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Live At Bergisel
Mother's Cake
Live At Bergisel, Membran, 2018
Yves KrismerGesang & Gitarre
Benedikt TrenkwalderBass
Jan HaußelsSchlagzeug & Gesang
Gastmusiker
Charly MairPercussion
Andreas HaslacherKeyboards
Produziert von: Mother's Cake & Stefan Penz Länge: 43 Min 30 Sek Medium: CD
01. Intro/Streetjaman04. Isolation
02. The Killer05. Blank Soul
03. Hide And Seek06. Gojira

Viele Live-Aufnahmen tragen die Namen der berühmten Orte, an denen sie entstanden sind, insbesondere dann natürlich, wenn es sich um ikonische Orte wie etwa das Budokan in Tokyo oder aber Festivals wie das Montreux Jazz Festival handelt. Manches Mal sind es aber auch ganze Länder oder große Städte, die da genannt werden. Insofern sticht der Titel des ersten Live-Albums von MOHER‘S CAKE deutlich heraus: “Live At Bergisel“. Dahinter scheint also eher das gute alte Motto gesteckt zu haben: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Schließlich hat die Band auch schon Konzerte in großen Städten wie Paris und London oder auch in Ländern wie Australien gespielt, so dass sie auch dort hätte aufnehmen können, aber die drei Musiker entschieden sich für das naheliegende und für ein gewagtes Experiment. Denn “Live At Bergisel“ nimmt sich ein Beispiel an PINK FLOYD und deren “Live At Pompeii“, sprich die Band spielt zwar live aber ohne Publikum in einem leeren Skisprung-Stadion. Und da kommt gleich der große Haken, denn was bei PINK FLOYD eben insbesondere durch den Filmmitschnitt von Adrian Maben wirkte, das kommt bei MOTHER‘S CAKE in der vorliegenden CD-Version nicht zum tragen. Denn man sieht die Musiker nicht in der Einsamkeit und Kälte (aufgezeichnet wurde an einem Wochenende im Januar) gemeinsam musizieren und interagieren, sondern man kann ihnen dabei nur zuhören.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: das machen sie hervorragend und auch packend. Aber eine Live-CD ohne wirkliche Live-Atmosphäre wirkt irgendwie befremdlich auf den Hörer, wenn er eben nicht das Drumherum sieht. Insofern hätte es genau so gut “Live At The Proberaum“ sein können, nur dass sie da diesen wunderbaren offenen Klang wohl nicht hinbekommen hätten. Als oberste Prämisse galt aber ohnehin einfach nur das Einfangen einer echten, ungekünstelten Liveatmosphäre inmitten der malerischen Tiroler Bergkulisse. Hier hört man eine echte Band, die aus und mit Überzeugung und aus tiefster Seele bei der Sache ist, die am wichtigsten ist – und das ist nun einmal die Musik.

Das Tiroler Trio hat in den knapp zehn Jahren gemeinsamer Bandgeschichte nun schon einiges können. Sie haben drei Alben (“Creation‘s Finest“, “Love The Filth“ und “No Rhyme No Reason“) gemacht, die allesamt ihre ganz eigene Interpretation von psychedelisch angehauchter Rockmusik darstellen. Sie haben in ihrer Heimat sowohl den „Austrian Newcomer Award 2013“ als auch eine Nominierung für den „Amadeus“-Award erhalten. Aber ihre größte Leistung dürfte darin bestehen, dass sie sich immer treu geblieben sind, keine falschen Kompromisse eingegangen sind und einfach ihr Ding durchziehen. Musik um der Musik willen eben. Und dazu gehört eben auch mal ein Live-Album ohne Publikum in einem Skisprung-Stadion bei minus zehn Grad aufzunehmen. Das klingt dann eben nicht unbedingt so, wie man das von Live-Alben gewohnt ist, aber geil ist die Musik darauf schon geworden – und nur darum geht es ja im Endeffekt.

Marc Langels, (Artikelliste), 18.09.2018