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A Decade Of The Mad Axeman
Michael Schenker
A Decade Of The Mad Axeman, in-akustik, 2018
Michael SchenkerGuitar
Gary Barden, Michael Voss, Doogie White, , Robin McAuley, Graham BonnetVocals
Don Airey, Wayne Findley, Steve MannKeyboards
Chris Glenn, Neil Murray, Francis Buchholz, Elliott "Dean" Robinson, Pete WayBass
Simon Phillips, Brian Tichy, Ted McKenna, Herman Rarebell, Chris SladeDrums
Special Guests:
Jeff Scott SotoVocals on Doctor Doctor
Leslie West, Michael AmottGuitar on How Long
Rudolf SchenkerGuitar on Rock You Like A Hurricane, Hanging On and Doctor Doctor
Produziert von: Michael Schenker, Michael Voss, Romi Schickle, Siggi Schwarz, Koko Akutsa Länge: 153 Min 50 Sek Medium: CD
CD 1 - The Studio Recordings:
01. I Want You09. Lord Of The Lost And Lonely
02. Night To Remember10. To Live For The King
03. Cross Of Crosses11. Land Of Thunder
04. Ride On My Way12. Black Moon Rising
05. Miss Claustrophobia13. Live And Let Live
06. Before The Devil Knows You're Dead14. Rock City
07. Storming In15. Saviour Machine
08. How Long16. Bulletproof
CD 2 - The Live Recordings:
01. Welcome Howl09. Rock Bottom
02. Let Sleeping Dogs Lie10. Horizons
03. Rock My Nights Away11. Lights Out
04. Attack Of The Mad Axeman12. Vigilante Man
05. Rock You Like A Hurricace13. Desert Song
06. Hanging On14. Love Is Not A Game
07. Doctor Doctor15. Doctor Doctor
08. Armed And Ready

Das vergangene Jahr mag nicht das berauschendste gewesen – wenn man sich Wetter, Politik und den Abwärtstrend der Umwelt anschaut - , aber musikalisch gab’s durchaus ein paar Highlights. Die Wiedervereinigung von D’Artagnan (bürgerlich Michael Schenker) mit den drei Musketieren (heutzutage: Barden, Bonnet und McAuley) zum “Michael Schenker Fest“ zähle ich da durchaus zu den freudigen Ereignissen. Im fernen Osten begonnen, erreichte uns die Party dann auch hierzulande.
Weil sich das Jahrzehnt seit dem 2007er Album „In The Midst Of Beauty“ also perfekt abschloss, lag es nahe, diese Dekade mit einem Album zu feiern.

Und ein Doppeltes ist es gleich geworden. Die “The Studio Recordings“ betitelte CD greift sich aus den in diesem Zeitraum erschienen MSG- und TEMPLE OF ROCK-Alben je vier Songs und bringt so 16 Songs auf die Waage, die natürlich mit den “who is who“ der härteren Rockgeschichte gespickt sind.
War nicht jedes Album so, dass man sich da von Vorn bis Hinten dran erfreut hat, aber mit diesen Auszügen rollt die ganze Geschichte nicht übel. Ich meine, Night To Remember ist jetzt nicht der genialste Rocksong aller Zeiten und müht sich eher etwas beliebig dahin, aber wenn Schenker im Solo von der Leine gelassen ist, dann ist das zumindest einen “Guitarpart to remember“. Im Hintergrund werkeln bei Songs drumherum Stars wie Neil Murray , Don Airey und Simon Phillips – was soll da schief laufen?
Auf dem folgenden Album, “Temple Of Rock“, sind weitere Tiefton-Spezialisten, wie Pete Way und Chris Glen, mit an Bord und Michael Voss steht am Mikro. Der bringt mehr Härte mit rein, was sich auch im Sound und Stil niederschlägt, hat aber nicht den Wiedererkennungsklang von Gary Barden in der Stimme. Der “Generationen Guitar Battle“ How Long darf hier nicht fehlen, wenn Michael Amott und Leslie West mit in die Saiten greifen und ordentlich abdudeln.

Für “Bridge The Gap“ wechselte wieder mal der Sänger und Ex-Rainbow Shouter Doogie White übernahm. Gut, der hatte natürlich noch den seligen Ronnie im Hinterkopf und orientiert sich da teilweise dran und selbst Schenker hat in Nummern wie Lord Of The Lost And Lonely etwas Blackmore’sches. Die Nummern mit White sind allesamt nicht übel, kommen relativ heavy, entfernen sich aber auch ziemlich vom einstigen MSG-Sound. Heißt ja auch TEMPLE OF ROCK jetzt.
Trotzdem scheint es mir, als fühlte sich Schenker im gewohnten, mehr melodie-orientierten Stil mehr zu Hause. Mir irrt er bei diesen Songs etwas zu ziellos umher.
Was sich natürlich gleich komplett anders darstellt, auf der zweiten, der “The Live Recordings“-CD. Die strotzt vor Klassikern aus Michael Schenkers Schaffen und ist für sich genommen schon ein kleines “Schenker Fest“. Der Welcome Howl ist noch etwas Vorgeplänkel, aber dann richten sich bei Let Sleeping Dogs Lie die ersten Nackenhärchen auf. Barden müht sich wie gehabt, bei dieser 2000er Tokyo-Fassung etwas, kommt aber doch passabel rüber. Frühe Krönung dieser Doppel-CD ist natürlich deren Titelsong. So perfekt haben Melodie- und Hard Rock selten geklungen.
Ein paar Schmankerl gibt’s auch. Die SCORPIONS-Nummer Rock You Like A Hurricane mit Bruder Rudolf als Gast (ja, Matthias Jabs, da hör mal beim Solo gut hin) und der UFO-Evergreen Doctor Doctor mit Pete Way. Beides beim ”High Voltage Festival” 2011 aufgenommen. Dazu je drei Songs vom “On A Mission Live In Madrid”-Mitschnitt, bzw. dem 2016er “Michael Schenker Fest“. Bei Letzterem natürlich mit Graham Bonnett bei Desert Song und dem besagten drei Musketieren Barden, Bonnett, McAuley beim finalen “Chefarzt“ am Mikro.
Wer all die Alben hat muss nicht in Panik verfallen, aber wer sie nur zum Teil – oder gar nicht im Regal hat – der tut hiermit einen guten Griff.
“Watch the attack oft he mad axeman“!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 13.02.2018