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Legacy
Myrath
Legacy, earMusic/Edel, 2016
Zaher ZorgattiLead Vocals
Malek Ben ArbiaGuitars
Anis JouiniBass Guitar
Elyes BouchouchaKeyboards, Backing Vocals
Morgan BerthetDrums
Guest Musicians:
Bechir GharbiViolin
Riadh Ben AmorViolin
Mohamed GharbiViolin, Alto
Hamza ObbaViolin, Alto
Akrem Ben RomdhaneOud
Koutaiba RahaliGasba, Ney
Aurélien Joucla, Audrey BedosChoirs
Produziert von: Kevin Codfert Länge: 52 Min 22 Sek Medium: CD
01. Jasmin (Intro)07. The unburnt
02. Believer08. I want to Die
03. Get your freedom back09. Duat
04. Nobody's lives10. Endure the silence
05. The Needle11. Storm of lies
06. Through your eyes

Logo Myrath

MYRATH stammen ursprünglich aus dem afrikanischen Mittelmeeranrainer Tunesien. Auch wenn sich das Land seit dem "arabischen Frühling" grundlegend verändert hat, sind Heavy Metal Bands und Fans im Islam noch immer eine gefährdete Spezies, weswegen MYRATH möglicherweise nun ihre Zelte im französischen Nanterre (einem Vorort von Paris) aufgeschlagen haben.
Als ehemalige Kolonialmacht bot sich Frankreich natürlich schon wegen der Sprache an, die in Tunesien neben der Amtssprache Tunesisch-Arabisch noch immer weit verbreitet ist.

Die Band wurde 2001 in der Küstenstadt Ezzahra als Death Metal Coverband gegründet und nannte sich zuerst XTAZY. Nach etwa zwei Jahren verlegte man sich für weitere zwei Jahre auf reine SYMPHONY X Cover Gigs.
Anfang 2005 brachte man in dem Line Up Malek Ben Arbia (guitars), Fahmi Chakroun (drums), Oualid Issaoui (guitars), Elyes Bouchoucha (keys und vocals) sowie Zaher Ben Hamoudia (bass) eine selbstproduzierte 8-track EP namens "Double Face" heraus, die es nur in Tunesien gab. Im Zuge des Crowdfunding für ihr aktuelles Album wurden die Songs als USB Flash Drive neu aufgelegt.

2006 änderte die Band ihren Namen in MYRATH, was so viel bedeutet wie Erbe oder Vermächtnis (engl. Legacy) und lernte bei einem Supportgig für Robert Plant und ADAGIO deren Keyboarder Kevin Codfert kennen und schätzen, der seitdem als Produzent der Band fungiert.
Unter seine Rigide erschienen bis heute die vielbeachteten Longplayer "Hope" (2007), "Desert Call" (2010) und "Tales Of the Sands" (2011). Letztere eröffneten einen eigenständigen Stilmix, Progressive Power Metal mit traditioneller arabisch-tunesische Folklore, die Geburtsstunde des sog. "Oriental Metal".

© earMusic via CMM

Mit "Legacy" schiebt nun die Band ihr quasi selbstbetiteltes viertes Album nach. Die Besetzung hat sich bis auf den Platz hinter der Schießbude etabliert und auch Produzent Kevin Codfert ist wieder mit an Bord. Seit dem Vorgänger waren MYRATH als gefragter Support Act von u. a. DREAM THEATER, HIM, W.A.S.P., ORPHANED LAND, SYMPHONY X oder TARJA sowie diversen Festivals und Headlining Tours in der ganzen Welt unterwegs und scheinen nun ihren Stil gefunden und gefestigt zu haben.

Die neuen Songs treten zwar das "Erbe" ihrer Vorgänger an, um im Bild zu bleiben, aber der progressive Aspekt tritt zu Gunsten eines straighten Symphonic Power Metal ein wenig in den Hintergrund. Ein paar krude Breaks oder eine funkige Bass Einlage reichen da kaum aus und das eine Band traditionelle Instrumente und Folklore ihrer Heimat in ihre Songs einfließen lässt, ist dafür auch kein Kriterium.
Das soll aber beileibe keine negative Kritik darstellen, im Gegenteil, denn dadurch, dass sich die Band nicht mit der Bürde, die Quadratur des Kreises zu lösen, herumschlagen muss, gelingt ihr ein faszinierendes Opus, welches sich durch seinen mediterranen Zungenschlag von der Masse vergleichbarer Veröffentlichungen abhebt.
Metal aus Tausendundeiner Nacht.

In diesem Sinne wollten MYRATH auch einen Videoclip erschaffen, den man so noch nicht gesehen hätte und starteten zur Realisierung ein entsprechendes Crowdfunding Projekt. Herausgekommen ist ein beindruckender Kurzfilm, irgendwo zwischen "Indiana Jones", "Prince of Persia" oder "Die Mumie", zu dem der Opener des Albums den passenden Soundtrack liefert.
Film ab:

Ralf Frank, (Artikelliste), 29.04.2016