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Pop Evil
Pop Evil
Pop Evil, Entertainment One, 2018
Leigh KakatyVocals
Nick FuellingGuitar
Dave GrahsGuitar
Matt DiRitoBass
Hayley CramerDrums
Produziert von: Kato Khandwala Länge: 44 Min 19 Sek Medium: CD
01. Waking Lions07. A Crime To Remember
02. Colors Bleed08. God's Dam
03. Ex Machina09. When We Were Young
04. Art Of War10. Birds Of Prey
05. Be Legendary11. Rewind
06. Nothing But Thieves

POP EVIL gibt es bereits seit fast 15 Jahren und in ihrer amerikanischen Heimat haben sie auch schon einigen Erfolg erzielt. Anfangs mehr der Alternate- und Independent-Szene zuzurechnend, hat man sich doch beharrlich nach Oben gearbeitet. Gemeinsame Tourneen mit Bands wie PAPA ROACH, PUDDLE OF MUD oder BLACK LABEL SOCIETY zeigten Wirkung und ein breiteres Publikum wurde erschlossen.
Das wird sich in diesem Jahr noch erweitern, denn neben einem Auftritt beim legendären Sweden Rock sind POP EVIL in Kürze in den Staaten mit CHEAP TRICK und POISON unterwegs. Unter anderem, denn man reißt sich offenbar um die Band aus Michigan. Wer bei POISON eher auf die Balladen a la Every Rose… steht, dem werden bei POP EVIL ziemlich die Ohren scheppern, denn die Band geht knallhart zu Werke, wie ihr aktuelles Album zeigt.

Mit “ruhiger Kugel“ geht da jedenfalls nix, sondern fast schon industrial-mäßig ballert bereits Waking Lions als Opener des Albums los. Da werden nicht nur die Löwen aufwachen. Trotzdem schafft es die Band, einen eingängigen Refrain unterzubringen. Erinnert mich in dieser Art entfernt an NICKELBACK aber auch einige Nu-Metal-Bands, wie LINKIN PARK.
Colors Bleed geht noch techno-hafter zu Werke und der Rap-Gesang hat was von FAITH NO MORE. In Art Of War, wer würde es anders erwarten, klingen die Gitarren-Attacken stellenweise wie richtige Knarren. Aggressiver geht’s eigentlich nimmer.
Aber es geht auch mal etwas, na, nennen wir es “gefühlvoller“. Be Legendary zwar auch diesen harten Background, aber auch Lead-Gitarren, die mehr an die SISTERS OF MERCY oder sogar an THE CURE erinnern. Gleichzeitig tendiert man hier auch Richtung Stadion-Rock. Da kann man die wogenden Massen vor dem inneren Auge fast schon sehen.
Ja, und auch Nothing But Thieves hat so einen leichten Wave-Touch. Da ist dann doch mehr Pop im Gesamtkonzept, als man anfangs vermutet hätte.

Letzteres wird auch in A Crime To Remember deutlich. Hat so ein bisschen was von MANDO DIAO. Hm, und dann vermisse ich so langsam den Heavy-Sound der ersten Songs dieser Scheibe. Das kommt zwar dann Eingängiger, fast wie manche Songs von THE TREWS. Immerhin gibt’s dann ab und an ein klassisches Gitarrensolo. When We Were Young ist so in etwa der Mittelweg zwischen RAZORLIGHT und NICKELBACK. Also balladesk und durchaus was fürs Radio.
Nun, zum Ende hin ist dann doch ein größerer Pop-Anteil auf dieser Scheibe vorhanden, als man zu Beginn geglaubt hätte. Deswegen sollte man beim Reinhören auch mal etwas “vorspulen“, aber es sollte nicht verwundern, wenn man von POP EVIL demnächst in den Medien noch deutlich mehr hören sollte. Ich tippe mal so: Rock im Park/am Ring ist nicht mehr fern.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 10.03.2018