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Beyond Spectra
Saturn
Beyond Spectra, Rise Above Records, 2017
Oscar PehrsonGesang & Bass
Robin TidebrinkGitarre
Linkan LindgrenGitarre
Ted CarlsenSchlagzeug
Produziert von: Saturn Länge: 44 Min 09 Sek Medium: CD
01. Orbital Command06. Still Young
02. Wolfsson07. Force Of The North
03. Bighttime Badger08. Helmet Man
04. Linkans Delight09. Silfvertape
05. Electrosaurus Sex10. Sensor Data

Bei einem solch überaus einfallsreichen Namen wie SATURN muss man davon ausgehen, dass es mehr als eine Band mit diesem Namen gibt. Und so ist es auch: in meiner Plattensammlung befinden sich jetzt alleine schon zwei. Die eine stammt aus Pakistan und macht progressive Rock-Musik, die andere stammt aus Schweden und widmet sich dem klassischen Hardrock und frühen Heavy Metal. Dabei stehen die Skandinavier ganz offensichtlich besonders auf Bands wie UFO in der Michael Schenker-Ära und ganz frühe JUDAS PRIEST (bevor aus denen die Metal Gods wurden).

Dabei sticht direkt mal der warme, analoge Sound der Aufnahme ins Ohr. Für ihre Aufnahme konnte das Quartett auf zwei Vintage-Mischpulte eines staatlichen Radio-Senders zurückgreifen. Dadurch klingt das wirklich original wie aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und nicht künstlich auf alt getrimmt. Alleine dadurch fühlt man sich schon manches Mal auf sehr positive Art und Weise an Werke wie “Sad Wings Of Destiny“ oder “Sin After Sin“ erinnert. Dass die Band bei den Aufnahmen zudem ohne Overdubs auskam ist weiterhin bewundernswert und ein Zeichen ihrer musikalischen Klasse.

Wenn man nun allerdings sich auf das Territorium vorwagt, in dem man sich mit dem Sound und dem Stil von Legenden misst, dann wird die Luft dünn – und das Songwriting-Talent muss dann höchsten Qualitätsansprüchen Genüge tun. Und da zeigt sich einmal mehr, warum solche Bands wie JUDAS PRIEST eben einen so hervorgehobenen Ausnahmestatus genießen, denn so ganz können SATURN da – man ist fast geneigt ein „natürlich“ hinzuzufügen – nicht mithalten, obwohl einige der Lieder auf “Beyond Spectra“ durchaus richtig Spaß machen beim Hören. So geht beim Opener Orbital Command nach dem ruhigen Intro richtig die Post ab und das Gitarren-Duo Robin Tidebrink und Linkan Lindgren begibt sich auf die Twin-Guitar-Pfade von K.K. Downing/Glenn Tipton (JUDAS PRIEST) oder auch Dave Murray/Adrian Smith (IRON MAIDEN). Ebenfalls sehr gelungen sind Stücke wie insbesondere Nighttime Badger aber auch Electrosaurus Sex, Still Young oder Force Of The North.

Die schwedischen SATURN haben mit “Beyond Spectra“ ein gelungenes, wenn eben auch nicht weltbewegendes Album an den Start gebracht, das die Talente der Band in den oben genannten Songs deutlich präsentiert. Leider gibt es auch den einen oder anderen Song auf der Scheibe, der komplett am Hörer vorbeirauscht, ohne bleibende Eindrücke zu hinterlassen – als Beispiel seien hier nur mal Wolfsson und Helmet Man genannt. Aber nun gut, auch auf den frühen PRIEST-Werken war nicht alles legendär. Das darf man bei aller Verklärung auch nicht vergessen. Insofern dürfen wir gespannt sein, ob es den Schweden in der Zukunft das Versprechen, das ihr Sound macht – und das sie hier schon in Teilen einlösen – auf die Länge einer ganzen CD (und dann hoffentlich mehrfach) zu erbringen.

Marc Langels, (Artikelliste), 26.03.2017