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Boom Boom
Boom Boom
Pat Travers
Boom Boom - Live At The Diamond, earMUSIC, 2011
Pat TraversGuitar, Vocals, Keyboard
Peter "Mars" CowlingBass
Jerry RiggsGuitar, Vocals
Scott ZymowskiDrums
Produziert von: Pat Travers Länge: 72 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
01. Snortin' Whiskey08. School Of Hard Knocks
02. Life In London09. Help Me
03. I La La La Love You10. Stevie
04. Gettin Betta11. Ready Or Not
05. Wat'cha Gonna Do Without Me12. Boom Boom (Out Go The Lights)
06. Daddy Long Legs13. Born Under A Bad Sign
07. Heat In The Street14. Guitars From Hell

Logo Pat Travers

"From the Streets of London, to the Streets of Toronto, now here to kick your ass", so oder so ähnlich wird fast jeder Gig von Pat Travers angekündigt und das seit seinen Anfangstagen, die der gebürtige Kanadier in seiner Wahlheimat London verbrachte und dort erste Erfolge feiern konnte.
Patrick Henry Travers (*12. April 1954), der wie viele andere Gitarristen seiner Generation angeblich durch Jimi Hendrix zur Gitarre fand, wie z. B. auch von seinem Landsmann Frank Marino oder Joe Satriani kolportiert wird, hatte bereits frühreife Band- und Tourerfahrung, als er 1976 auf Polydor Records debütierte, mit dabei damals bereits Langzeitgefährte Peter "Mars" Cowling.
Im Folgejahr veröffentlichte Travers mit "Putting it Straight" und "Makin’ Magic" (mit ex-CHARLIE, TRUST, IRON MAIDEN Nico McBrain am Schlagzeug), Letzteres für viele Fans und Kritiker ein (der?) Meilenstein in der Travers Diskografie. Ein Auftritt im WDR-Rockpalast machte auch das deutsche Publikum aufmerksam.

Anfang der 80er erlebte Travers seine Hochphase. Er war mittlerweile von London nach Florida übergesiedelt und hatte die bisherige Trioformation mit Pat Thrall (ex-Stomu Yamashta's GO) an der zweiten Gitarre aufgestockt und den ex-BLACK OAK ARKANSAS Drummer Tommy Aldridge in die Band geholt. Die Folgealben tummelten sich jeweils unter den ersten 40 in den US-Charts und ausgedehnte Tourneen als Support von RAINBOW, JOURNEY oder Ted Nugent festigten seinen guten Ruf bei den Hard Rock und Heavy Metal Fans, doch dies sollte sich bald ändern.
Andauernde Managementprobleme, Mitgliederkarussel, Stilwechsel, Verkaufseinbrüche und Querelen mit der Plattenfirma endeten 1984 in einem Bruch zwischen Travers und der Musikindustrie und es sollte fast sechs Jahre dauern, ehe Travers wieder einen Fuß in ein Studio setzen sollte.

1990 erschien endlich "School Of Hard Knocks" aber Pat konnte gerade noch so an einem Hair Metal Desaster vorbei schrammen, nichts desto trotz enthält das Album einige krachlederne Rock Nummern, die es als Standards in seine Live-Performance geschafft haben.

Boom BoomVon der folgenden Promotion-Tour stammt "Boom Boom - Live At The Diamond".
Auf heimischem Territorium in einem kleinen Club vor gerade mal 300 Gästen wurde der Gig sowohl auf Video als auch Audio gebannt und kurz darauf als CD veröffentlicht, ein VHS-Mitschnitt erschien etwas später. Beide Veröffentlichungen erfolgten jedoch nur im kleinen Rahmen und waren lange Zeit für Sammler ein rares Gut.

2000 erschien die erste remastered CD bei Castle Records, 2005 dann erneut bei Rough Trade zusammen mit der ersten DVD Version, beide waren in Deutschland jedoch nur über Import erhältlich, sodass die aktuelle Neuveröffentlichung bei earMUSIC/Edel diese kleine Perle nun endlich auch für den deutschen Markt zugänglich macht.

Neben den üblichen Verdächtigen wie Snortin' Whiskey, Life In London, Heat In The Street, Stevie und dem namensgebenden Boom Boom (Out Go The Lights) enthält das Package überwiegend neue Stücke vom "School Of Hard Knocks" Album, darunter den, in bester Hammerhead Tradition, Instrumentalkracher Guitars From Hell so wie Ready Or Not, eine Reminiszenz an Jerry Riggs' ehemalige Band RIGGS, den Jerry auch selber singt.
Mit an Board außerdem der unermüdliche "Mars" Cowling sowie Scott Zymowski (ex- MOLLY HATCHET, OFF KILTER) am Schlagzeug, also die Besetzung des Studioalbums, obwohl dort die Drums überwiegend von Patrick Marchino eingespielt wurden. Angeblich liegt hier das komplette Konzert vor, aber siebzig Minuten sind selbst für knapp kalkulierende Nordamerikaner etwas dürftig, zumal der Gig in Travers Hinterhof in Toronto stattfand, da sind die Homeboys normalerweise immer etwas spielfreudiger, zu widerlegen ist die Angabe allerdings nicht, aber immerhin etwas unglaubwürdig.
Pat Travers hat etwas an Gewicht zugelegt, was vielleicht eine Erklärung für sein begrenztes Stimmvolumen liefert, ansonsten zeigen er und seine Mitstreiter sich jedoch fit und agil, allein das Poseroutfit stört ein wenig.

Tracklist und Aufmachung der DVD und CD sind nahezu identisch, gleiches Layout, spärliche Linernotes, DVD ohne Extras, CD Songreihenfolge kurioserweise um einen Song verrutscht, der Opener Snortin' Whiskey erscheint samt Ansage erst am Schluss der CD, ähnliches ist auch damals auf der VHS passiert, einige Songs kommen erst nach den Credits. Die abgebildeten Cover zeigen zuerst die neue, darunter die alte Coverart.

Fazit: Alles in allem ein gelungenes Zeitzeugnis mit leichten Abstrichen in der Bild- und Tonqualität, für Fans und Historiker ohne Frage ein Pflichtkauf, neutrale Blues- und Hardrockenthusiasten werden sicherlich auch nicht schlecht bedient, haben bei dem reichhaltigen Angebot aber die Qual der Wahl.

Videocapture

Ralf Frank, (Artikelliste), 29.03.2011