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Hypertension
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Peaceology
Roger Chapman
Peaceology, Hypertension, 2014
Roger ChapmanVocals
Jim CreganElectric, Synth & Acoustic Guitars, Programming, Backing Vocals
Steve SimpsonElectric, Acoustic & Slide Guitars, Fiddle, Mandolin, Backing Vocals
Micky MoodyElectric, Acoustic, Slide & Dobro Guitars
Geoff WhitehornElectric Guitars & Bass
Tim HarriesBass
Henry SpinettiDrums
Paul HirschPiano & Organ
Ian GibbonsOrgan
Max MiddletonPiano
Roger CottonOrgan
Bobby TenchBacking Vocals
Sonny SpiderHarmonica & Backing Vocals
Produziert von: Jim Cregan & Roger Chapman Länge: 60 Min 26 Sek Medium: CD
01. The 7th Floor! Teach Me How It Walks08. All Night Paradise
02. Oh Brother! Take Me Now09. One More Time For Peace
03. E.Z. Train10. Devil Got A Son
04. Hell Of A Lullabye11. Naked Hearts
05. All Too Soon12. Heading Back To Storyville
06. The Only Rose13. Jerusalem
07. Sweet Bird

So groß war der Über-Erfolg von “One More Time For Peace“ damals – Anno 2007 – nicht, dass man der Meinung sein müsste, das Album gehört jetzt noch einmal herausgebracht. Aber manchmal täuscht man sich ja auch. Unlängst erlebte der KINKS ihr “Phobia“ Album eine Wiederauferstehung und ich muss sagen: Ja, das war schon angebracht.
Ähnliches schwirrte vielleicht im verwitterten Kopf von Roger Chapman herum, aber nur mit einer Neuveröffentlichung gibt sich die Hyäne (gelacht wird nur zum Spaß!) nicht zufrieden. Da wird gleiche neu etikettiert – jetzt heißt die Scheibe “Peaceology“ – und neu abgemischt und bei der Gelegenheit auch die Reihenfolge der Songs geändert. Und zwei Songs gibt’s noch obendrauf! Na, wenn das nicht genug Anlässe sind, sich da nochmal reinzuhören.

Zumal sich an den teilnehmenden Musikern natürlich nichts geändert hat und die Besetzung auf diesem Album noch stärker war, als wenige Jahre zuvor, beim Konzert im Colos-Saal.
Die Creme der britischen Rock- und Blues Rock-Szene hat sich hier vereint: Jim Cregan (u.a. Rod Stewart, Micky Moody (WHITESNAKE etc.), Ian Gibbons (THE KINKS), Henry Spinetti (überall!), usw., usf.
Lediglich der Meister selbst, war – Schicksal aller Vokalisten – nicht mehr ganz auf der Höhe. Gut, die 60 hatte er auch schon hinter sich gelassen und so bröckelt es teilweise ganz schön von den einstigen Stahl-Stimmbändern. Deswegen muss man – sofern nicht bereits bekannt – das Album ein paar Mal hören, um sich an Chapmans Gesang zu gewöhnen. Hat man das erledigt, bekommt man ein absolut gut abgehangenes Album mit toller Mannschaftsleistung.
Ausgerechnet beim Opener quält sich Chappo am meisten, was den Einstieg erschwert, aber dann wird’s eigentlich besser. Oder man gewöhnt sich?
Die Band kreiert dann meist einen schwitzenden Swamp-Blues, Louisiana-Style, der höllisch groovt. Mal funky, wie in Oh Brother, Take Me Now, mit Gospel-Feeling, oder, wie im folgenden EZ Train, eine Art Chain-Gang-Blues, bei denen jeweils Moodys Slide-Gitarre gewichtigen Anteil hat. Aber auch die anderen Klampfer, Geoff Whitehorn, Steve Simpson und Jim Cregan machen ausnahmslos perfekte Jobs und klingen richtig gut.

Richtig gut ins Ohr, geht das Hammond-Orgel unterfütterte Hell Of A Lullaby. Spätestens beim Refrain wird einem dessen Hitpotenzial klar. Mit der Zeit fügen sich einige folkige Elemente in das Menü des Albums ein und auch Country, wie etwa in All Too Soon, oder Sweet Bird, gesellt sich hinzu, wobei hier die Sounds der Dobro ein kleines Sahnehäubchen sind. Die melancholische Piano-Ballade erinnert, trotz der brüchigen Stimme, an die Intensität eines späten Mitch Ryders . Etwas Hillbilly-Feeling kommt in All Night Paradise hinzu, während der einstige Titelsong, One More Time For Peace - und das können wir aktuell wirklich gebrauchen! – uns auf einen lockeren Ausflug über die Landstraße mitnimmt. So entspannt hat Chappo wohl selten geklungen.
In Devil Gotta Son schnattert Chapman fast wie in alten Zeiten und die Band groovt dabei richtig geil. Schade, fast etwas kurz. Trotz aller amerikanischen Einflüsse ist “Peaceology“ ein durch und durch britisches Blues und R/B-Album, mit ein paar Country/Folk-Zutaten und auch wenn Roger Chapman seine besten Tage hinter sich hat/hatte, schimmert auch bei dieser Arbeit hindurch, dass man es mit einem der besten und beeindruckendsten Sänger aller Zeiten zu tun hat. Wer als Sympathisant das 2007er Album nicht besitzt, sollte hier unbedingt mal reinhören und sich unvoreingenommen von dieser “Supergroup“ mit auf die Reise nehmen lassen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 28.01.2015