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Ruf Records
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Belle Of The West
Samantha Fish
Belle Of The West, Ruf Records, 2017
Samantha FishGuitar, Vocals
Luther DickinsonGuitar, Mandolin
Lightnin_ MalcolmGuitar, Harmonica, Vocals
Jimbo MathusFender Rhodes, Harmonica, Vocals
Amy LaVereUpright Bass, Vocals
Lillie MaeViolin, Vocals
Tikyra JacksonDrums, Vocals
Sharde ThomasDrums, Vocals
Trina RameyDrums
Produziert von: Luther Dickinson Länge: 46 Min 44 Sek Medium: CD
01. American Dream07. Belle Of The West
02. Blood On The Water08. Poor Black Mattie (feat. Lighnin' Mattie)
03. Need You More09. No Angels
04. Cowtown10. Nearing Hiome (feat. Lillie Mae)
05. Daughters11. Gone For Good
06. Don't Say You Love Me

Das Kentucky-Girl Samantha Fish ist zwar einst mit dem Blues-Caravan erstmals in unsere Gefilde gereist, und damals war sie auch noch sehr dem Blues verbunden. Diese Grenzen – wenn man das mal so nennen will – hat sie jedoch längst gesprengt.
Bereits mit dem vorherigen Album hat sie sich dem Sound des Mittleren Westens zugewandt, aus dem sie ja auch ursprünglich kommt, und Roots Rock, Country und Americana in ihr Spektrum aufgenommen. Und da scheint sie eine Menge Freude daran zu haben, denn “Belle Of The West“ ist bereits ihr zweites Album in diesem Jahr.
Dass sie als Produzenten und Musiker für dieses Album, wie schon für “Wild Heart“ wieder Luther Dickinson gewonnen hat, spricht für die Reputation, die sich Fräulein Fish mittlerweile erarbeitet hat. Dieser hat immerhin u.a. schon für die NORTH MISSISSIPPI ALLSTARS und die BLACK CROWES für den richtigen Gitarrensound gesorgt.
Ja, das hat schon einen sehr ländlichen Touch, wenn mit American Dream das Album so langsam beginnt, wie der Sonnenaufgang. So nach und nach gesellen sich Flöte und Geige zu diesem Treffen auf der Farm. Der Gesang von Samantha passt perfekt und man groovt sich gut rein in diesen County-Folk. Erinnert so ein bisschen an die letzten Mellencamp-Alben.
Und das bleibt so. Blood On The Water könnte gerade den Sümpfen Louisianas entsteigen. Das ist eine Menge Swamp mit dabei und auch der Blues, mit einer leichten Prise Cajun, ist dabei. Da spürt man die Hitze des Südens förmlich.

In der Tat spielen Geigen und Akustikgitarren eine große Rolle bei etlichen dieser Songs. Samantha hat sich eh die letzten Jahre gesanglich sehr gut entwickelt und zusammen mit dem stimmigen Background-Chor kommt das zum Beispiel in Need You More richtig gut. Wenn jemand den Song Waggon Wheel kennt, hier geht’s ähnlich, nur etwas gemächlicher zu.
Eine Sekunde denke ich beim Intro von Cowtown an Lou Reed, aber es schwenkt doch sehr schnell auf die Country-Spur ein. Naja, bei dem Titel, wohin auch sonst. Sehr schöne Nummer, die auch im Repertoire von, sagen wir, Sheryl Crow keine schlechte Figur machen würde. Mir gefällt auch, wie geschmackvoll die Gitarren hier klingen und eingesetzt sind.
Es bleibt atmosphärisch und trotzdem spannend in Daughters. DIXIE CHICKS? Wäre jedenfalls nicht weit entfernt.
Das unterschwellig brodelnde Don't Say You Love Me begibt sich wieder Richtung Swamp Rock und bringt gehörig Spannung mit sich. Also, das ist schon ganz stark produziert. Muss man sich mal etwas lauter oder/und auf Kopfhörer anhören.

Der Titelsong geht dann voll in die Country Ecke und macht da eine ebenso gute Figur, wie die Protagonistin auf dem Albumcover. Schöner, old fashioned Country.
Für Poor Black Mattie kommt der Blues zurück ins Boot und die Unterstützung durch Lightnin' Malcolm (auch der war auf “Wild Heart“ vertreten) sorgt für die, zwar nicht nötige aber willkommene, Authentizität. Das Duett der Beiden macht richtig Spaß und sorgt für einen obercoolen Jam.
No Angels lässt zunächst an die späten Johnny Cash-Aufnahmen denken und tatsächlich hat der Song auch dieses Flair. Folk und Blues in bester akustischer Machart. Wie routiniert und erfahren Samantha hier – wie überhaupt auf diesem Album – klingt, hätte man vor Jahren so bald nicht erwartet. Da geht jemand durch eine ganz tolle Entwicklung.
Auch für die Ballade Nearing Home gibt’s Unterstützung, in Form von Lillie Mae. Das Mädel zählt der Rolling Stone zu den 10 neuen Country Acts, die man kennen muss. Kann ich jetzt anhand von einem Song nicht bestätigen, aber eine wundervolle Harmonie stimme kann sie zweifelsohne singen.
Die letzte Nummer klingt nach spontanem Jam. Wie auch immer das gelaufen sein mag, der Esprit, den Samantha Fish in diesen Farmhouse-Stomp reinlegt und wie die Musiker hier zusammen Grooven, das steckt schon an. Nicht nur in Kentucky und nicht nur im Mittleren Westen, auch hierzulande. Also, ich muss sagen, auch wenn das bei den verschiedenen Stilen langsam nicht mehr einfach wird, hier muss zwingend ein Live-Album kommen! Und die nächste Tour ist für unsere Breitengrade hoffentlich auch schon in Planung. Das dürfte richtig Spaß machen, mit Samantha Fish.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 02.12.2017