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Alive!
Slade
Alive!, BMG, 2017 (1972)
Noddy HolderLead Vocals, Guitar
Dave HillGuitar, Backing Vocals
Jim LeaBass, Backing Vocals
Don PowellDrums
Produziert von: Chas Chandler Länge: 38 Min 53 Sek Medium: CD
01. Hear Me Calling05. Keep On Rocking
02. In Like A Shot From My Gun06. Get Down And Get With It
03. Darling Be Home Soon07. Born To Be Wild
04. Know Who You Are

Die von BMG neu ins Leben gerufene “Art Of The Album“-Reihe soll den bei Musikfans die Lust auf Alben neu entfachen. Nicht einzelne Downloads und Streamings stehen hier im Vordergrund, sondern Klassiker, die in ein- oder mehrfacher Hinsicht wichtig für die Musik waren. SLADEs erstes Live-Album, “Slade Alive!” ist die zweite Veröffentlichung in dieser Form. Schön gemachter Digi-Pack, kein Plastikträger für die CD, ausführliche und informative Texte und Bilder im fest installierten Booklet. Fast ein kleines Büchlein.
So ganz klar war man sich in Band und Umfeld zu Beginn der 1970er Jahre nicht, wohin die Reise nun gehen soll. Eines war aber klar: Die Herren Holder, Hill, Lea und Powell waren eine mitreißende Live-Band und wurde die Idee geboren, die Command Studios in London an drei Abenden mit Fanclub-Mitgliedern zu bestücken und den Live-Set mitzuschneiden.
Heraus kam eines der begeisterndsten Live-Alben des Rock!

Gerade mal sieben Stücke sind auf dem Ergebnis dieser drei Shows – angeblich rühren alle vom zweiten Abend – zu finden, aber die haben es in sich. Gleich mit TEN YEARS AFTERs Hear Me Calling scheint die Stimmung bereits auf dem Siedepunkt. Bei diesem Boogie-Rhythmus fühlt man sich an frühe QUO-Liveaufnahmen erinnert und Dave Hill demonstriert durchaus, dass er ein mehr als passabler Gitarrist ist. Noddy Holders Reißzwecken-Stimme gurgelt sich dann beim zweiten Song, dem Glam-Rocker (hätte auch auf einem frühen SWEET-Album Platz finden können) In Like A Shot From My Gun so richtig in den Vordergrund. Elemente von Blues und Psychedelic sind hier auch zu finden. John B. Sebastians Darling Be Home Soon liefert die nötige Verschnaufpause, ebenfalls leicht psychedelisch angehaucht. Jedenfalls bis ca. Hälfte des Songs, denn wird’s mit Dave Hills Solo deutlich heftiger und Noddy Holder Organ kreischt sich zum Ende hin schonmal auf Betriebstemperatur. Und bei Know Who You Are sind wir dann wieder in einem QUO-Boogie, der auch wieder zwischendurch an SWEET erinnert. Die lagen da stellenweise nicht weit auseinander. Angeblich wurde ja nix am Album geschönt und ob der puren Energie, die hier rüber kommt, bin ich geneigt das zu glauben.

Keep On Rocking schreiben sich die Interpreten selbst auf die Fahne, aber tatsächlich hat man hier einfach einen Rock’n’Roll-Rhythmus und zahlreiche Zitate aus Klassikern des Genres verramscht. Tut dem Happening aber keinen Abbruch, den Noddy Holder kreischt sich von einem Vokal-Taifun zum nächsten, Dave Hill streut Chuck-Berry-Licks mit der großen Mühle und Jim Lea und Don Powell hämmern dahinter, dass man sich an GRAND FUNK - auch soundmäßig! – erinnert fühlt.
Krönung ist aber zweifellos Holders Organ und das hebt das folgende Get Down And Get With It bereits mit “Eröffnungs-Gebrüll“ in den Rock-Olymp. Da gibt’s und gab’s nur wenige Sänger, die zum einen ein völlig unverwechselbares Organ ihr Eigen nannten und gleichzeitig konkurrenzlos auf ihrem Terrain waren. Die Trompeten von Jericho hätten wohl gegen Holder kaum eine Chance gehabt. Rau, hart, roh – so wird hier gerockt!
STEPPENWOLFs Born To Be Wild liefert dann den Abschluss. Der Höhepunkt war im vorherigen Song erreicht, aber mit welcher Wucht, ja, fast schon Brutalität, SLADE diesen Rockklassiker hier rocken, das ist schon einmalig.
Einmalig wie dieses Album. Was in dieser Reihe noch erscheint, wird man sehen, aber mit SLADE ALIVE! hat man schon einen richtigen Griff getan. Gilt natürlich auch für die, denen das Album bisher noch in der Sammlung fehlt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.09.2017