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I Try My Best To Mainstream
Radio DCS
I Try My Best To Mainstream, af music, 2012
Richard PustinaAll Instruments & Vocals
Gert BrünnerAll Instruments & Vocals
Sabina "Elektrosabs" SagajKeyboards
Produziert von: Radio DCS & Per-Anders Kurenbach Länge: 41 Min 08 Sek Medium: CD
01. Start Here (Intro)07. Underground
02. Voodoo Doll08. Bizarre Visions
03. Go To Hell09. Natasha
04. Surrender10. Hard To Wait
05. The Reason11. Urgent
06. Little Stitch

RADIO DCS ist ein Duo aus Wien, dessen Musik sich ganz in der Tradition von DEPECHE MODE und SISTERS OF MERCY sieht. Mit den Klängen dieser Bands sind die beiden Protagonisten Richard Pustina und Gert Brünner in den heißgeliebten und vielgeschmähten 80er Jahren aufgewachsen. Beide Bands feierten damals Erfolge mit elektronischen Beats und kühlen Synthesizerflächen. Ihr neuer Stil und Sound schuf die Grundlage für zukünftige Musikergenerationen. Zu denen gehörten damals auch zwei Burschen auf dem Sprung ins Teenagerdasein.

Anfang der 1990er Jahre wurden die beiden aktiv und gründeten eine Band. Doch während die Mehrzahl der Musiker, so sie nicht gerade die internationalen Charts stürmten, sich spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben wieder von der Musik abwandten, erwiesen sich Richard Pustina und Gert Brünner als kreative Langstreckenläufer.

Die Zeit verging und die beiden Musiker engagierten sich bei verschiedenen Bands und Projekten. Als Mitglieder wie auch als Gastmusiker. Im Jahr 2011 warfen sie alle kompositorischen Altlasten über Bord und erfanden sich unter dem Namen RADIO DCS vollkommen neu.

Ihre Musik bezeichnen die beiden als zeitgemäßen Retro Dark Wave mit ausgeprägtem Pop-Appeal. Ok, das lasse ich als Einordnung mal so stehen. Die beiden oben genannten Bands standen jedoch eindeutig bei allen 11 Stücken der CD Pate.

Mit Geräuschfetzen und bedrohlichen Synthieklängen beginnt “I Try My Best To Mainstream“. Der knapp einminütige Opener nennt sich sinnigerweise Start Here. Danach geht es nahtlos in den Song Voodoo Doll über. Die Einleitung meint man woanders genauso so schon gehört zu haben. NEW ORDER lassen grüßen.

Underground klingt wie ein vergessener Song der SISTERS OF MERCY- nicht nur die Stimmlage von Andrew Eldritch wird hier unzweifelhaft eins-zu-eins übersetzt. Die Klasse des Originals erreicht man aber nicht ganz.

Im weiteren Verlauf gewinnt die Eigenständigkeit jedoch zunehmend die Oberhand. Fast alle Songs sind mit einem leicht tanzbaren Beat ausgerüstet - Titel wie Bizarre Visions oder Natasha könnten auch jederzeit in angesagten Szene-Clubs laufen und zum Tanzen animieren. RADIO DCS lassen dem Zuhörer während der knappen Dreiviertelstunde kaum Zeit zum Luftholen, lediglich die Ballade The Reason sorgt für eine Verschnaufpause. Allerdings kann ich dem Song eine gewisse Schlagerhaftigkeit nicht absprechen und wenn dann noch gesungen wird „It’s Time To Say Goodbye“ muss ich sagen: Auweia, schnell weiter skippen.

Der Titel Urgent ist tatsächlich ein Remake des von den Mainstream-Rockern FOREIGNER geschriebenen Smash-Hits. RADIO DCS liefern eine interessante Neuinterpretation, die allerdings nicht ganz so aggressiv wie das Original klingt. Während Lou Gramm das “Urgent“ förmlich rausschreit, klingt das bei den beiden Wienern eher als nette Aufforderung.

Insgesamt ein hörenswertes Album, das verschiedenen Vorbildern nacheifert, aber auch eine gute Portion Eigenständigkeit entwickelt. Auf dem Pfad sollte RADIO DCS weitermachen.

Dirk Schulte, (Artikelliste), 06.11.2012