Clocks Don't Count
Petter Carlsen
Clocks Don't Count, Function Records, 2012
Petter CarlsenVocals & Guitar
Christer-Andre CederbergGuitar
Glenn Phillip NielsenBass
Bernt Andre MoenKeyboards
Wetle HolteDrums & Percussion
Gäste:
Unni WilhelmsenVocals
Elisa HerbigCello
John MehusViolin
Anders Hofstadt SorasPedal Steel
Sjur MiljeteigTrumpet
Vincent CavanaghVocals & Mellotron
Produziert von: Christer-Andre Cederberg Länge: 47 Min 09 Sek Medium: CD
01. Table For One06. The World Can Wait
02. Spirits In Need07. A Simple Reminder
03. One Of Those Days08. Cornerstone
04. Even Dead Things Feel Your Love09. Home
05. Built To Last10. Waiting In The Wings

In Norwegen ist PETTER CARLSEN inzwischen bereits eine mittelgroße Hausnummer in Sachen Singer-/Songwriter, dort ist sein zweites Album “Clocks Don’t Count“ auch schon im Frühjahr 2011 erschienen. Nun werden die darauf befindlichen, mattglänzenden Songperlen auch dem Rest Europas zugänglich gemacht. Nicht ganz unschuldig dürfte dabei auch die Wertschätzung von ANATHEMA sein, die CARLSEN als support act für ihre letzte Tour verpflichteten. Dazu ist Danny Cavanagh hier auch als Gastsänger zu hören und der hier verantwortliche Produzent Christer-Andre Cederberg war ebenfalls bei "Weather Systems" tätig. Einige Querverbindungen also, die manche Leute aufhorchen lassen und CARLSEN sicherlich einige Türen zusätzlich öffnen werden.

Über dem ganzen Songmaterial hängt eine sanfte, wie aus Seide gesponnene Glocke aus Melancholie, wie man dies auch von einem nordischen Künstler erwartet. Glücklicherweise ist das hier keine “Ein Mann mit Klampfe“-Produktion, wie das Cover nahelegen könnte, sondern die Songs sind edel und geschmackvoll auch mit Streichern arrangiert, ohne dabei übermäßig auf “Pomp and Cicumstance“ zurückzugreifen. Meist tastet sich CARLSEN vorsichtig voran (The World Can Wait), es wird aber, wenn nötig, das Tempo auch etwas angezogen (Spirits In Need, A Simple Reminder). Die Songs berühren, ohne kitschig zu wirken (Even Dead Things Feel Your Love) und trotz der Singer-/Songwriter-Attitüde steht spürbar die Musik im Vordergrund, die die nachdenklichen Texte transportiert. Mit Cornerstone gibt es denn auch ein durchaus gelungenes Instrumental.

Ob diese Scheibe hierzulande zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht wird angesichts bevorstehender Grillabende und Fußballübertragungen, kann man in Frage stellen, schade wäre es, wenn das Album dadurch etwas untergehen würde. Aber der mitteleuropäische Sommer hat zumeist auch ein paar regnerische Tage zu bieten. Dann kann man die dunklen Wolken aussperren, dieses Album in den Player schieben und diese eindrückliche, tiefgründige Musik genießen. Von PETTER CARLSEN wird sicherlich noch einiges zu hören sein.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 04.06.2012