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Sechs
Rotor
Sechs, Noisolution, 2018
Tim MenzelGuitar
Martin FischerGuitar
Marco BaaleBass
Milan PfützenreutherDrums
Produziert von: Charlie Paschen Länge: 42 Min 51 Sek Medium: CD
01. Falscher Dampfer05. Vor dem Herrn
02. Allmacht06. Druckverband
03. Ferner Liefen07. Outro
04. Abfahrt!

Wie doch die Zeit vergeht. Diese Jahr feiern ROTOR ihr zwanzigjähriges Bandjubiläum. Wenn die Jungs aus der Peripherie der Hauptstadt (falls man Marzahn so nennen will) so weitermachen, können sie noch zur Eröffnung des Flughafens spielen. Wobei der dann sicher gleich Risse bekäme, so druckvoll ist nach wie vor der Sound der Formation, die ja seit dem Vorgänger "Fünf" zum Quartett angewachsen ist.

Die zusätzliche Gitarrenstimme verschafft dann auch nicht nur mehr Druck, sondern auch Spielraum für kleine, feine, kaum spürbare Veränderungen und Verästelungen im gewohnten ROTOR-Sound. So kommt zu den längst liebgewonnenen Trademarks der Band in Form von Stonerwänden, die durchsetzt von allerlei Haken und Ösen, Ecken und Kanten, die Verspieltheit inmitten massiver Kompaktheit demonstrieren, auch einmal ruhige, relaxte Passagen (am Ende von Falscher Dampfer). Dabei harmonieren und ergänzen sich die beiden Gitarristen perfekt und stellen sich in den Dienst der komplexen und doch so zielstrebig wirkenden Songs, die gut jahrelang geölte Maschine aus Bass und Drums ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Die einzigartige Melange aus Stonerrock und Prog kommt natürlich nach wie vor ohne Gesang aus (die diesbezüglichen Versuche waren ja marginal und liegen schon ein Weilchen zurück), der aber auch niemals vermisst wird – zu explosiv, energetisch und spannungsgeladen ist das instrumentale Treiben. Bei , KARMA TO BURN, wird ja auch nicht nach einem Sänger gefragt, an die Jungs aus West Virginia erinnert hier immer mal wieder eine Passage, bevor die nächste Biegung kommt.

Klangtechnisch kommt „Sechs“ ( mal wieder durch Charlie Paschen von COOGANS BLUFF und Willi Dammeier gekonnt realisiert) nach meinem Empfinden eine Spur wärmer daher (liegt wohl auch an den Mellotron-Klängen), so könnte Allmacht der Soundtrack zu einem psychedelischen Film sein. Ansonsten muss man auch diese Album wieder mit Kopf, Bauch und allen Sinnen genießen, sich treiben lassen in diesem ganz eigenen Groove um auch allen Verästelungen dieses wuchtigen Sounds zu folgen. Den Abschluss bildet mit Druckverband ein neunminütiges Kraut-Psychedelic-Stoner-Gestein, dass sich erst verhalten gibt, bevor es zu einem heftigen Finale kulminiert. Das Outro holt den Hörer dann wieder in die Realität zurück. Auch nach zwanzig Jahren kein bisschen müde, haben ROTOR –wie erwartet – wieder ein absolutes Brett von Album abgeliefert.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 14.10.2018