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Greywood Records
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Strange Loop
Paul Dempsey
Strange Loop, Greywood Records, 2017
Paul DempseyVocals, Guitar, All other Instrumnents
Paul von MertensBass, Saxophone, Flute, Clarinet
Andy BakerEuphonium
Sima Cunningham, Jennifer HallBacking Vocals
Ken ChampionPedal Steel
Produziert von: Tom Schick & Paul Dempsey Länge: 45 Min 12 Sek Medium: CD
01. The True Sea07. Be Somebody
02. Strange Loop08. Blindspot
03. Idiot Oracle09. Iris Black
04. Hey History10. Volunteers
05. Lifetime Supply11. Nobody's Trying To Tell Me Something
06. Morningless

Wer die australischen SOMETHING FOR KATE kennt, kann sich ungefähr ausmalen wie ihr Mastermind und Lead Sänger Paul Dempsey nun auf seinem zweiten Soloalbum klingt. Wie SOMETHING FOR KATE minus Grunge-Appeal minus Rock-Gitarren. Klingt langweilig? Ist es aber nicht. Zumindest insofern als man ein Faible für gemäßigtere Singer-Songwriter Musik moderneren Zuschnitts mag.

Paul Dempseys Vorliebe für mehr oder weniger radiokompatible, sympathische und packende Hooklines schwebt immer noch über allem. Und wer seinerzeit SOMETHING FOR KATE mochte, eine Truppe die sich ja letztlich in einer Linie mit ihren amerikanischen Kollegen DISHWALLA, COLLECTIVE SOUL, BETTER THAN EZRA und meinetwegen auch TOAD THE WET SPROCKET aufstellten und manches Mal ruppig und süß zugleich klangen, wird auch Dempseys Solokram mögen. Denn die handwerkliche Linie, sein Händchen für Lieder mit charmantem Hitpotential ist geblieben. Inzwischen ist alles ein wenig geruhsamer geworden. Denn der Mann ist schließlich auch älter geworden. Da agiert man automatisch etwas bedachter, ruhiger und gesetzter, rockt nur noch gelegentlich.

"Strange Loop", Dempsey zweites Werk, wurde in Australien schon vor Monaten veröffentlicht und versucht jetzt, die europäischen Hörer zu erobern. Das könnte gelingen, denn das von Tom Schick (Ryan Adams) co-produzierte Album verfügt über genügend Potential, Fans niveauvoller Popmusik zu überzeugen.

Dempsey schlängelt sich mit seinem variablen Timbre durch ein Spannungsfeld zwischen David Gray, Lindsey Buckingham und Chris de Burgh Stimmfärbungen. Die nicht weniger abwechslungsreiche Musik erinnert bei aller Eigenständigkeit und einer wirklich ausgefuchsten Art und Weise die Lieder zu arrangieren in manchen Momenten an solche Songwriter-Größen wie Neil Finn oder besser gesagt CROWDED HOUSE, mitunter auch an die Raffinesse eines Andy Partridge und Chris Moulding von XTC. Ein Juwel wie beispielsweise Hey History mit seinem unwiderstehlichen Refrain verfügt über genau die Tiefe auch anspruchsvolle Hörer zu verzaubern.
"Strange Loop" steckt voller wertiger Pop-Songs für Erwachsene, hält einige überraschend griffige Melodien bereit und lässt die Erinnerungen an SOMETHING FOR KATE ganz schnell verblassen.

Frank Ipach, (Artikelliste), 08.03.2017