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Live In Overhausen
Overkill
Live In Overhausen, Nuclear Blast, 2018
Bobby "Blitz" EllsworthGesang
D.D. VerniBass
Dave LinskGitarre
Derek TailerGitarre
Eddy GarciaSchlagzeug
Produziert von: Overkill Länge: 111 Min 16 Sek Medium: CD
CD 01CD 02
01. Coma01. Raise The Dead
02. Infectious02. Rotten To The Core
03. Blood Money03. There's No Tomorrow
04. Thanx For Nothin'04. Second Son
05. Bare Bones05. Hammerhead
06. Horrorscope06. Feel The Fire
07. New Machine07. Blood And Iron
08. Frankenstein08. Kill At Command
09. Live Young Die Free09. Overkill
10. Nice Day - For A Funeral10. Fuck You
11. Soulitude

Die New Yorker OVERKILL gehören zu den wahren Urgesteinen der Thrash Metal-Szene. 1980 gegründet haben die Jungs um die beiden Ur-Mitglieder Bobby „Blitz“ Ellsworth und D.D. Verni mittlerweile 19 Studio-Alben veröffentlicht. Sie gehören aber auch zu den Bands, die ihre beste Seite zumeist auf der Bühne zeigen. Insofern ist es fast komplett unverständlich, dass die letzten Zeugnis dieser Live-Stärke aus dem Jahr 2002 und “Wrecking Everything“ heißt. Das scheint auch der Band aufgefallen zu sein, weshalb sie nun diesen Missstand mit einem neuen Werk beseitigt.

Dieses trägt den Titel “Live In Overhausen“ und legt damit schon nahe, dass das Werk in Oberhausen mitgeschnitten und gefilmt wurde. Dieser Rezension liegt jedoch nur die Tonspur zu Grunde, so dass über die Film-Qualität hier leider nicht geurteilt werden kann. Aber nicht nur der Umstand, dass es das erste Live-Werk der Band seit mehr als einer Dekade ist macht das Album zu was besonderem. Denn mit diesem Doppel-Album feiert die Band gleich zwei Jubiläen, zum einen das 30-jährige Jubiläum des Debüt-Albums “Feel The Fire“ sowie ein Vierteljahrhundert “Horrorscope“. Aus diesen gewichtigen Gründen wurden an diesem Abend die beiden Werke – fast – in kompletter Länge aufgeführt, einzig das letzte Lied von “Feel The Fire“, das DEAD BOYS-Cover Sonic Reducer, wurde ausgetauscht. Statt dessen ertönt dort die abschließenden Band-Hymne Fuck You.

Dabei startet die Band zunächst einmal mit dem chronologisch betrachtet jüngeren Album in den Set. “Horrorscope“ war das erste Album nach dem Abschied von Gitarrist Bobby Gustafsson, der durch gleich zwei Neu-Zugänge ersetzt wurde. Diese sind zwar auch nicht mehr in der Band, aber der Wechsel von dem Einen-Gitarren- zu einem Zwei-Gitarren-Sound war schon ein wichtiger Schritt für die Band, dem sie ja seitdem (mit der Ausnahme des Albums “Bloodletting“) auch treu geblieben ist. Und gleich beim Einstieg Coma fällt erst mal auf, was für einen fantastisch-druckvollen Sound diese Scheibe hat. Die Abmischung der einzelnen Instrumente ist nahezu von Studio-Qualität. Und die Band ist in absoluter Spiellaune – allen vorn natürlich Frontmann Ellsworth, der auch nach 30 Jahren im Geschäft eine der kraftvollsten und eindringlichsten Stimmen der Szene hat.

Das Material der beiden Alben lässt den Zuschauern dabei kaum einmal Zeit zum Verschnaufen, aber OVERKILL können sich auch auf ihre Fans verlassen, die die Band hier lautstark und trotz der Lautstärke der Musiker fast immer deutlich wahrnehmbar nach Vorne peitschen, zu keinem Zeitpunkt lauter als bei dem unwiderstehlichen Rotten To The Core und dem traditionellen Abschluss-Track Fuck You. OVERKILL präsentieren sich auf diesem Doppel-Album in absoluter Top-Form, wie man sie auch von zahlreichen Konzerten in den vergangenen Jahren her kennt. Natürlich würde man sich in dieser exzellenten Qualität auch ein Live-Album mit den insgesamt betrachtet besten Songs der Jahre seit 2002 – also seit “Wrecking Everything“ - wünschen, aber was nicht ist, das kann ja vielleicht noch folgen.

Marc Langels, (Artikelliste), 19.05.2018