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Chills & Fever
Samantha Fish
Chills & Fever, Ruf Records, 2017
Samantha FishVocals, Lead Guitar
Joe MazzolaRhythm Guitar
Steve NawaraBass Guitar
Kenny TudrickDrums
Bob MervakElectric Piano
Mark LevronTrumpet
Travis BlotskySaxophone
Produziert von: Bobby Harlow Länge: 54 Min 48 Sek Medium: CD
01. He did It08. Never Gonna Cry
02. Chills & Fever09. Little Baby
03. Hello Stranger10. Nearer To You
04. It's Your Voodoo Working11. You'll Never Change
05. Hurt's All Gone12. Crow Jane
06. You Can't Go13. Somebody's Always Trying
07. Either Way I Lose14. I'll Come Running Over

Vom Kentucky-Baby zur Kentucky-Lady zum Kentucky-Vamp? Das Cover scheint zumindest in die Richtung zu weisen. Die Entwicklung, die Samantha Fish seit ihrem Debüt vollzogen hat, ist jedenfalls beachtlich. Da dachte man, da wächst eine weitere Blues-Dame heran, die hervorragend Gitarre spielt und recht gut singt und dann lässt die mit der Zeit immer mehr Einflüsse aus anderen Genres einfließen und zeigt keine Berührungsängste. Das hat spätestens der Vorläufer ”Wild Heart” gezeigt.
Ich muss zugeben, ich hab ‘ne Weile gebraucht (und ein bisschen gespickt habe ich auch), bis gemerkt habe, woher hier der Wind weht. Von Norden herunter! Da hat sich doch mein junge Dame prompt mit den DETROIT COBRAS angefreundet! Und so klingt es dann auch sehr häufig. Gleich He Did It geht mit diesem lockeren Good-Time-Drive, von Bläsern gepusht, dahin, wie man es von den COBRAS kennt. Da ist man umgehend gut drauf! Und Miss Fish' Gitarrensolo – kurz und knackig – hat da auch seinen Anteil daran.

Der Albumtitel scheint uns straight in in die 50er/60er Jahre zu beamen. R&B und Soul in Groove-Manier. Dazu ein direkt lasziver, erotischer, Gesang. Bisschen Sex.., sorry, Sax, dazu und die Bar-Room-Atmosphäre ist perfekt. Das Wah-Wah-Solo setzt dem die Krone auf.
Also ganz offensichtlich hat sich Samantha Fish hier nicht vorgenommen, ein weiteres Blues-Gitarren-Album auf den Markt zu werfen, sondern vielfältig und interessant zu bleiben. Da darf es denn auch mal locker und funky vor sich hinpendeln, wie in Hello Stranger.
In meinen Ohren hat das alles so den Touch der 60er Jahre, wie man es ja von den DETROIT COBRAS kennt. Immer charmant und verführerisch, vor allem, wenn die Frage kommt: Is Your Voodoo Working? Auch hier tritt die Gitarre erst im Solo in die erste Reihe und verharrt da auch nur fürs Nötigste. Trotzdem klasse!
Und Drive - Detroit-Style – gibt es auch jede Menge. Man höre nur in You Can’t Go rein. Da könnte auch die J GEILS BAND (R.I.P. John W. Geils!) Pate gestanden haben.
Dass Samantha auch gefühlvolle Soul-Balladen drauf hat, zeigt Either Way I Lose. Hat ein bisschen was von Moonlight Mile von den STONES.

Ja, ein bisschen Country gibt’s dann auch noch. Little Baby erinnert zwar leicht an einen Grand Prix-Titel aus unseren Landen, man kann sich aber auch ein bisschen den Klassiker Shout erinnert fühlen. Und letztlich macht es Spaß den Gitarren-Licks von Samantha Fish zuzuhören.
Zu meinen Lieblingstiteln hier gehört You’ll Never Change. Tolle, bluesige Soul-Ballade. Herrlich old-school und lediglich etwas zu kurz geraten.
Der Slide-Blues, mit gehörigem Bläser-Schub, Crow Jane wirfst eine ordentliche Schippe Dreck auf den Teller. Dürfte mit ihrer “Zigarrenkisten-Gitarre“ gespielt worden sein.
Ein kleiner Jump-Blues mit Jam-Charakter, namens Somebody’s Always Trying zieht sich dann über sechs Minuten hin, bevor I’ll Coming Running Over, im typischsten Blues-Brothers-Stil für das Finale sorgt. Auch das klingt natürlich wieder ein bisschen wie die DETROIT COBRAS und damit nach jeder Menge Fun. Den hatte man offensichtlich beim Einspielen des Albums und den hat man auch beim Anhören dessen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.04.2017