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Foto: Harry Elbracht
Rick Medlocke And Blackfoot
Rick Medlocke
Rick Medlocke And Blackfoot, Cherry Red Records, 2013
Rick "Rattlesnake" MedlockeVocals, Guitar
Jerry "Wizzard" SeayBass, Backing Vocals
Doug "Bingo" BareKeyboards, Backing Vocals
Harold SeayDrums, Percussion, Backing Vocals
Guests:
Ben GrosseKeyboards, Percussion, Backing Vocals
Liz LarinVocal Duet on Track 3
Mark WoerpelGuitar Synthesizer, Backing Vocals
Allen LiggettBacking Vocals
Chris AndrewsBacking Vocals
ButlerOrchestra Conductor on Track 5
Produziert von: Al Nalli, Ben Grosse Länge: 38 Min 06 Sek Medium: CD
01. Back on the streets06. Private life
02. Saturday night07. Liar
03. Closest thing to heaven08. Steady rockin’
04. Silent type09. My wild romance
05. Reckless boy10. Rock ‘n’ roll tonight

Mitte der 1980er begann die Welle des Heavy Metal langsam abzuebnen und so manche Band suchte ihr Heil im Kommerz, darunter nicht minder bekannte Vorzeigegrößen wie JUDAS PRIEST (1986 "Turbo") oder Ted Nugent, die mit ihren Ausflügen ins fremde Terrain jedoch gnadenlos baden gingen.
Plötzlich klangen ehemalige Metal Gods wie ein MIAMI VICE Soundtrack, insbesondere Uncle Ted, der sogar in einer Folge (S02E12: "Definitely Miami") als Bösewicht auftrat und zwei Songs seines "Little Miss Dangerous" (1986) Albums zum Soundtrack beisteuern durfte.
Dieses Privileg blieb Rickey Medlocke damals zwar verwehrt, aber 2001 schaffte er es dann doch noch an die Seite von Don Johnson in der Folge "Cat Fight" (S06E21) des legitimen MIAMI VICE Nachfolgers NASH BRIDGES.

Seine Southern Hard Rocker BLACKFOOT hatten unter Mithilfe von ex-URIAH HEEP Ken Hensley bereits frühzeitig eine Stiländerung vorgenommen (1983 "Siogo", 1984 "Vertical Smiles"), aber letztendlich damit ihren Niedergang eingeleitet. Als 1987 "Rick Medlocke And Blackfoot" das Licht der Welt erblickte, erhofften sich die alten Fans eine Rückbesinnung, doch bereits ein Blick auf das Bandfoto auf der Rückseite ließ nichts Gutes erahnen.
Nicht, dass man ex-MOTHER'S FINEST keinen harten Southern Rock zutrauen dürfte, Gegenteiliges hatte deren Frontfrau Baby Jean immerhin bereits 1981 bei MOLLY HATCHET bewiesen, aber es kam, wie es mancher befürchtet hatte.

Dabei war das Album zurückblickend gar nicht mal so übel, man hätte es vielleicht einfach nur anders nennen sollen, z. B. MEDLOCKE'S FINEST & THE NEWS (oder so).
Das kommt einer Quintessenz relativ nahe, beinhaltet das Album doch eine radiotaugliche Mischung aus West Coast Hair Metal, AOR und US Funk Rock, hier und da mit deutlichen Einflüssen eines Huey Lewis & THE NEWS.
Denkt man sich den sterilen späten 80s Studiosound, nervige Backing Vocals und die schrillen Keyboards jedoch einmal weg, kommen durchaus auch härtere Beats zum Vorschein und man befindet sich in guter Gesellschaft zu MOTHER'S FINEST "Iron Age" Album, zumal sich mit Rock ‘n’ roll tonight sogar ein Cover von dort, als das härteste Stück des Albums entpuppt.
Zwei weitere Cover, Herman Brood's Saturday night und THREE DOG NIGHT’s Liar (geschrieben von Russ Ballard) runden das Album mit sowohl rockigen wie tanzbaren, aber unspektakulären Versionen ab.

Man muss Rick Medlocke jedoch zugute halten, dass das Album als reines Soloalbum konzipiert war und der Zusatz mit BLACKFOOT allein die Plattenfirma durchgedrückt hatte, die sich dadurch bessere Verkaufszahlen versprach und den Etikettenschwindel billigend in Kauf nahm. Mit der Glaubwürdigkeit Medlockes ging es allerdings erst mal bergab, die Fans fühlten sich verarscht, und das zu Recht.
Spätere Rehabilitationsversuche (1990 "Medicine Man", 1995 "After the Reign") verliefen weitestgehend unter dem Radar und so folgte Medlocke 1998 willig dem Ruf Gary Rossingtons zu LYNYRD SKYNYRD, denen er bis heute angehört.

Wie man so hört, arbeitet er angeblich im Hintergrund an einer neuen BLACKFOOT Auflage, die er als Produzent und Songwriter zu unterstützen gedenkt, ohne jedoch selbst an der Band partizipieren zu wollen.

Rick zusammen mit unserem weltreisenden Reporter Metalharry 10/2011 in Ft. Myers/FL.

Ralf Frank, (Artikelliste), 11.08.2013