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Beside Bowie: The Mick Ronson Story
Mick Ronson
Beside Bowie: The Mick Ronson Story, Universal, 2018
Produziert von: Jon Brewer Länge: 104 Min 00 Sek Medium: DVD

Nicht jeder hat die Ambitionen, ein Star zu werden. Manch einer operiert lieber aus der zweiten Reihe. Konstruktiv und effektiv, sich bloß nicht mit fremden Federn schmücken. Mick Ronson, exzellenter Gitarrist und für anderthalb Jahre Bowies konspirativer Sidekick, stellte sein großes Talent und seine Expertise in den Dienst des extrovertierten Meisters, der ziemlich genau mit dem "The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" Album seine Superstarambitionen untermauerte.

Produzent und Regisseur Jon Brewer, der bereits in der Vergangenheit sein feines Händchen für Musikdokumentationen bewies, als er die B.B. King Retrospektive "The Life Of Riley" kreierte, nahm nun Herz und Verstand in die Hand und widmete Mick Ronson diese herrlich unterhaltsame, filmische Biografie "Beside Bowie: The Mick Ronson Story".

Für Bowie-Fans, die die wertvolle und kluge Arbeit des 1946 in Kingston upon Hull (im Norden Englands) geborenen Mannes, den die meisten seiner Freunde und Kollegen nur 'Ronno' nannten, schon immer zu schätzen wussten, eine späte, aber umso wichtigere Ehrung. Ein überfälliges posthumes Ausrufezeichen für den am 29. April 1993 an Krebs verstorbenen Gitarristen und Arrangeur, der nicht nur Bowie auf die Sprünge half, sondern auch beachtliche Produzentenjobs für Morrissey und Lou Reed hinlegte und Topstars wie John Mellencamp mit gewinnbringenden Ideen versorgte, in Bob Dylans Tour-Band spielte und eine zündende Verbindung mit MOTT THE HOOPLE Altkumpel Ian Hunter einging.

Jon Brewers Film beleuchtet auf unterhaltsame Art und Weise Ronsons Leben und Schaffen, greift auf alte TV-Sequenzen und Filmschnipsel, sowie reichlich Fotos aus der Mottenkiste zurück. Erhellend und passend zudem greift David Bowies Kommentatorenstimme aus dem 'Off' ins Geschehen ein. Eine recht glückliche Fügung, denn Mick Ronsons Witwe Suzi konnte zum Zeitpunkt ihrer Anfrage natürlich nicht ahnen, dass kurze Zeit später Bowie selbst das Zeitliche segnen würde.

Etliche Wegbegleiter und Zeitzeugen wie Bob Harris, Jon Brewer, Angie Bowie, Tony Visconti, Joe Elliott, Ian Hunter, Rick Wakeman, Lou Reed, Earl Slick, Glen Matlock und Roger Taylor kommen in Bild und Ton zu Wort und zeichnen das straffe Bild eines ebenso sympatischen wie ehrgeizigen, stets im Dienste der musikalischen Idee stehenden Mannes, der angesichts seiner angeborenen Bescheidenheit die kurze und glamouröse Phase an der Seite Bowies zwar recht aufregend, aber dennoch auch etwas befremdlich fand. Denn zum umjubelten Star im grellen Rampenlicht war Mick Ronson nicht geboren. Ronno blieb stets der hochtalentierte und zielstrebige Handwerker, der zuvorderst die volle Aufmerksamkeit und seine Individualität in das Gelingen seiner diversen Projekte steckte.

Frank Ipach, (Artikelliste), 01.07.2018