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I Am The Rock - Lupus - Sunrise
Professor Black
I Am The Rock - Lupus - Sunrise, High Roller Reords, 2018
Chris BlackGesang, Gitarre, Bass & Schlagzeug
Gastmusiker
Mark SugarGitarre ("I Am The Rock")
JWWBass ("Lupus")
J. LehtisaloKeyboards ("Lupus")
Matt JohnsenGitarre ("Lupus")
Produziert von: Professor Black Länge: 123 Min 59 Sek Medium: CD
CD 1: "I Am The Rock" (36:01)
01. Get It On07. End Of The Line
02. Bad News08. Don't Talk To Me
03. Dance Of Death09. Three Devils
04. Hired Gun10. I Am The Rock
05. Watch What You Say11. Hard To Please
06. Shakedown
CD 2: "Lupus" (44:24)
01. Habeas Corpus03. Stations
02. Too Soon04. Every Second
CD 3: "Sunrise" (43:34)
01. Die By The Sun05. Closer To Death
02. In The Fire And The Rain06. Everyone Knows
03. No Way Back07. Fall From On High
04. Gathering Stone08. You And I

Hinter dem Künstlernamen PROFESSOR BLACK steckt Chris Black, der auch Frontmann und Alleinunterhalter der Band HIGH SPIRITS ist, die im Jahr 2016 bereits mit dem Debüt-Album “Motivator“ zumindest mal in Insiderkreisen einige Bekanntheit erreichen konnten. Während seine Hauptband für traditionellen Heavy Metal steht, hat sich Black nun mit PROFESSOR BLACK eine Möglichkeit geschaffen, seine anderen musikalischen Ideen umzusetzen – und das sind ganz offensichtlich viele. Denn anders ließe es sich wohl kaum erklären, dass parallel gleich drei Alben unter dem PROFESSOR BLACK-Banner erscheinen.

Das erste davon heißt “I Am The Rock“ und zeigt, dass Black sicherlich auch ein Fan von Lemmy Kilmister & MOTÖRHEAD ist. Denn das Album verströmt den Flair des legendären Trios bei jedem einzelnen der insgesamt elf Songs, das wird niemand bestreiten, der auch nur fünf Sekunden lang in etwa Bad News, Dance Of Death oder Don‘t Talk To Me reingehört hat. Auch der leicht bassige Sound der Scheibe spricht dafür, dass Black hier zum einen mal richtig abrocken wollte und zum anderen dabei eben auch seinen Heroen einen gewissen Tribut zollen.

Das gelingt Black auf “I Am The Rock“ dann auch wirklich gut. Die knapp 36 Minuten verfliegen recht kurzweilig; sie hinterlassen aber auch das Verlangen danach, sich statt einer zweiten Runde dieser Scheibe dann doch lieber das Original anzuhören. Denn mal ganz ehrlich: egal, wie gut die Kopie ist, es bleibt eine Kopie. Und nur das Original sorgt für die richtige Dosis hart gespielten Rock ‘n‘ Roll. Zumal Blacks Organ eben nicht diese Wirkung entfaltet wie die Stimme von lemmy es konnte. Aber unterhaltsam ist das Album nichts desto trotz, zumal einige Songs sicherlich gut zu Lemmy & Co gepasst hätten.

Die zweite Scheibe, die PROFESSOR BLACK hier vorgelegt haben hört auf den Titel “Lupus“. Hier zeigt sich Chris Black als so eine Art „mad scientist“, denn das Album besteht aus lediglich vier Songs (Habeas Corpus, Too Soon, Stations und Every Second), die allesamt exakt elf Minuten und sechs Sekunden lang sind. Was im ersten Moment nach einer kompositorischen Meisterleistung klingt, relativiert sich recht schnell. Denn Black hat für jedes Lied eine musikalische Grundidee entwickelt, die er eben – gefühlt endlos – wiederholt und nur alle paar Minuten mal variiert oder verändert. Das wird mancher Hobby-Musiker vielleicht noch kenne, wenn er ein Riff gefunden hat, das man quasi hypnotisch wiederholt, aber für den Zuhörer ist das eher wenig spannend.

Aber das hier sind noch nicht einmal richtige Riffs, sondern nur kleinste Melodien, die sich ur minimalst verändern. Erschwerend kommt hinzu, dass die Scheibe instrumental gehalten ist. Das bedeutet, dass nicht einmal der Gesang den Hörer aus der Monotonie befreien kann. Vermutlich kann dem sogar jemand etwas abgewinnen, so wie bei manchem modernen Kunstwerk aus der Malerei, aber aus Sicht eines Rockfans sind das hier mehr als 44 Minuten Langeweile, auf die man gut und gerne verzichten kann. Dieses Experiment ist wohl misslungen.

Den Abschluss dieser Veröffentlichungs-Trilogie bildet “Sunrise“. Sehr zum Glück handelt es sich hier wieder um ein traditionelles und nicht rein experimentelles Album. Im Gegensatz zu “I Am The Rock“ räumt Black den Songs her aber mehr atmosphärische Weite bei den Riffs und bei den Melodien ein. Entfernt erinnert das Ganze ein wenig an die Viking Metal-Phase von BATHORY (man betrachte nur einmal das Cover der Scheibe). Das verwundert nur so lange, bis man nachliest, dass Black unter anderem auch ein großer Fan von deren Mastermind Quorthon ist. Insbesondere bei einer Nummer – wenn man nur auf die Musik achtet – kann man das auch dann deutlich hören, diese Düsternis zusammengeführt mit der atmosphärischen Weite. Das ist zwar im Prinzip auch manchmal monoton, aber auf eine sehr spannende Art und Weise.

Von den drei Alben gefällt mir denn auch “Sunrise“ am besten, denn es zeigt – trotz seiner hörbaren Vorbilder – eine eigenständigere Seite als zum Beispiel “I Am The Rock“. Zudem ist die Qualität des Songwritings und des Gesangs einfach noch ein bisschen zwingender. In Kompositionen wie Die By The Sun, In The Fire And The Rain, Fall From On High oder You And I kann man eintauchen und das Hör-Erlebnis jedes Mal aufs Neue wieder genießen.

Chris Black hat sich mit PROFESSOR BLACK ein wahrlich sehr kreatives Alter Ego zugelegt, dass er direkt im ersten Anlauf mit ordentlich viel musikalischem Leben füllt. Auch wenn auf den drei Alben sicherlich nicht jede Idee zündet – und der Versuch mit den Experimenten auf “Lupus“ ziemlich schief geht , so muss man vor der Kreativität und dem Ehrgeiz, dieses Dreifach-Projekt so umzusetzen, doch schwer beeindruckt den Hut ziehen.

Marc Langels, (Artikelliste), 16.10.2018