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The Complete Discography
"Mother's Army" (1993)
"Planet Earth" (1997)
"Fire On The Moon" (1998)
Alternatives Cover
Mother's Army
The Complete Discography, ear MUSIC/Edel, 2011
Joe Lynn TurnerLead & Backing Vocals
Jeff WatsonGuitars, Keyboards, Backing Vocals
Bob DaisleyBass
Carmine AppiceDrums, Percussions, Backing Vocals
Aynsley DunbarDrums on CD 3***
Guests:
Will SetzerBackground Vocals*
John ChrisleyHarmonica on Track 8*
Daniela BischelEsraj**
Habib KhanSitar, Indian Vocals on Track 6***
George MichalskiKeyboards***
Kristina KoprivaViolin***
Abdul TadpyBacking Vocals on Track 6***
Produziert von: Bob Daisley, Jeff Watson Länge: 146 Min 01 Sek Medium: 3CD
CD 1 [50:58]Mother's Army* (1993)
1. Mothers Army7. Get a Life
2. Darkside8. By Your Side
3. Dreamtime9. Voice of Reason
4. One Way Love10. Anarchy
5. Second Nature11. Save Me
6. Memorial Day12. Mothers Army (Reprise)
CD 2 [44:53]Planet Earth** (1997)
1. Circle of Hands6. Seas of Eternity
2. Cradle to the Grave7. The Child Within
3. Misery Me8. One Common Law
4. Planet Earth9. Mother Earth
5. For the Moment
CD 3 [50:10]Fire On The Moon*** (1998)
1. N.D.E7. No Religion
2. Way of the World8. Moruroa Atoll
3. A Day in the Night9. The Code
4. Fire on the Moon10. The Lonely
5. Do What I Like11. Another Dimension
6. Common Ground

Logo Mothers Army

MOTHER'S ARMY waren eine All-Star-Band, die sich Anfang der 90er aus Jeff Watsons (ex-NIGHT RANGER) Solo-Projekt LONE RANGER entwickelte hatten.

Nach dem Split von NIGHT RANGER trommelte Watson unter dem clever gewählten Banner LONE RANGER eine beachtliche Riege befreundeter Musiker zusammen um 1992 ein Solo-Instrumental-Album einzuspielen, mit dabei neben ex-Kollege Brad Gillis u. a. Allan Holdsworth, Steve Morse oder Sammy Hagar auch die späteren ARMY Mitstreiter Carmine Appice und Bob Daisley.
Nach einer richtungsweisenden Japantour wurde Joe Lynn Turner als Sänger mit ins Boot geholt und die Band in MOTHER'S ARMY umbenannt, allerdings sollte diese Formation nur als ein reines Studio-Projekt bestehen bleiben.

In den USA und Europa überflutete zu der Zeit gerade die Grunge-Welle den Metalmarkt und für Old School Hair-Metal oder Classic Rock wurden die Rückzugsräume eng, Japan war einer der wenigen Märkte, wo sich derartige Musik angeblich noch verkaufen ließ, andere Märkte wurden kurzum einfach vernachlässigt. Meiner Meinung nach ein Fehler, denn MOTHER'S ARMY hatten durchaus das Potenzial, dagegen zu halten, immerhin konnte man ein Line-Up in die Waagschale werfen, welches die verbliebenen Metal-Fans mit den Zungen hätten schnalzen lassen.

Sänger Joe Lynn Turner wirkte mit seiner außergewöhnlichen Stimme schon bei RAINBOW oder Yngwie Malmsteen mit. Gitarrist Jeff Watson arbeitete neben den besagten NIGHT RANGER u. a. schon mit Ken Tamplin zusammen, während Bob Daisley auch bei RAINBOW, Gary Moore, OZZY und URIAH HEEP die Basssaiten anschlug. Carmine Appice, der die Band auf den ersten beiden Veröffentlichungen am Schlagzeug begleitete, spielte auch schon für PINK FLOYD, Ted Nugent und OZZY.
Auf dem 1998 veröffentlichten Album "Fire On The Moon" wurde Appice durch Drummer Aynsley Dunbar, der auch schon bei JOURNEY, WHITESNAKE und JEFFERSON STARSHIP getrommelt hat, mehr als gleichwertig ersetzt. Die Liste ließe sich im Übrigen endlos fortsetzen, alle Beteiligten gehören nach wie vor zum Who's Who der Rockwelt.

Das 1993er Debut war damals nur in Japan erschienen und nur über teuren Import erhältlich, da es kaum beworben wurde, die Band nie auf Tour ging und nach Fertigstellung des Albums auch erst einmal wieder getrennte Wege ging, ist es nicht verwunderlich, dass es in unseren Breiten mehr oder weniger unbekannt geblieben ist. Dabei handelt es sich bei "Mother's Army" im Grunde um ein feines Hard Rock Album im Stile von MR. BIG oder BADLANDS, melodisch, technisch anspruchsvoll mit einer Prise Bluesfeeling versehen, in Zeiten wo BLACK COUNTRY COMMUNION oder CHICKENFOOT abgefeiert werden, MR. BIG ein Comeback versucht, eigentlich genau der richtige Zeitpunkt für ein Re-Release. An dem Album gibt es kaum etwas zu mäkeln, einzig der schwache Sound verwundert etwas, so was ist man von so einer mit allen Wassern gewaschenen Band und vor allem von Japan Importen nicht gewohnt.
"Planet Earth" (1997) macht es da deutlich besser und beeindruckt den Hörer mit glasklarer Stimme, sozialkritischen Texten, feinen Arrangements allerdings auch mit stark verändertem Stil. Das Album ist wesentlich ruhiger und driftet zum Teil schon eher Richtung ASIA oder SAGA, in den rockigeren Phasen vielleicht sogar RUSH, aber ohne den Genannten Konkurrenz machen zu können bzw. zu wollen. Diese Entwicklung schien Carmine Appice nicht sonderlich geschmeckt zu haben und so verließ er die Band anschließend Richtung PEARL.
Wäre er noch geblieben, hätte er an dem Nachfolger "Fire On The Moon" (1998) vermutlich seine helle Freude gehabt, denn hier stimmt sowohl Sound, Songwriting und der entsprechende Härtegrad. Das Album vereinigt den knackigen Hair-Metal des Debuts mit den ausgeklügelten Melodien des Zweitwerkes und erinnert vielleicht noch einmal mehr an MR. BIG in deren Frühphase.
"Fire On The Moon" gab es kurz darauf (wie auch "Planet Earth") über USG/Warner als Europa-VÖ und bekam gegenüber dem Japan Import ein alternatives Cover spendiert.
Geholfen hat es allerdings nichts, MOTHER (Natures) ARMY verschwand danach sang- und klanglos von der Bildfläche. Die Protagonisten gingen ihrer Wege, Bob Daisley hospitierte bei DIO auf deren Skandinavien Tour und Gerüchte über eine RAINBOW Reunion mit Daisley und Dio machten die Runde, woraus jedoch letztendlich nichts wurde. Zwischenzeitlich gab es wohl auch Pläne für ein weiteres MOTHER'S ARMY Projekt, welches bisher aber nicht realisiert wurde.

Möglicherweise gibt die Veröffentlichung dieser "The Complete Discography" ja die nötige Starthilfe. Die drei CDs erscheinen zusammen in einem Doppel-Jewel-Case inkl. Text-Booklet, von dem angekündigten Deluxe-Digi-Pak hat man anscheinend zugunsten eines attraktiveren Preises abgesehen, sodass alle Altrocker hier bedenkenlos zugreifen und ihre Sammlung vervollständigen können, aber auch für die neuen Retro-Fans gibt es hier einen kleinen Schatz zu entdecken.

Ralf Frank, (Artikelliste), 26.06.2011