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Secret World Live
Peter Gabriel
Secret World Live, Eagle Rock, 2012
Peter GabrielGesang, Keyboards & Mundharmonika
David RhodesGitarre & Gesang
Tony LevinBass & Gesang
Jean Claude NamoirKeyboards & Gesang
Manu KatcheSchlagzeug
Paula ColeGesang
ShankarVioline & Gesang
Levon MinassianDoudouk
Papa WembaGesang
Reddy Mela AmissiGesang
Styno Mubi MatadiGesang
Produziert von: Francois Girard Länge: 132 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Come Talk To Me09. Washing Of The Water
02. Steam10. Solsbury Hill
03. Across The River11. Digging in The Dirt
04. Slow Marimbas12. Sledgehammer
05. Shaking The Tree13. Secret World
06. Blood Of Eden14. Don't Give Up
07. San Jacinto15. In Your Eyes
08. Kiss That Frog16. Red Rain (Bonus)
Bonus
Time LapseBehind The Scenes
Quiet Steam GalleryNew Blood Live In London 2011

Nur sehr wenige Künstler haben solch einen profunden Einfluss auf die Entwicklung der Musik genommen wie Peter Gabriel, zunächst als Frontmann und geistiger Motor von GENESIS und später dann als weltweit erfolgreicher – und im Gegensatz zu Phil Collins dabei auch noch visionärer – Solo-Künstler. Dabei ist Gabriel nicht nur offen für unterschiedliche musikalische Einflüsse aus aller Welt und dabei geschmacklich über alle Zweifel erhaben, sondern er findet auch immer neue Wege seine musikalische Vision in Bilder umzusetzen und für den Hörer auch optisch erfahrbar zu machen. Seine Videos zu Tracks wie Sledgehammer oder Big Time waren zu der Zeit visuelle Sensationen und setzten Trends für die Industrie.

Diese Vorreiterrolle nahm Peter Gabriel aber auch bei der Umsetzung seiner Musik auf der Konzertbühne stets ein. Dies hatte er schon zu GENESIS-Zeiten getan, um die großen textlichen Konzepte wie etwa bei “The Lamb Lies Down On Broadway“ umzusetzen und führte das solo konsequent fort. Dabei dürfte die “Secret World“-Tournee einer der Höhepunkte gewesen sein. Wie gewöhnlich wurde Gabriel dabei von einer exzeptionellen Live-Band aus wahren Koryphäen (unter anderem Tony Levin am Bass, Jean Calude Naimro an den Keyboards, Manu Katche am Schlagzeug und David Rhodes an der Gitarre) begleitet.

Mit diesem Wissen ist klar, dass die akustische Seite der BluRay absolut das Prädikat „perfekt“ verdient hat. Die wundervollen Kompositionen, bei denen insbesondere die Werke von “So“ und “Us“ im Vordergrund stehen, werden sehr gefühlvoll aber auch groovend und kraftvoll vorgetragen. Dabei begeistern die vokalen Künste von Peter Gabriel, so zum Beispiel bei Blood Of Eden, bei dem er auch die höchsten Töne sauber und kraftvoll trifft. Beim Gesang wird er auf faszinierend-begeisternd-atemberaubend-betörende Art und Weise von Paula Cole (die später mit Where Have All The Cowboys Gone? selber einen Riesenhit landen sollte) unterstützt. Insbesondere bei Don’t Give Up singt Cole einfach nur spektakulär und macht die Original-Partnerin in diesem Duett, immerhin handelt es sich dabei um Kate Bush, nahezu vergessen. Die beiden garantieren gesangstechnisch für immer wiederkehrende Gänsehautmomente.

Spektakulär ist aber auch das Setting der Show: die Performance findet auf zwei miteinander verbundenen Bühnen in der italienischen Universitätsstadt Modena statt. Mit gleich multiplen Hebe- und anderen beweglichen Bühnen, schwenkbaren Leinwänden, absenkbaren Kuppeln oder Kopf-Kameras bekommt die Performance etwas Theatralisches und das Feeling eines wahren Kunst-Happenings. Der Auftritt wird aus zahlreichen Kamerawinkeln eingefangen und bietet wunderbare Bilder. Dabei werden auch häufig die Gesichter der Protagonisten eingefangen, die ihre Emotionen deutlich verraten und da sieht man nichts außer Leidenschaft für und pure Freude an der Musik. So nah wäre man gerne auch live häufiger am Geschehen. Besser kann es nur noch werden, wenn man selber als einer der Musiker auf der Bühne stehen darf.

Im Vergleich zur DVD-Veröffentlichung, die zu Recht für ihr nicht rauschfreies Bild und die Lautstärken-Schwankungen in der Musik (die es auf der CD überraschenderweise nicht gab) Kritik einstecken musste, wurde für die BluRay der 16-mm-Originalmitschnitt noch einmal sorgfältig restauriert, abgetastet und das neue Resultat dann auf die Disk gebrannt. Es handelt sich also nicht einfach um eine einfache Kopie der DVD, sondern um eine wirkliche Überarbeitung. Und das Resultat kann sich wirklich sehen lassen. Zwar konnte nicht das ganze Rauschen des Bildes beseitigt werden, im direkten Vergleich zur DVD wird aber eine sehr starke Verbesserung der Bild-Qualität deutlich. Und auch der Sound schwankt nicht mehr.

Als Boni gibt es hier (wie schon bereits auf der DVD) einen 15-minütige Dokumentation zum Konzept der Tournee, dabei Gabriel stellt dann auch gleich die beteiligten Musiker kurz vor. Zudem wird in drei Minuten im Zeitraffer gezeigt, wie die Bühnen auf- und auch wieder abgebaut werden. Zu einer ruhigen sechseinhalbminütigen Version von Steam wird eine Photo-Gallerie mit wunderbaren Impressionen rund um die Konzerte gezeigt.

Diese BluRay hat aber noch ein paar Schmankerl zu bieten: dabei ist das Größte davon die hier erstmals (!!!) vorliegende Version von Red Rain. Diese wurde bei der bisherigen DVD-Veröffentlichung aus unerfindlichen Gründen außen vor gelassen wurde. Aber leider wird sie hier nicht an ihrem angestammten Platz im Set (zwischen Shaking The Tree und Blood Of Eden) platziert, sondern als Bonus am Ende. Und außerdem gibt es die remixte Orchesterversion von Steam/The Rhythm Of The Heat von der “New Blood: Live In London“ Show in London zu einer Foto-Slideshow zu sehen. Das soll Appetit machen auf die ebenfalls erhältliche BluRay und das gelingt auch ganz gut.

“Secret World Live“ ist und bleibt einer der besten Live-Mitschnite eines der besten, bedeutendsten und einflussreichsten Musiker, den die Pop- und Rock-Geschichte je hervorgebracht hat. Das einige Jahre später entstandene “Growing Up Live“ kommt zwar nahe heran, aber diese BluRay zeigt Peter Gabriel und seine Band auf dem absoluten Höhepunkt, spektakulär inszeniert und auf höchstem Niveau eingefangen. Wer Live-Mitschnitte mag wird “Secret World Live“ lieben. Und wer die DVD besitzt sollte trotzdem noch einmal zugreifen, da die Mängel hier endlich behoben wurden.

Marc Langels, (Artikelliste), 07.07.2012