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QSP
Quatro, Scott & Powell
QSP, Warner Music, 2017
Suzi QuatroBass Guitar & Vocals
Andy ScottGuitars & Vocals
Don PowellDrums & Percussion
Additional Musicians:
Ray BeavisSaxophone
Jez DaviesKeyboards
Dionne Moss, Louise HartleyBacking Vocals
Produziert von: Andy Scott Länge: 73 Min 51 Sek Medium: CD
01. Slow Down09. The Price Of Love
02. Long Way From Home10. Broken Pieces Suite
03. Tobacco Road11. I Walk On Guilded Splinters
04. If Only12. Late Nights Early Flights
05. Bright Lights Big City13. Little Sister
06. Pain (Band Version)14. Fever
07. Just Like A Woman15. Tossin' & Turnin'
08. Mend A Broken Heart16. Pain (Orchestral)

Ich weiß nicht, ob sich zuvor schon einmal eine Glam Rock-Supergroup zusammengefunden hat, aber mit QUATRO SCOTT & POWELL ist jetzt definitiv eine geschaffen. Die “Glycerine Queen“ Suzi Quatro, der “Ballroom Blitz” Andi Scott und SLADEs Power-Drummer Don Powell sind das Trio das mit “QSP” sein erstes gemeinsames Album vorlegt.
Klar die Drei kennen sich seit ca. 50 Jahren und haben die große Zeit des Glam und Hard Rock in den frühen bis mittleren 70er Jahren zusammen – oder nebeneinander – erlebt und mitbestimmt. Die Single-Hits, für die diese drei Musiker verantwortlich zeichnen, dürften manche Jukebox glücklich gemacht haben.

Nahezu klar, dass hier nicht ein Album voll in jugendlichem Überschaum entstandener Eigenkompositionen entstanden ist. Da hat man sich Großteils eher auf gemeinsame Jugenderinnerungen besonnen. Trotzdem hat die Kreativität zugeschlagen und ein paar neue verfasste Titel haben ihren Weg auf “QSP“ gefunden.
Fett klingt der Akkord, mit dem Andy Scott den Klassiker Slow Down einleitet und mit Hilfe des Saxofons und eines hämmernden Pianos kommt hier umgehend Schwung und Partystimmung auf. Frau Quatro kreischt natürlich nicht mehr wie einst im Heu…, Verzeihung, einst im Mai, sollte das heißen, aber der Charme ist durchaus noch vorhanden. Auch wenn definitiv Scott hier fürs Grobe zuständig ist.
Ja, die Coverversionen hier muss man nicht zuordnen, die kennt mehr oder weniger jeder Musiker und hat sie schon mal gespielt. Zumindest wenn er aus der Rock’n’Roll/Blues/R&B-Ecke, mit Verwurzelung in den 60er Jahren kommt.
Mit Long Way From Home folgt die (vielleicht erste?) Zusammenarbeit von Andy Scott und Suzi Quatro. Das lässt man eher schaumgebremst angehen, aber klingt überwiegend doch ansprechend. Auch wenn’s zeitweilig mal etwas übertrieben bombastisch wird.
Tobacco Road, was soll man sagen? Ein Klassiker und hier richtig schön fett eingespielt. Mit Drive und schönen Soli von Gitarre und Piano. Kommt gut!
Bei If Only hat sich Suzi den Anfang mit voller Absicht bei Be My Baby, von den RONETTES, ausgeborgt, denn da wird auch ordentlich in vergangenen Zeiten geschwelgt. Auch pompös, aber wenn man sich an Phil Spector orientiert, muss das auch sein.

Bright Lights Big City, auch das wieder mit gehörigem Schub, während mir Bob Dylans Just Like A Woman zu pathetisch gerät. Als Quatro-Spätwerk okay, aber in diesem Kontext hier etwas zu schwach.
Davor gibt’s mit Pain einen weiteren neuen Song, den es hier in der “Band-“ später noch in der “Orchestral-“Version gibt. Nette Ballade, die sich in beiden Varianten nicht großartig entwickelt.
Da gefällt mir Andy Scotts Mend A Broken Heart schon deutlich besser. Ein Großstadt-Jazz/Blues, den er auch selbst singt. Wundervoll von Saxofon und E-Piano unterstützt, von Backgroundsängerinnen unterfüttert und von Scott schier beeindruckend bluesig gesungen. Gefällt mir.
Bei der EVERLY BROTHERS The Price Of Love lässt man sich nicht die Butter vom Brot nehmen und geht mit Schmackes zur Sache. Suzis Broken Pieces Suite taugt anfangs eher für den Gabentisch, wird dann ein angenehmer Road-Rock-Song und letztlich fast metallisch. Ganz witzig, aber mehr nicht.
Die Eigenkomposition Late Nights Early Flights hat Potenzial, wird aber dann effektmäßig etwas zu sehr aufgepeppt. Hätte als schnurgerader Rocker mehr Effekt erzielt. Immerhin, nettes Solo, Andy!
Zum Ende hin wollen dir Drei nochmal etwas Spaß haben, wozu Little Sister, Fever (beide wurden auch gerne von Elvis Presley interpretiert) und Tossin‘ And Turnin‘ (kennt man aus dem Film “American Graffiti“) natürlich taugen.
Also, komplett kann man dieses Teil nicht abfeiern, aber wer jemals mit einer der Bands dieser Künstler ein bisschen was am Hut hatte, der hat auch hiermit ein bisschen Spaß. Und der muss ja bekanntlich sein.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 01.11.2017