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Still Burning
Death & Destiny EP
Mythra
Still Burning, High Roller Records, 2017
Vince HighVocals
John RoachGuitars
Alex PerryGuitars
Maurice BatesBass
Phil DaviesDrums
Produziert von: Bart Gabriel Länge: 47 Min 38 Sek Medium: CD
01. Still Burning07. Silence In The Sirens
02. A Call To All08. Sands Of Time
03. That Special Feeling09. Victory Song
04. Ride The Storm10. We Belong
05. Survival11. Fundamental Extreme
06. Battle Cry12. Dreaming The Dream

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Wie wir heute wissen, war die New Wave of British Heavy Metal nicht nur ein Tsunami der Ende der 1970er ganz Europa überschwemmte, sondern sie hinterließ auch eine ständige Brandung, die mittlerweile sogar wieder an Stärke gewinnt. Selbst heute noch kriechen immer noch Schiffsbrüchige von damals an irgendein Gestade, um sich erneut in die Fluten zu werfen. Um viele dieser Gestrandeten ranken sich Mythen und manche genießen längst Kultstatus, obwohl sie zu Lebzeiten gerade mal eine 4 Track EP ins Rennen geschickt haben.

MYTHRA ist genau so ein Kandidat. Gegründet 1975 in South Shields, Durham als Classic Rock Coverband namens ZARATHUSTRA, nannte man sich 1978 um und bespielte zusammen mit den frühen FIST, SAXON, RAVEN oder GEORDIE die Region mit wachsendem Erfolg. Guardian Records schlug vor eine 4 Track EP in einer kleinen Auflage von 200 Stück zu pressen um sie an Radiostationen und Plattenlabel zu verteilen, der Rest wurde bei den Gigs vertickt. Sukzessive wurde nachgepresst und spätestens, als der Titelsong Death And Destiny für mehrere Monate die "Sounds" Heavy Metal Charts anführte und in der "Friday Rock Show" abgefeiert wurde, ging Guardian 1979 in die Vollen und legte einige tausend Exemplare auf.
1980 folgten zwei weitere lizensierte 12" und 7" Editionen auf Street Beat Records [12" siehe links], aber zu einem weiteren Output sollte es zumindest damals wegen Missmanagement und eigenem Unvermögen nicht mehr kommen. Eine sicher geglaubte Euro-Support-Tour für Ted Nugent wurde ihnen von WILD HORSES weggeschnappt, Street Beat verweigerte eine fertig vorbereitete Nachfolge EP und nach ein, zwei Personalwechseln löste sich die Band Ende 1981 entnervt auf und verteilte sich in alle Winde, der ein oder andere tauchte jedoch bei FIST oder HELLENBACH wieder auf.

Photocredit: Marta Gabriel via Sure Shot Worx

Beinahe wäre Death And Destiny auch auf METALLICAs "Garage Inc." vertreten gewesen, aber auch hier sollte ihnen das Schicksal wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Lange Rede, kurzer Sinn, seit einem Réunion Gig auf dem 2015er "Brofest" und weiteren Festivals wie das "Keep It True" sind MYTHRA wieder da und das fast in Originalbesetzung. Vince High, John Roach und Maurice Bates gehören noch zu den Gründungsmitgliedern und Alex Perry stieß in ihrer Endphase zur Band.
Die erste offizielle Anthologie "Warriors Of Time" mit allen alten Studiosongs plus fünf Neuen ebnete der Band den Weg zu einem Plattenvertrag und einem kompletten Longplayer "Still Burning", also quasi dem LP Debut zum vierzigjährigen Bestehen.
"Ja, das stimmt," lacht Sänger Vince High. "Es ist das erste Mal, dass die Band in ein Studio ging um in einem Rutsch ein komplettes Album einzuspielen. Wir flogen im Oktober 2016 nach Polen um mit Bart Gabriel als Produzenten zu arbeiten. Es war eine große Erfahrung und wir hatten eine tolle Zeit mit ihm. Wir waren echt platt als High Roller Records uns unter Vertrag nahm um das Album aufzunehmen, dafür können wir ihnen nicht genug danken."

Auf der "Death And Destiny" EP sind MYTHRA natürlich noch ein ungeschliffener Rohdiamant, daran hat die Band mittlerweile jedoch ordentlich gefeilt. Bereits damals wurden sie in einem Atemzug mit A II Z oder DIAMOND HEAD genannt und das sind ja schon mal keine schlechten Hausnummern. Ein Platz auf dem dritten ROXXCALIBUR Album war ihnen jedenfalls reserviert.
Auf "Still Burning" wird man allerdings auch gewahr, dass die NWOBHM nicht plötzlich vom Himmel gefallen ist, sondern dass nach der first wave mit den legendären Hard Rock Giganten es bereits eine zweite Welle gegeben hat, deren Vorreiter wie PRIEST, THIN LIZZY, BUDGIE oder UFO dann gut vorbereitet in den Surfmarathon ein- und aufgestiegen sind. Für Youngsters wie MYTHRA dienten diese Bands als Inspirationsquelle mehr noch als PURPLE & Co. und das scheint auch heute noch der Fall zu sein. "Still Burning" atmet den Geist dieser Zeit und verströmt ihn aus jeder Pore, da ist nix auf modern getrimmt, die Gitarren sind straight, die Stimme hoch, die Twin Soli mitreißend und der Rhythmus treibend.
Keine Ahnung, warum das damals nicht funktioniert hat, Daumen drück, dass es diesmal besser klappt, das Zeug dazu hat die Band nach wie vor.

Ralf Frank, (Artikelliste), 28.04.2017