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Under Cöver
Motörhead
Under Cöver, Silver Lining Music, 2017
Lemmy KilmisterGesang & Bass
Phil CampbellGitarre & Gesang
Mikkey DeeSchlagzeug
Gastmusiker
Biff ByfordGesang
Produziert von: Cameron Webb, Bob Kulick, Bruce Bouillet, Billy Sherwood & Peter Solley Länge: 41 Min 54 Sek Medium: CD
01. Breaking The Law07. Sympathy For The Devil
02. God Save The Queen08. Hellraiser
03. Heroes09. Rockaway Beach
04. Starstruck10. Shoot 'Em Down
05. Cat Scratch Fever11. Whiplash
06. Jumpin' Jack Flash

MOTÖRHEAD haben über die Jahre immer mal wieder einen favorisierten Song rausgesucht und ihn auf ihre Art und Weise gecovert - ihm den typischen Rock’n’Roll Touch verliehen, mit den extra Kanten und Ecken. Die besten dieser Coversongs werden nun auf "Under Cöver" veröffentlicht. Elf Songs sind am Ende ausgewählt worden, die zwar nicht von Lemmy & Co. komponiert wurden, aber trotzdem alle mit dem einzigartigen MOTÖRHEAD-Feeling und –Vibe daherkommen, für den die Hard Rock-Welt Lemmy zu ihrem inoffiziellen „Gott“ erkoren hat – und diesen bekommen nun diese Stücke verpasst.

Einige der Lieder waren schon zuvor veröffentlicht worden und wurden nun für diese Kompilation nur zusammengetragen. So erschien das Cover der JUDAS PRIEST-Nummer Breaking The Law, die dieses Album eröffnet, bereits 2008 auf dem Tribute-Album “Hell Bent Forever – A Tribute To JUDAS PRIEST“ – und war dort schon das Highlight der Scheibe. Und so war es eigentlich immer, wenn MOTÖRHEAD einen Song für eines dieser Tribut-Alben aufnahmen, dann konnten die anderen Bands eigentlich einpacken. Weitere Beispiele gefällig? Gerne doch: so etwa beim TWISTED SISTER-Track Shoot ‘Em Down der aus dem 2001er Werk “Twisted Forever“ herausstach. Oder aber die METALLICA-Hymne Whiplash, die sich Lemmy, Mikkey und Phil für “METALLICA Attack – The Ultimate Tribute“ vornahmen – und nach Ansicht von Lemmy sogar schneller spielten als das Original. Diese Songs sind hier natürlich alle vertreten.

Daneben sind auf “Under Cöver“ aber natürlich auch eine ganze Reihe von Liedern enthalten, die MOTÖRHEAD bereits zuvor auf offiziellen Alben veröffentlicht hatten: so war es der SEX PISTOLS-Klassiker God Save The Queen der Band Wert, ihn auf ihre 2000er Werk “We Are Motörhead“ zu packen. Und über das Ted Nugent-Cover Cat Scratch Fever vom “March Ör Die“-Album soll Lemmy gesagt haben, dass es besser ist als das Original – und wer würde Lemmy widersprechen wollen? Die ROLLING STONES schafften es sogar mit gleich zwei ihrer Hymnen, die Band von einer jeweiligen Cover-Version zu überzeugen. So kam Jumpin‘ Jack Flash als Bonus-Track auf der Wiederauflage von “Bastards“ zum Zuge und Sympathy For The Devil landete auf dem letzten Studio-Album “Bad Magic“. Und den Track Hellraiser kennen viele Fans natürlich sowohl von Ozzy Osbourne als auch von “March Ör Die“ .

Aber hier nur Tracks zusammen zu tragen, die jeder echte Anhänger der Band ohnehin schon im Schrank stehen hat, kam dann nicht in Frage. Und so haben die Macher dieser Zusammenstellung noch ein paar Schätze ausgegraben. Da wäre zum einen die gelungene Version des RAMONES-Krachers Rockaway Beach, der als sehr gut klingendes Demo vorliegt und zeigt, wie gut die musikalische Verbindung des Hard Rock- und der Punk-Legende funktioniert (ähnlich wie ja zuvor schon bei den SEX PISTOLS). Die wahren Highlights sind dann aber aus meiner Sicht zwei andere Songs. Zum einen wäre da eine superbe Version des alten RAINBOW-Klassikers Starstruck. Da es Lemmys Gesundheitszustand damals wohl nicht zuließ, das Lied selber zu singen (wie schwach er bei Stimme war, kann man an mancher Stelle deutlich hören), bat die Band ihren alten Freund und SAXON-Frontmann Biff Byford hinzu, der einen prima Job gemacht hat. Das Lied ist wirklich rundum gelungen. Und das gilt auch für das andere Stück nämlich David Bowies Heroes. Der Song wurde während der "Bad Magic"-Session im Jahr 2015 aufgenommen und ist einer der letzten Songs, die die Band zusammen aufgenommen hat. Gitarrist Phil Campbell sagte dazu: "Es ist so ein großartiger Bowie-Song, einer seiner besten und ich konnte mir vorstellen, dass es sehr gut werden würde, und so war es auch. Lemmy hat unsere Version geliebt". Und Mikkey Dee ergänzt: "Lemmy war sehr, sehr stolz auf den Song, nicht nur weil er so gut geworden ist, auch weil es sehr viel Spaß gemacht hat. Und das sollte ja so sein, das diese Art von Projekte einfach nur Spaß machen".

“Under Cöver“ ist – und das liegt in der Natur der Sache – natürlich nicht unverzichtbar für Fans der Band. Und trotzdem werden sie sich dieses Album wohl in den heimischen Schrank stellen. Zum einen, weil es eben eines der letzten Werke aus dem Studio von MOTÖRHEAD sein dürfte. Zum anderen, weil es natürlich immer noch diesen komplett eigenständigen, unverfälschten und einfach packenden Rock ‘n‘ Roll-Spirit transportiert. Hinzu kommt, dass MOTÖRHEAD noch nie eine schlechte Cover-Version gespielt haben, sondern den Nummern eben immer das besondere MOTÖRHEAD-Feeling mitgegeben haben, ohne den Song dafür zu verändern. Insofern ist “Under Cöver“ ein absolut lohnenswertes Album voller gelungener Versionen bekannter Lieder – aber mit einem neuen Spirit vorgetragen.

Marc Langels, (Artikelliste), 23.08.2017