wild Side Of Life, Railroad und Again And Again gehören – holt das nicht mehr richtig auf. Das ändert sich – wie ich befürchtete – bei In The Army. Da ist das Stadion…, die Arena.., naja, das Gelände eben, lautstark dabei. Geht ja dann auch tempomäßig gemächlicher zu.
Gut, danach brennt man ein Feuerwerk an Rock-Klassikern ab, die dem Anlass gerecht werden. Roll Over Lay Down - Rossi hat seine Lead-Gitarre schon noch drauf!. Dann wirft er sich endlich die altgediente grüne Telecaster über und nach ein paar unnötigen Stones-Riffs folgen die Licks zur Einleitung von Down Down. Okay, da schludert er seit Jahren, aber seine Wirkung verfehlt das trotzdem nicht.
Witzig, wie sie im Intro von Whatever You Want aus dem Takt des gemeinsamen Wiegeschrittes kommen, denn Rossi und Parfitt vor Jahrzehnten perfektioniert haben. Beim Gesang muss diesmal der arme Andy Bown für Parfitt in die Bresche springen. Sorry, Andy, das Piano-Intro zum anschließenden Rockin’ All Over The World ist eher dein Metier.
Zum Finale wäre mir der Roadhouse Blues lieber gewesen, aber lassen wir Chuck Berrys Rock And Roll Music und Bye Bye Johnny mal als Reminiszenz an Chuck und Rick stehen und gelten.
Tolle Bilder, tolle Songs… ach ja, und ein Outfit-Sternchen gibt’s noch für Malones St.-Pauli-Schweißarmband.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 05.10.2018