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Atom Heart Mother
Atom Heart Mother
Pink Floyd
Atom Heart Mother (Remastered 180g Vinyl), Pink Floyd Records, 2016 (1970)
David GilmourVocals, Guitar
Roger WatersVocals, Bass
Richard WrightOrgan, Keyboards, Vocals
Nick MasonDrums, Percussion
Guests:
John Alldis ChorVocals (track 1)
Haflidi HallgrimssonCello (track 1)
Ron GeesinConductor, Co-Author (track 1)
EMI Pops OrchestraBrass, Orchestra (track 1)
Alan StylesVoice, Sound Effects (track 5)
Produziert von: Pink Floyd, Norman Smith, Alan Parsons Länge: 52 Min 44 Sek Medium: LP
Side One:Side Two:
01. Atom Heart Mother:02. If
a. - Fatherís Shout03. Summer í68
b. - Breast Milky04. Fat Old Sun
c. - Mother Fore05. Alanís Psychedelic Breakfast:
d. - Funky Dunga. - Rise and Shine
e. - Mind Your Throats Pleaseb. - Sunny Side Up
f. - Remergencec. - Morning Glory

Logo Pink Floyd

Wie schon bei dem Vorgänger "Ummagumma" zeigten sich die Mitglieder der Band im Nachhinein unzufrieden mit ihrem fünften Studioalbum, auch wenn dieses in Großbritannien zum ersten Mal in der Floydschen Geschichte sogar den ersten Platz der Albumcharts erreichte und in USA beinahe auf Anhieb Gold gewonnen hätte.
Waters würde es heute jedenfalls "...nicht für eine Million Pfund noch einmal auf der Bühne spielen wollen..." und hätte es bevorzugt, "...wenn es damals für immer im Papierkorb verschwunden wäre, ohne dass es jemals jemand gehört hätte". Auch Gilmour beschrieb das Album ähnlich als "einen Haufen Müll" und fand "...dass man zu der Zeit den Bodensatz zusammengekratzt hätte".

Aus heutiger Sicht sind die Erfolge der Post-Syd Barrett-Ära zum Teil auch nur schwer nachvollziehbar und muss wohl auf kollektiven Drogenrausch aller Beteiligter zurückgeführt werden, zu dem PINK FLOYD den Soundtrack lieferten ;-). Letzteres ist gar nicht mal so überraschend, denn mit Soundtracks kannte die Band sich aus, hatte sie doch beinahe an genauso viel Soundtracks mitgewirkt wie an eigenen Alben.
Warum aber "Atom Heart Mother" bei Waters und Gilmour in der Retrospektive gleichermaßen schlecht wegkommt, ist nicht so ganz nachzuvollziehen, immerhin kann man Ansätze des späteren Erfolgssounds erkennen und das nicht nur von PINK FLOYD, sondern auch die des Tontechnikers und Produzenten Alan Parsons, insbesondere, was den Einsatz des Chors betrifft.

Photocredit: Storm Thorgerson - Pink Floyd Music Ltd. via Networking Media

Das epische Titelstück ist letztendlich ein Sammelsurium von skurrilen Bruchstücken und Klangkollagen, die von Dirigent und Komponist Ron Geesin mit Hilfe des Chorleiters John Alldis auf Bitten der Band zu einer halbwegs befriedigenden Einheit zusammengefügt wurden. Die Musiker selbst waren dabei keine große Hilfe und ließen Geesin freie Hand. Daraus lässt sich schließen, dass man sich wohl von Anfang an über die Unzulänglichkeiten im Klaren war. Gilmour beschreibt das Opus in seiner frühen Phase als "Theme from an Imaginary Western", wo wir wieder bei Soundtracks wären.
Die ersten drei folkloristisch angehauchten Stücke der zweiten Seite, die jeweils ein Bandmitglied alleine komponierte, zeugen danach allerdings auch nicht unbedingt von großem Einfallsreichtum und kompositorischen Fähigkeiten. Den Abschluss bildet eine weitere, überlange Soundkollage, die Roadie Alan Styles beim Zubereiten einer Mahlzeit begleitet und in einem tropfenden Wasserhahn endet, der auf der Auslaufrille der LP endlos weiter tropft, wenn man mag.

Nichtsdestotrotz wurde die anschließende Promotion Tour ein voller Erfolg, auch wenn es mit den ständig wechselnden Orchestern und Chören oft technische Probleme gab, die aber vermutlich vom Publikum kaum wahrgenommen wurden. Bei späteren Auftritten verzichtete die Band dann überwiegend auf orchestrale Unterstützung und strich das Stück dazu rigoros zusammen.
Wurden die anderen Stücke des Albums wenig bis gar nicht in die Live Performance eingebaut, durfte sich zumindest Alan's Psychedelic Breakfast einer echten Aufführung samt entsprechender Nahrungsaufnahme erfreuen.

Während den Aufnahmen erhielt die Band Besuch ihres alten Masterminds Syd Barrett im Studio und es wäre sicherlich interessant zu erfahren, was Barrett's Meinung damals dazu gewesen ist.

Der geneigte Fan kann sich diese Entwicklung nun wieder über die original Vinyl Editionen erarbeiten, die als remasterte 180g LPs in den original Cover Reproduktionen neu aufgelegt werden. Das exzellente Mastering übernahmen James Guthrie, Joel Plante und Bernie Grundman, die insbesondere die exzessiv genutzten Stereo Effekte zu einem Erlebnis werden lassen.
Zuerst wurden in einem Rutsch die ersten vier Alben bis einschließlich "Ummagumma" veröffentlicht, darauf folgen jetzt die nächsten Drei, die wir euch hier in kurzer Folge vorstellen werden.

Ralf Frank, (Artikelliste), 23.09.2016