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Ruf Records
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Old School
Si Cranstoun
Old School, Ruf Records, 2016
Si CranstounVocals, Guitar, Bass, Keys
Mez CloughDrums
Stewart PanamanBass
Dan Faulkner & Drew DaviesSax's
Jon RadfordTrumpet
Patrick HayesTrombone
Neil Casey, Paddy MilnerPiano
Simon Picton, Jay GipsonGuitar
Produziert von: Si Cranstoun Länge: 52 Min 23 Sek Medium: CD
01. Old School09. Around Midnight
02. Vegas Baby10. A Christmas Twist
03. Nighttime11. Skinny Jeans
04. Run Free12. Thames River Song
05. Right Girl13. Commoner To King
06. Jukebox Jump14. Big Bess
07. Elise The Brazilian15. Lover Please
08. Count On Me16. Happy Birthday

Der in London geborene Si Cranstoun kennt das Musikgeschäft praktisch “von der Pike auf“. Sohn eines Ska-Promoters und zusammen mit seinem Bruder eine Zeit lang als Straßenmusiker unterwegs, da hat man schon das entsprechende Fundament. Woher das Faible für die 40er, 50er und 60er Jahre kommt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber einer, der bereits mit dem Titel “King Of Vintage“ geehrt wurde, muss sich damit schon eingehender auseinandergesetzt haben.
Und das unterstreicht er mit dem Eröffnungssong des gleichnamigen Albums umgehend! Old School transportiert das Flair des guten alten Rock’n’Roll so genial, dass es einen praktisch aus dem Sessel katapultiert. Little Richard, schießt mir, wegen des Pianos, durch den Kopf, aber schnell muss ich auch an Bands wie ROOMFUL OF BLUES denken, und bereits zu diesem Zeitpunkt ist mir klar, dass es hier ein englisches Pendant zu JW Jones gibt. Und das will in meinen Augen (und Ohren) was heißen!

Vegas Baby hat ein bisschen was von Jackie Wilsons Reet Petite. Verbreitet jedenfalls die gleiche, gute Stimmung. Letzteres trifft ja sowieso auf das ganze Album hier zu. Passend zu den Zeiten, gibt’s auch ab und an einen Schuss Soul. Wie in Nighttime, welches nicht zufällig Night Time Is The Right Time zitiert.
Und Si Cranstoun singt das alles auch noch richtig gut und authentisch. Mal mehr als Crooner, dann wieder als Rock’n’Roll-Plärre. Bei Run Free wähnt man sich in einer Tanzhalle der späten 50er. Hätte perfekt in Filme wie “American Graffiti“ gepasst.
Hätte es Jukebox Jump schon Jahrzehnte früher gegeben und hätte es da ein Günther Sigl gehört und wenn dann … ach, Schmarrn: Die Nummer hätte jedenfalls als Vorlage für mindestens ein halbes Dutzend SPIDER MURPHY GANG-Songs getaugt.
Ja, auch die Schleicher fürs Herz und “Zweikampf“ auf dem Tanzboden gibt’s, wie Elise The Brazilian, zum Beispiel. Wenn einem da nicht das Herz aufgeht. Zumal der Sound einen wirklich in jene Tage, des frühen Rock’n’Roll mitnimmt.

Dazu passen schwungvolle Gute-Laune-Nummern, wie Count On Me. Das wäre für Leute, wie Cliff Richard oder Elvis mindestens ein Top Ten-Hit gewesen.
Wenn es sein muss, wird auch mal schweres Gebläse aufgefahren, um, wie in Around Midnight, dem Big City-Blues den nötigen Schub zu geben. Wem die Jingle Bells schon länger auf den Keks gehen, der bekommt mit A Christmas Twist eine Chubby Checker-Alternative, die nicht nur die Christbaumkugeln wackeln lassen.
Und so rockt und rollt und hopt und bopt das Album bis zum Schluss weiter. Kurz vor Ende kommt mit Lover Please noch eines meiner Lieblingsstücke, das auch in dieser, leicht swingenden, Fassung seine Wirkung nicht verfehlt.
Si Cranstoun empfiehlt dieses Album bereits für den frühen Morgen und auch für den Abend, aber ich wüsste eigentlich keine Tageszeit, wo man sich von dieser Musik nicht mitreißen lassen könnte: “Old School“-Music – they way it used to be, the way it should be!
Sollte man das jetzt “Retro-Tipp“ nennen? Ach, sucht’s euch selber aus! Ein Tipp ist die Scheibe allemal!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 03.10.2016