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Road To Texas
Mezcaleros
Road To Texas, Cactus Rock Records, 2011
Phil MezcalVocals, Guitars
Yvan AckermanDrums
Michel SanchezBass
Produziert von: Phil Mezcal Länge: 49 Min 11 Sek Medium: CD
01. Let It Down07. Eldorado
02. Cajun River08. Rock O'La
03. The Fox09. Love On The Screen
04. My Life Is Burning10. Breakdown Limousine
05. Hasta La Vista11. Little Jimmy
06. Gotta Go

Das junge deutsche Label Cactus Rock Records offeriert uns mit dem Franzosen Philippe Marseille einen gestandenen Blues-Rocker, der die immense Zuneigung zum Sound der drei Bärte aus Texas (ZZ Top) auf seinem neuen Album kaum verhehlen kann. "Road To Texas" ist diesbezüglich schon mal treffend betitelt. Auch der Bandname MEZCALEROS zeigt ziemlich schonungslos die Verbindung zu Billy Gibbons und seinen beiden Gefährten. Auf dem Frontcover posiert Phil Mezcal (wie er sich jetzt nennt) zudem noch als Stevie Ray Vaughan Look-Alike. Dreht man das Cover um und schaut dem Franzosen ins Gesicht, sieht er aus wie ein etwas jüngerer Bruder von Mark Knopfler. Alles schön und gut, aber wo bleibt die eigene Note?

Über Äußerlichkeiten zu räsonieren ist die eine Sache. Jeder soll seine Vorlieben so ausleben wie er mag.
Die Kehrseite der Medaille präsentiert uns jedoch eine musikalische Bandbreite, die es ebenfalls nicht schafft, über Epigonentum hinauszukommen. Nur allzu gerne waten die MEZCALEROS knietief im Sumpf ihrer Vorbilder, klingen höchstens im Segment Vocals etwas außergewöhnlich, weil Phil Mezcal seinen französischen Akzent verständlicherweise nicht ablegen kann. Das kommt in meinen Ohren jedoch etwas merkwürdig an. Denn so eine uramerikanische Blues-Rock Mischung mit französischen Zungenschlag ist schon relativ strange. Der eine oder andere Hörer mag's reizvoll finden. Ich nicht.

Dabei rockt die Musik der Mezcaleros, ganz abgesehen von ihrer tiefen Ehrfurcht gegenüber ZZ Top, stellenweise doch ganz ordentlich. Einige Songs (Let it down oder Cajun River) lassen in der Tat aufhorchen, insbesondere weil Mezcals Gitarre einen sehr amtlichen Sound fährt und die Licks und Riffs trotz aller Klischeehaftigkeit Spaß machen.
Die zwischenzeitlichen, kleinen Auflockerungen mit Blues-Harmonica, Slide Dobro und Nylon-String Guitar tun zwar ihr Übriges, können aber letztlich den mittelmäßigen Eindruck dieser Scheibe doch nicht verwischen. Bei einem Song wie Hasta La Vista offenbart sich z.B. die Misere dieser Band: es klingt ziemlich ungelenk, manchmal zu bemüht, es fehlt der lässige Groove, der Song taumelt ohne Spritzigkeit vor sich hin. Insgesamt betrachtet bleibt "Road To Texas" dann doch recht medioker.

Frank Ipach, (Artikelliste), 05.01.2012