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Hot August Night III
Neil Diamond
Hot August Night III, Universal Music, 2018
Neil DiamondVocals, Guitar
Alan LindgrenKeyboards
Tom HensleyPiano
Reinie PressBass
Ron TuttDrums
King ErrissonPercussion
Doug RhoneGuitars
Hadley HockensmithGuitars
Don MarkeseSaxophone, Flute, Clarinet
Larry KlimasSaxophone, Harmonica, Accordion
John FumoTrumpet, Flugelhorn
Arturo VelascoTrombone, Euphonium
Linda Press, Julia Waters, Maxine WatersBacking Vocals
Produziert von: Neil Diamond Länge: 142 Min 38 Sek Medium: CD & DVD
Disc 1:
01. Overture12. Girl' You'll Be A Woman Soon
02. Soolaimon13. Thank The Lord For The Night Time
03. Beautiful Noise14. Cherry, Cherry
04. Forever In Blue Jeans15. Kentucky Woman
05. Love On The Rocks16. Solitary Man
06. Hello Again17. Glory Road
07. September Morn18. Chelsea Morning
08. Play Me19. I'm A Believer
09. Shilo20. Happy Birthday Rose
10. Red, Red Wine21. Cracklin' Rosie
11. You Got To Me
Disc 2:
01. And The Grass Won't Pay No Mind10. Sweet Caroline - Reprise
02. Pretty Amazing Grace11. I Am... I Said
03. We12. Walk Off
04. Stones13. America
05. You Don't Bring Me Flowers14. Brother Love's Travelling Salvation Show
06. Holly Holy15. I've Been This Way Before
07. Morningside16. Walk Off
08. Crunchy Granola Suite17. Band Bows
09. Sweet Caroline18. Audience Exit
Disc 3:
The Concert on DVD, with Bonus Behind The Scenes Featurette

Ich weiß ja nicht, wie es euch so gegangen ist, aber ich hatte das Glück ein paar ältere Brüder zu haben und als Kind und auch noch als beginnender Teenager blätterte ich mit Vorliebe durch die LP- und Single-Sammlungen von diesen. Auch wenn ich noch keine großen Englischkenntnisse hatte und auch musikalisch nicht übermäßig bewandert, faszinierten mich doch bereits die Cover dieser Tonträger. So ist mir – natürlich – bis heute das Original-LP-Cover von “Sticky Fingers“ in Erinnerung und ich kann mich noch gut an die samtene Box erinnern, die der BEE GEE‘S “Odessa“ enthielt. Auch Johnny Cashs “At San Quentin“ hab ich noch vor Augen und auch Neil Diamonds “Hot August Night“. Diese Cover hatten etwas und das nicht nur, weil im LP-Format beeindruckender, als im handtellergroßen CD-Format.
Ob diese Augustnacht im “Greek Theatre“ in L.A. 1972 genauso heiß war, wie die Augustnächte des Sommers 2018, kann ich nicht beurteilen, aber dass dieses Album ein Hit war, das sah man seiner Verpackung schon an-

Und wie das so ist, mit sagenhaften Erfolgen, die will man gerne wiederholen. So wurde 1987 “Hot August Night II“ mitgeschnitten und veröffentlicht und nun – nachdem Neil Diamond in den letzten Jahren nochmals richtig populär geworden ist – gibt es eben auch “Hot August Night III“.
Und dem Zeitgeist folgend, bringt man das auch gleich als Doppel-CD inkl. Beiliegender DVD/Blu-Ray heraus.
Die Setlist von Audio-CDs und DVD ist identisch sodass wir uns gleich auf das Bildmaterial stürzen. Logisch, dass man wieder im “Greek Theatre“ aufgenommen hat und gekleckert wurde nicht. Neben der eigentlichen Band gibt‘s noch ein ganzes Orchester und Sängerinnen, die sich auch tänzerisch in Szene zu setzen wissen. Letzteres weiß auch Neil Diamond und die über 75 Jahre sieht man ihm wahrlich nicht an. Weder optisch noch in seinen Bewegungen. Da hat jemand was richtig gemacht.
Die Setlist unterscheidet sich zwar im Ablauf von vorherigen “Hot August“-Ausgaben, aber die Songs, die kommen müssen, sind natürlich vorhanden. Mir persönlich hätte es ab und an etwas spartanischer zugehen können, aber was die Damen und Herren da auf die Bühne bringen, nötigt schon Respekt ab. Vom Karneval, den sie bei Beatiful Noise inszenieren, über die Tanzparty zu Forever In Blue Jeans und, ja, auch das bombastisch überladene Love On The Rocks, es wird mit so viel Klasse gespielt, dass man nur fasziniert von dieser Show sein kann.
Deren Star natürlich Diamond ist und seine Songs: Shilo, Red, Red Wine, Girl, You‘ll Be A Woman Soon, Cherry, Cherry, Cracklin‘ Rosie…, es ist fast unglaublich wie viele Welthits der Sänger hatte.

Und das sind noch längst nicht alle! Der Sänger hat nicht mehr die Kraft von Einst in der Stimme, aber immer noch genug Power und Charisma um jede Frau (und die meisten Männer) im Saal um den Finger zu wickeln. Und wie man eine Show spannend aufzieht, dass braucht man ihm nicht zu erzählen. Da wird immer mal das Tempo angezogen, direkt rockig, wie mit Thank The Lord For The Night Time und gleich darauf wieder der Partymodus mit Cherry, Cherry eingeschaltet. Da kommen auch einige seiner Musiker zu Solospots, die wahrlich nicht von schlechten Eltern sind und das Publikum ist ja sowieso fast im Dauereinsatz beim Mitsingen und -tanzen.
Der Solitary Man - der auch von Johnny Cash übernommen wurde – fehlt nicht und auch von seinen letzten Studioalbum gibt‘s den ein oder anderen Track zu hören. Und Pretty Amazing Grace und We fügen sich wahrlich gut in diesen Set ein, was noch einmal die Qualität von Neils letzten Alben unterstreicht.
I‘m A Believer kommt überraschend als rockiger Boogie, Cracklin‘ Rosie bekommt ein Geburtstagsständchen der gesamten Halle vorangestellt, für Jons Mutter, die bei der Show anwesend ist. Ganz der Showprofi, baut er die Spannung auf und ab, wie er es braucht und natürlich wird das Tempo vor dem Schlussfeuerwerk herausgenommen. Um dann mit Crunchy Granola Suite wieder anzuziehen und mit Sweet Caroline zum Finale zu kommen. Zum Glück nicht als der Bierzeltstampfer zu dem es in unseren Breitengraden verkommen ist.
Mit dem emotionalen I Am… I Said endet der offizielle Teil, dem noch ein paar Zugaben folgen. Darunter der Song, dessen Eröffnungszeile schon dem ersten “Hot August Night“ seinen Namen gab: Brother Love‘s Travelling Show.
Natürlich ist da auch viel “american showmanship“ dabei, ohne das kommt so eine Show nicht aus, aber das hindert den Betrachter nicht, hier eine richtig gute Zeit mit zu haben, egal ob man nur die CDs hört, oder sich den Film gönnt, der auch noch mit einem gut viertelstündige Zusatzmaterial aufwartet und die Stimmung vor, während und nach der Show einfängt.
Funktioniert mit Sicherheit auch in den kühleren Wintermonaten.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 08.08.2018