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The Endless River
Pink Floyd
The Endless River, Parlophone Records, 2014
David GilmourGuitar, Vocals
Rick WrightKeyboards, Electric Piano, Hammond Organ
Nick MasonDrums
Guy Pratt, Bob Ezrin, Andy JacksonBass
Jon CarinSythesizer
Gilad AtzmonSaxophone
Durga McBroomBacking Vocals
YouthEffects
Produziert von: David Gilmour, Phil Manzanera, Youth, Andy Jackson Länge: 52 Min 37 Sek Medium: CD
01. Things Left Unsaid10. Night Light
02. It's What We Do11. Allons-Y (1)
03. Ebb And Flow12. Autumn '68
04. Sum13. Allons-Y (2)
05. Skins14. Talkin' Hawkin'
06. Unsung15. Calling
07. Anisina16. Eyes To Pearls
08. The Lost Art Of Conversation17. Surfacing
09. On Noodle Street18. Louder Than Words

Bereits vor sechs Jahren starb Rick Wright, der einstige Keyboarder von PINK FLOYD. Nun haben sich die beiden noch lebenden Legenden, David Gilmour und Nick Mason, endlich aufgemacht, dem 2008 an Krebs verstorbenen Tastenmann ein Denkmal zu setzen. Reumütig geben die in Würde ergrauten Künstler zu, dem genialen Keyboarder sei nie genügend Anerkennung zuteil geworden. Wahrscheinlich nahmen die egozentrischen Zwistigkeiten zwischen Gilmour und ex- Bassist Roger Waters einfach zu viel Platz ein. Nun, Herr Waters vermarktet seine persönlichen FLOYD-Verdienste seit Jahren auf seine eigene Art und Weise und steht trotz der kurzzeitigen Live 8-Mini-Reunion (Juli 2005) längst wieder außen vor.

Doch der Gitarrist und der Drummer haben ihre freie Zeit, ganz wie es sich für etwas gelangweilte Musikrentner schickt, in ein sinnvolles Projekt investiert und liefern jetzt mit "The Endless River" ein teils recht schönes, teils unterhaltsames, teils aber auch recht langatmiges Album ab, das sich häufig genug auf die glanzvollen und geradezu typischen Trademark-Sounds des verstorbenen Tastenmannes stützt und von den sehr geschmackvollen, vom Blues geerdeten Gitarrensoli David Gilmours lebt. Gilmours Sound und seine Stilistik bleiben erneut einzigartig und zelebrieren eine seidenweiche, vertraute Melodiösität. Wir treffen auf viele Selbstzitate, die aus den glorreichen 70's Alben ("Dark Side Of The Moon" und "Wish You Were Here") entlehnt scheinen. Zeitweilig sorgt diese etwas aus der Zeit gefallene Musik für ein freudiges Wiederhören, doch einige Passagen wabern auch ein wenig ziellos durch den Raum, während sie den Eindruck vermitteln, es seien hier ein paar recht brauchbare Soundschnipsel aus vergessenen Jam-Sessions zu einem träge dahin fließenden Fluss zusammen gefügt worden.

Abgesehen von nur einem einzigen Vokaltrack (Louder Than Words), den Gilmour mit den Textzeilen seiner Gattin Polly Samson, souverän zu vertonen weiß, bleibt "The Endless River" ein Instrumentalalbum, das sich aus den liegen gebliebenen Resten des 1993/94 aufgenommenen "The Divison Bell"-Albums speist.

David Gilmour über den Release: "'The Endless River' basiert auf der Musik, die wir im Rahmen unserer 1993er `Division Bell`-Sessions aufnahmen. Wir hörten uns durch über 20 Stunden Material, auf dem wir drei zusammen spielten und wählten die Teile aus, an denen wir für das neue Album arbeiten wollten. Während des vergangenen Jahres haben wir ein paar neue Parts hinzugefügt, andere ganz neu eingespielt und uns moderner Studiotechnologie bedient, um ein Pink Floyd-Album zu erschaffen, das mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert steht. Nachdem Rick von uns gegangen ist, haben wir keine Möglichkeit mehr, dies jemals zu wiederholen. Es fühlt sich gut und richtig an, diese neu aufgegriffenen und umgearbeiteten Tracks als wichtigen Teil unseres Repertoires zu veröffentlichen.

Die Deluxe-Edition des Albums wartet zusätzlich noch mit einer Bluray (bzw. DVD) auf, die einige aus der "Divison Bell"-Ära stammende Videoschnipsel zeigt, die seinerzeit völlig unspektakulär mit einer einfachen Videocam gefilmt wurden und die Herren Musiker bei ihrer unaufgeregten Arbeit portraitiert. Außerdem bietet dieses schmuckvoll ausstaffierte Box-Set noch einen klanglich recht überzeugenden High Resolution 5.1 Mix des kompletten Albums an, sowie einige hübsche Postkarten und ein feines Hardcover Booklet, das die damaligen Sessions in zahlreichen Shots fotografisch nacherzählt.

Wertet man dieses FLOYD'sche Unterfangen als wohlmeinenden Tribut an den verstorbenen Rick Wright, mag es als gelungen durchgehen. Für ein echtes PINK FLOYD Album im ureigenen Sinne, das womöglich das Niveau früherer, glanzvoller Aufnahmen heranreicht, bietet "The Endless River" allerdings zu wenig. Ambivalent.

Frank Ipach, (Artikelliste), 08.11.2014