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Blue Rose Records
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Roll The Dice
Stacie Collins
Roll The Dice, Blue Rose Records, 2015
Stacie CollinsLead Vocals, Harmonica and Background Vocals
Al CollinsBass and Acoustic Guitars, Background Vocals
Dan BairdElectric and Acoustic Guitars, Percussion
Audley FreedElectric Guitars (all tracks except 8)
Brad PembertonDrums and Percussion
Lisa Oliver-GrayBackground Vocals
Special Guests:
Michael WebbHammond B3, Accordion
Eric "EBO" BorashElectric Guitar (Track 2)
Brad JonesBackground Vocals (Tracks 6, 9)
Jeremy AsbrockBackground Vocals (Track 2)
Jimmy FarilightBackground Vocals (Track 2)
Produziert von: Al Collins Länge: 39 Min 13 Sek Medium: CD
01. Lost And Found06. Jani
02. King Of Rock07. Can't Do Without You
03. Gonna Fly08. Keep Rollin'
04. It's Over09. Later Than You Think
05. Heart On My Sleeve10. Blood Moon

Der Harmonika-Derwisch ist zurück, das Harp-Chick, der Mundharmonika-Hurrikan, gegen den die Trompeten von Jericho vermutlich ein laues Lüftchen gewesen wären!
Die Rede ist natürlich von Stacie Collins, die auf ihrem neuen Album wieder gehörig abrockt. Das Ganze natürlich mit einem großen Schuss Country und, wenn nötig, auch mal mit Blues-Feeling. Wenn Stacie die Würfel rollen lässt, ist – zumindest im Studio – meist Dan Baird nicht weit und Kenner wissen spätestens dann, wo es lang geht: Kick-Ass-Rock mit dem gewissen Twang! Wenn dazu noch Ex-CRY OF LOVE und BLACK CROWES mit in die Saiten greift, muss man sich von der Gitarren-S(a)eite her keine Sorgen mehr machen. Das kommt knackig, rockig, auf den Punkt, No-Nonsense-Straight-Forward. So legt Lost And Found los, Dan und Audley riffen um die Wette, Stacie bläst die Harp wie der Teufel und Ehemann Al pumpt mit seinem druckvollen Bass permanent Adrenalin in die Nummer. Das geht schon mal los und besonders der kleine “Jam-Part“ macht mir Spaß.
King Of Rock erinnert wieder an Baird, mit einem kleinen “Doom-Riff“ aber auch das absolut partytauglich, vor allem wenn es zum Solopart geht. Fast wie AC/DC mit Harp und leichtem Country-Touch (Highway To Hell wird im Text wohl nicht zufällig zitiert…). Zum Schluss hin noch etwas Joan Jett…, was will man mehr?

Stilistisch ändert sich nicht viel, aber Gonna Fly hat natürlich einen größeren Country-Anteil und würde auf jedem Sherly Crow- bzw. Mary McBride-Album gut kommen. Schön hier auch, die Orgel im Background.
It’s Over hat zunächst so einen BEATLES/Come Together-Touch, kommt leicht sphärisch, dreht aber immer mehr zu einer heißen Jam-Nummer auf.
Ja, ohne einen ordentlichen Country-Schunkler geht’s bei dem Mädel nicht – nach wie vor, gehört Lucky Spot zu meinen liebsten Songs - , und mit Heart On My Sleeve wird dem genüge getan. Das Akkordeon bringt einen kleinen Querverweis, Richtung mexikanische Grenze, und, ohne seicht zu werden, die Band liefert genau den Background, wenn man gegen Ende eines Abends, den oder die Erwählte/n nicht mehr aus den Armen lassen will und bis zum Morgengrauen durchtanzen möchte. Wird‘ ich zu sentimental? Hört selbst.
Jani liefert anschließend den Soundtrack, für die Heimfahrt, den endlosen Highway entlang. Wieder mit gehörigem “Traumfaktor“ und ordentlich Southern-Twang.

Kaum hat man in den vorherigen Songs Stacie’s Blues Harp etwas vermisst, heult diese im blues-rockigen Can’t Do Without You teuflisch. Leicht düster wummert und kocht es auf mittlerer Flamme und die Gitarren agieren erneut sehr dynamisch. Auch hier der effektive Break in der Mitte des Songs, der die Spannung schier unerträglich werden lässt, bis.. ja, bis diese Harmonika-Furie sich ins Duell mit den Axe-Männern wirft. Da kann man sicher sein, dass das im Konzert noch deutlich ausufernder wird.
Keep Rollin‘ klingt nach lockerer Zusammenkunft im Country-Backyard. Wie eine Dampflock im Energiesparmodus umkreisen die Musiker den Song, werfen hier mal ein Lick ein, dort mal eine kleine Steigerung und Stacie macht den Lokführer, die den Regulator in der Hand hat.
Zurück zum Blues, mit Later Than You Think. Cool groovend, im 50’s Style, auch mal leicht “angejazzed” und total hypnotisierend, agieren Stacie und Band hier.
Auch Blood Moon hat einen unwiderstehlichen Groove und was zunächst etwas soft und gemäßigt anlässt, heult sich so langsam in einen derben Blues rein, der immer mehr Fahrt und Power aufnimmt und sich durch eine imaginäre Wüste gräbt.
Die Partystimmung vom Anfang wird nicht komplett durchgezogen, aber die Qualität der Songs bleibt durchgehend hoch und zeigt eine erneute Weiterentwicklung von Stacie Collins‘ Arbeit. Man spürt und hört, welche hochkarätigen Profis hier am Werk sind und hat mit jedem Hören von “Roll The Dice“ mehr Spaß. Her mit dem Würfelbecher!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 23.10.2015