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Soul Jam
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New Orleans Street Singer & That's All Right
Snooks Eaglin
New Orleans Street Singer & That's All Right, Soul Jam, 2015
Snooks EaglinVocals, 6 & 12 String Guitar
Produziert von: Harry Oster, Kenneth S. Goldstein Länge: 79 Min 34 Sek Medium: CD
"New Orleans Street Singer""That's All Right"
01. Careless Love17. Mama Don't You Tear My Clothes
02. Come Back, Baby18. Mailman Passed
03. HighSociety19. I'm A Country Boy
04. Let Me Go Home, Whiskey20. I Got A Woman
05. Trouble In Mind21. Alberta
06. Saint James Infirmary22. Brown Skinned Woman
07. I Got My Questionnaire23. Don't You Lie To Me
08. The Drifter Blues24. That's All Right
09. Rock Island Line25. Well I Had My Fun
10. Every Day I Have The Blues26. Bottle Up And Go
11. Sophisticated Blues27. The Walkin' Blues
12. See See Rider28. One More Drink
13. One Scotch, One Bourbon, One Beer29. Fly Right Baby
14. A Thousand Miles Away From Home
15. I'm Looking For A Woman
16. Look Down That Lonesome Road

Snoogs Eaglin, der Name fällt beim Durchschnitts-Blues-Hörer nicht augenblicklich, wenn es um die großen Blues-Stars geht. Schürft man ein paar Zentimeter tiefer, dann sieht es aber schon ganz anders aus. Der blinde Sänger/Gitarrist aus New Orleans kann durchaus zu den talentiertesten, am meisten verehrten und – nennen wir es einfach mal so – besten Künstlern des Blues-Genres gerechnet werden.
Paar kleine Beispiele? Eric Clapton ist voll des Lobes über Eaglin und man kann problemlos Einflüsse Eaglins in Claptons (Akustik-) Gitarrenspiel und auch beim Gesang heraushören.
Cerys Matthews, einst Lead-Sängerin der walisischen Band CATATONIA und jetzt Radiomoderatorin bei der BBC, zählt Eaglins Album “New Orleans Street Singer“ zu ihren liebsten Alben überhaupt und die kanadische Blueskünstlerin und –fachfrau Sue Foley ist ebenfalls eine Anhängerin von Snooks, wie man nicht nur ihrer Version von Careless Love (Album “Change“, 2004) anhört.
Mit diesem Lied und besagtem Album “New Orleans Street Singer“ (1959) geht es auch hier los, den die Re-Issue-Spezialisten von Soul Jam haben das Album zusammen mit dem lange nicht erhältlichen “That’s All Right“ (1961) auf einen Silberling gepackt und ordentlich remastert, sodass man wieder richtig Spaß mit den alten Aufnahmen hat.

Wiewohl Snooks Eaglin später auch als E-Gitarrist geglänzt hat, spielt er hier ausschließlich Akustikgitarre und mehr als das und seine Stimme braucht er auch nicht. Das kommt natürlich alles sehr ursprünglich, puristisch und zum Teil spartanisch, aber die Art, sich rhythmisch zu begleiten und gleichzeitig kleine Solo-Licks dazwischen zu schicken, hat wohl kaum ein Kollege besser gemeistert als dieser Mann.
Mit einem großen Talent gesegnet, brachte er problemlos verschiedene Stile, von Jazz und R&B und Ragtime und, durch seinen Gesang, der oft mit Ray Charles verglichen wird, auch Soul zueinander. Wie fingerfertig er auf der Gitarre war, demonstriert er zum Beispiel in dem anderhalbminütigen Instrumental High Society. Sowohl was Rhythmik, als auch was atemberaubendes Solo-Spiel angeht, ist das schon klasse!
Die Themen der Songs sind natürlich Blues-typisch, wie Let Me Go Home, Whiskey oder I’m Looking For A Woman unterstreichen, und es gibt auch etliche Klassiker im Repertoire Eaglins zu finden. Wie den Saint James Infirmary-Blues, oder den Skiffle-Hit Rock Island Line (erinnert mich hier stark an Taj Mahal), oder die Standards Everyday I Have The Blues und See See Rider. Zu den beeindruckendsten Stücken gehört aber für mich das selbstverfasste Instrumental Sophisticated Blues. Erneut hochklassig, wie Snooks zwischen Rhythmus und Solospiel wechselt. Das muss man erst einmal drauf haben!

Der zeitweilig als “Human Jukebox“ gepriesene Eaglin, hatte nie Probleme, sein Programm zu variieren oder die Songs interessant zu gestalten, und so macht auch das Album “That’s All Right“ durchgängig Spaß. Erneut gibt es einige auch von anderen Künstlern aufgenommene Songs, wie Alberta (u. a. Clapton), I Got A Woman (u. a. Elvis Presley) oder Don’t You Lie To Me (STONES, etc.). Und natürlich That’s All Right, erster Hit des King of Rock’n’Roll, Wegbereiter des Rockabilly und auch in Snooks Eaglins Version eine mitreißende Nummer.
Blues-Freaks, Goldschürfer, Akustik-Gitarristen und ganz allgemein Liebhaber guter, ursprünglicher Musik, sind die Alben wahrscheinlich schon länger bekannt, wer Nachholbedarf hat, kann sich hier weiterbilden.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 04.09.2015