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Let The Good Times Roll
Molly Hatchet
Let The Good Times Roll, Cannonball/Soulfood, 2016
Jimmy FarrarVocals (CD 1)
Danny Joe BrownVocals, Harmonica (CD 2)
Dave HlubeckGuitar
Steve HollandGuitar
Duane RolandGuitar
Banner ThomasBass
Bruce CrumpDrums
Produziert von: keine Angaben Länge: 129 Min 40 Sek Medium: CD
CD 1 - Live At The Los Angeles Palladium, Feb 23, 1982:
01. Beatin' The Odds07. Gator Country
02. Let The Good Times Roll08. Dreams I'll Never See
03. It's All Over Now09. Flirtin' With Disaster
04. Lady Luck10. Bounty Hunter
05. One Man's Pleasure11. Bloody Reunion
06. Dead Giveaway12. Boogie No More
CD 2 - Live At The Agora Ballroom, Apr 20, 1979:
01. Bounty Hunter07. Dreams I'll Never See
02. Let The Good Times Roll08. Trust You Old Friend
03. Gator Country09. The Harp Jam
04. The Creeper10. One Man's Pleasure
05. T For Texas11. Crossroads
06. Big Apple12. Boogie No More

Das kann man jetzt drehen und wenden, wie man will, letztlich waren MOLLY HATCHET die einzige Ernst zunehmende Konkurrenz für LYNYRD SKYNYRD. Und wenn man die entsprechende Zeit betrachtet und Anhänger eines kernigeren und härteren Sounds war, dann waren HATCHET Ende der 70er/Anfang der 80er ohnehin die bessere Empfehlung. Ja, ich weiß, SKYNYRD waren da ohnehin außer Gefecht, aber die Platten gab es ja und wenn man ordentlich Spaß haben wollte – und dem Southern Rock zugetan war – dann warf man eine von MOLLYs ersten Scheiben auf den Drehteller!
Insofern hat diese Doppel-CD schon den richtigen Titel: “Let The Good Times Roll“!
Die “Agora Ballroom“-Geschichte ist in einschlägigen Kreisen bereits gut bekannt, aber zumindest mir war die erste CD dieser Veröffentlichung bisher nicht bekannt. Zwei Radiomitschnitte aus der besten Zeit dieser Band? Da kann nicht viel falsch laufen!

Chronologisch falsch, aber wen schert’s, beginnen wir im Jahr 1982 und das heißt natürlich, das Jimmy Farrar am Mikro steht und ordentlich röhrt. Und die Nummer, mit denen das Konzert beginnt, ist natürlich Beatin‘ The Odds, vom gleichnamigen Album (1980). Nebenbei bemerkt, eine der geilsten Southern-Rocker überhaupt! Hier etwas langsamer als auf der Studioversion gespielt, aber man hatte ja noch ein ganzes Konzert vor sich. Wenn dann als nächster Song gleich Let The Good Times Roll folgt, stellen sich wohl nicht bloß bei Rednecks die Nackenhaare: Die Drei-Gitarren-Armee in „full flight“! Der Sound passt übrigens absolut. Und es wird weiter getrieben, mit It’s All Over Now. Die Herren Hlubeck, Holland und Roland sind in absoluter Spiellaune und Bestform. Und das Publikum hörbar in Feierlaune. Lady Luck nimmt das Tempo etwas raus, aber ich hab die Nummer (vom 1981er “Take No Prisoners“-Album) immer gemocht.
One Man’s Pleasure wildert dann etwas im Country-angehauchten Bereich von SKYNYRD, allerdings mit deutlich mehr Härte.
Ebenfalls von “Take No Prisoners“ kommt das leicht vertrackte Dead Giveaway, bevor Gator Country bei allen Hörern für eine weitere Gänsehaut-Welle sorgt. Southern Rock at it’s best! Dreams hinterher, da bebt die Halle! Da wird nicht zurückgeschaut und keine Gefangenen genommen, da wird Flirtin‘ With Disaster hinterher geschleudert. Also die Band, in der Besetzung… da kann die spätere Pudel-Truppe nicht gegen anstinken. So ein Feuerwerk, wie hier mit Bounty Hunter, Bloody Reunion und Boogie No More abgebrannt wird, das erinnert schon an Hard’n’Heavy-Kapellen, wie SAXON.

Drei Jahre früher war natürlich noch Danny Joe Brown, der “Original-Sänger“, der Mann am Mikro. Mir war, ehrlich gesagt, Farrar lieber, aber das mag auch daran liegen, dass “Beatin‘ The Odds“ mein erstes Album der Band war. Nichtsdestotrotz kommt Brown hier teilweise nicht so gut durch, dafür setzen sich die Gitarren noch deutlicher in Szene. Wenn man so will, dann waren HATCHET 1979 noch etwas verspielter und nicht so gnadenlos auf den Punkt rockend. Soundmäßig übertönt hier der Rhythmus teilweise die Lead-Gitarre, aber das Flair des Abends kommt spätestens bei, na was? Let The Good Times Roll rüber.
Mit The Creeper gibt’s hier bereits eine Nummer, die sich nicht mit der ersten CD überschneidet. Geht etwas gemäßigter ab, aber die Gitarrenarbeit ist erste Sahne und das Slide-Solo kommt richtig gut.
Was sich auch in T For Texas fortsetzt. Mit Big Apple und gibt’s zwei weitere geniale Drei-Gitarren-Stücke vom Debütalbum mit überwiegendem Boogie-Anteil und obwohl ich nicht unbedingt der Freund von “Harp Jams“ bin, kommt beim zugehörigen Song ordentlich Stimmung auf. Sogar das Bass’n’Drums Solo kommt gut, nicht zuletzt, weil das Publikum ordentlich Stimmung macht.
Crossroads hätte ich wahrscheinlich auf die “Verzichtbar-Liste“ gesetzt. Kommt zwar gut, aber ich hätte trotzdem lieber einen weiteren HATCHET-Song gehört. Zumal, wenn sich Boogie No More anschließend wieder prächtig entwickelt. Auch Danny Joe Brown kommt mit seiner knurrigen Stimme jetzt weitaus besser durch. Die Dynamik der Nummer ist wieder einmal genial.
Ich ziehe den 1982er Set vor, ohne dass ich die 79er Aufnahme missen möchte. Wo ist dann der Kritikpunkt an diesem Album? Ach ja: Das Cover ist ein äußerst schwacher Abklatsch der legendären frühen MOLLY HATCHET LP-Cover. Ansonsten gefällt mir diese Doppel-CD besser, als die "Double Trouble Live" von 1985.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 17.03.2017