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Sam Cooke @ Abkco Records
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Soul Jam / in-akustik
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Twistin' The Night Away / Swing Low
Sam Cooke
Twistin' The Night Away / Swing Low, Soul Jam, 2013
Sam CookeVocals
Cliff White, René Hall, tommy TedescoGuitar
Red Calender, Milt HintonBass
Earl Palmer, David Francis, Frank CappDrums
Ernie Hayes, Edward T. Beal, Hank Jones, Ernie FreemanPiano
Hugo PerettiOrgan
Jewell Grant, John EwingSaxophone
Produziert von: Hugo Peretti and Luigi Creatore Länge: 78 Min 58 Sek Medium: CD
"Twistin' The Night Away":15. They Call The Wind Maria
01. Twistin' The Night Away16. Twilight On The Trail
02. Sugar Dumpling17. If I Had You
03. Twistin' In The Kitchen18. Chain Gang
04. Somebody's Gonna Miss Me19. Grandfather's Clock
05. A Whole Lotta Woman20. I Dream Of Jeanie With The Light Brown Hair
06. The Twist21. Pray
07. Twistin' In The Old Town Tonight22. Long, Long Ago
08. Movin' And Groovin'23. You Belong To Me
09. Camptown Twist24. Goin' Home
10. Somebody Have MercyBonus Tracks:
11. Soothe Me25. Unchained Melody
12. That's It, I Quit, I'm Moovin' On26. Talkin' Trash
"Swing Low":27. Sad Mood
13. Swing Low, Sweet Chariot28. Having A Party
14. I'm Just A Country Boy29. Bring It On Home To Me

Es braucht nicht weit in dieses Album hinein, bis man zum ersten - und wahrscheinlich zum erneuten - Male beglückt feststellen wird, was Sam Cooke für ein Ausnahmesänger gewesen ist. Und das ist hier sicher keine Floskel, denn Stimmen von dieser Qualität sind immer schon rar gewesen. Wie Cooke im ersten "away-hey-ie", von Twistin' The Night Away einfach mal so, ganz locker, die Temperaturen erhöht, das hat schon Klasse. Mit der Nummer hatte Rod Stewart später ebenfalls einen Riesenhit, aber den direkten Vergleich würde auch "Rod The Mod" scheuen.
Es ist wohl auch kein Wunder (sollte man in dem Fall 'Wonder' schreiben?) dass Stevie Wonder sein Weihnachtskonzert in Rio de Janeiro, am 25.12.2012, mit einem Sam Cooke-Song eröffnete. Die Wertschätzung für den R&B/Gospel/Soul-Sänger ist bis zum heutigen Tag groß. Zwar ist der von Wonder gewählte Song, Wonderful World, hier nicht zu finden, aber dafür gleich zwei komplette Alben, und zwar "Twistin' The Night Away" (1962) und "Swing Low" (1960).
Wie es der Albumtitel schon erahnen lässt, dreht es sich - im wahrsten Sinne des Wortes - beim 1962er Album hauptsächlich um den Twist. Der Tanz und die zugehörige Musik war zu diesem Zeitpunkt auf einem Höhepunkt, nicht zuletzt dank Chubby Checkers Hitsingle The Twist, die hier auch von Sam Cokke interpretiert wird. Cooke verpasst dem Song einen mehr souligen R&B-Touch, ohne den Anmach-Faktor der Nummer zu reduzieren.

Sam Cooke war immer ein Freund von einfachen Formulierungen und Worten, die er um sich herum aufschnappte, in seine Songs einfließen lies und so an seine Umgebung wieder abgab. Das kam - zusammen mit der Musik - anscheinend auch beim weißen Publikum gut an und dieses Album war sein zweites, welches die Charts enterte.
Songs, wie das munter hopelnde Camptown Twist - mit seinem geläufigen "Doo-da-doo-da.." Backgroundgesang - hatten da wohl gehörigen Anteil. Nicht weniger beeindruckend ist die Performance in Somebody Have Mercy, wenn es wieder mehr Richtung Soul und R&B tendiert. Ein weiteres, tolles Beispiel für Cookes Talent.
Zum Ende des ersten Album bekommt man mit That's It, I Quit, I'm Movin' On noch einen mittleren Hit, der in den kommenden Jahren noch zahlreiche Künstler inspirieren sollte, ihre eigene Fassung aufzunehmen. "Twistin' The Night Away" ist genau dafür geeignet, was uns sein Titel sagt: Die Nacht durchzutanzen. Das geht auch heute noch prächtig, auch wenn die Gelenke nicht mehr ganz so mitmachen.
Wie praktisch alle schwarzen Sänger, hatte Cooke natürlich auch einen reichhaltigen Gospel-Background und das zeigt sich gleich im Titelsong des 1960er Albums "Swing Low", Swing Low, Sweet Chariot. Vielleicht war es diese Version, die Eric Clapton, Jahre später, inspirierte, seine eigene Version einzuspielen? Welche Bandbreite Sam Cooke mit seiner Stimme abdecken konnte, verdeutlicht I'm Just A Country Boy. Im ersten Moment meint man, diese wunderschöne Ballade würde von einer Frau gesungen, so weit schwingt sich Cookes Stimme auf. Wahrhaft beeindruckend, wenn man bedenkt, wie der Sänger "raspeln" lassen kann.

Auf diesem Album liegt der Schwerpunkt natürlich mehr auf den balladesken Tönen, aber Songs wie They Call The Wind Maria kann man sich wohl schwerlich entziehen. Ganz klasse, welche Bilder Sänger und Orchester dem Zuhörer da vor Augen malen. Zeitgenossen wie Elvis Presley haben die sicher ganz genau hingehört.
Keine Sorge, Songs wie Twilight On The Trail und Chain Gang sorgen dafür, dass man nicht in Ehrfurcht erstarrt, sondern schon noch Bewegung in die Knochen kommt. Wenn man sich da nicht wohlig mitschaukelt ...
Die Freude, die Cooke beim singen von Pray empfand, ist hier förmlich zu spüren und überträgt sich umgehend auf den Zuhörer. Eine Sternstunde, nicht nur auf diesem Album.
Auch wegen der Performance von Going Home - eine orchestergetragene Swing-Nummer - gilt "Swing Low" als eines von Cookes besten Alben und zusammen mit "Twistin' The Night Away" ist das auf jeden Fall ein Tipp.
Zumal man noch fünf Bonus-Tracks dazu gereicht bekommt. Fünf weitere Perlen, wovon Unchained Melody einfach zum Wegschmelzen ist, während die folgenden Nummern - und natürlich besonders Having A Party und das grandiose Bring It On Home To Me (bei beiden hört man wieder Rod Stewarts Ursprünge) - mehr Saturday Night Feeling streuen. "The Definitive Remastered Edition" steht auf dem Cover. Das lass' ich jetzt auch mal so stehen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 14.04.2013