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Kingdoms Disdained
Morbid Angel
Kingdoms Disdained, Silver Lining Music, 2017
Trey AzagthothGitarre
Steve TuckerGesang & Bass
Scotty FullerSchlagzeug
Gastmusiker
Daniel Vadim VonGitarre (Solo in Declaring New Law (Secret Hell))
Produziert von: MORBID ANGEL & Erik Rutan Länge: 49 Min 37 Sek Medium: CD
01. Piles Of Little Arms07. The Pillar Crumbling
02. D.E.A.D.08. For No Master
03. Garden Of Disdain09. Declaring New Law (Secret Hell)
04. The Righteous Voice10. From The Hand Of Kings
05. Architect And Iconoclast11. The Fall Of Idols
06. Paradigms Warped

Die Geschichte des Death Metal wurde ganz wesentlich geschrieben von Bands wie CELTIC FROST, DEATH, OBITUARY, POSSESSED und auch MORBID ANGEL, die Mitte der 1980er Jahre gegründet wurden und gegen Ende des Jahrzehnts mit ihren ersten Werken alles bis dahin dagewesene auf einmal zahm und bieder erschienen ließen. Die erfolgreichste dieser Gruppen dürfte aber ohne Zweifel der „kranke Engel“ um Gitarrist Trey Azagthoth (der bürgerlich George Emanuel III heißt). Es gelang der Band mit ihrer extremen und düsteren Form des Death Metal in den US-Charts einmal bis in die Top Ten vorzudringen und vier weitere Male unter die Top 30 zu gelangen. Den größten Erfolg feierten sie dabei überraschenderweise mit ihrem wohl kontroversesten Werk, “Illud DIvinum Insanus“, für das sie insbesondere von ihren langjährigen Fans ordentlich Kritik einstecken mussten.

Danach folgte das große Stühlerücken: Sänger und Bassist David Vincent musste die Band verlassen, Schlagzeuger Tim Yeung und der zweite Gitarrist Thor Anders „Destructhor“ Myhren erklärten ihren freiwilligen Abgang. Für Vincent kehrte ein „guter, alter Bekannter“ an den Posten am Mikrofon und den vier Saiten zurück: Steve Tucker, der schon von 1996 bis 2001 und noch einmal von 2003 bis 2004 dabei war, kam wieder an Bord. Neuer Drummer ist Scotty Fuller (Ex-ANNIHILATED, -ERRORGEIST, -INCINERATED DIVINITY). Zusammen machten sie sich ans Werk, um ein wahres Death Metal-Monster zu erschaffen, das sich wie das Geschöpf auf dem Cover daran macht, alles niederzumachen, was sich ihm in den Weg stellt – und zudem den negativen Eindruck zu korrigieren, der durch den Einfluss von Industrial Metal auf dem letzten Album entstanden war.

Denn was man über “Kingdoms Disdained“ schon nach dem ersten Hören sagen kann: MORBID ANGEL sind zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und bieten ursprünglichsten und fiesesten Death Metal, so wie man ihn von der Band gewohnt ist. Der Auftakt mit Piles Of Little Arms, D.E.A.D. sowie Garden Of Disdain sind Gift und Galle in Notenform gegossen. Und auch danach gehen MORBID ANGEL kaum einmal mit dem Fuß vom Gaspedal, so wird Fuller auch bei The Righteous Voice in seinen Fähigkeiten extrem herausgefordert. Spätestens dann dürften die Fans wieder mit der Band versöhnt sein. Aber nur Vollgas wäre auf die Dauer einer ganzen Scheibe dann doch ein wenig zu eintönig, daher haben Azagthoth, Tucker und Fuller auch ein paar echt mörderische Groove-Maschinen wie Architect And Iconoclast, Paradigms Warped oder The Pillars Crumbling auf das Album gepackt, die sich nachhaltig in die Gehörgänge wuchten und “Kingdoms Disdained“ zu einem mächtigen „Alterswerk“ der Band machen.

Nicht nur werden MORBID ANGEL mit diesem Werk ihre Kritiker – auch innerhalb der Fan-Reihen - zum Verstummen bringen. Sie transportieren das Genre vielmehr machtvoll und nachdrücklich in die Gegenwart und zeigen, dass es auch nach mehr als 30 Jahren noch relevant ist. Die Aggression und die Wut sind auch nach der langen Zeit nicht verflogen, sondern leben weiter. Und so kraftvoll, packend und begeisternd wie auf diesem Album at man Death Metal schon längere Zeit nicht mehr gehört. MORBID ANGEL haben ihren rechtmäßigen und angestammten Platz als die lebenden Könige dieser Musik wieder eingenommen.

Marc Langels, (Artikelliste), 30.11.2017