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Wall Of Sound
Marty Friedman
Wall Of Sound, Prosthetic Records, 2017
Marty FriedmanGitarre
Gastmusiker
KiyoshiBass
Anup SastrySchlagzeug
Gregg BissonetteSchlagzeug
JinxxVioline
Shiv MehraGitarre
Jorgen MunkebyGesang & Saxophon
Produziert von: Marty Friedman Länge: 53 Min 39 Sek Medium: CD
01. Self-Pollution07. The Blackest Rose
02. Sorrow And Madness08. Something To Fight
03. Streetlight09. The Soldier
04. Whiteworm10. Miracle
05. For A Friend11. Last Lament
06. Pussy Ghost

Der US-Amerikaner Marty Friedman dürfte wohl zu den bekanntesten und am meisten respektierten Instrumental-Gitarristen der Gegenwart gehören. Das hat zwar immer noch mit seiner Vergangenheit bei den US-Thrashern MEGADETH oder seiner Zeit bei CACOPHONY zu tun, ist aber auch den zahlreichen Solo-Werken zu verdanken, die Friedman veröffentlicht hat. Das bislang jüngste, “Inferno“, erschien vor drei Jahren – und nun ist es Zeit für die “Wall Of Sound“.

Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Gordeon Music

Und der Titel des mittlerweile 13. Friedman- Werkes verspricht wahrlich nicht zu wenig. Der ja schon seit vielen Jahren in Japan lebende Gitarrist hat hier ein Hammer-Werk vorgelegt, das all seine Qualitäten in das richtige Licht rückt. Heftige Riffs, anspruchsvolle aber auch jeweils hochmelodische Soli und donnernde Rhythmen prägen dieses Album. Dabei agiert er teilweise härter als seine Ex-Band und zugleich progressiver. Denn wie er hier extrem harte Passagen mit leichten hymnischen Melodien gegenüberstellt und dabei immer noch stimmig wirken lässt, das ist hohe Kunst.

Eine hohe Kunst ist es auch, dass Friedman bei seinen Soli nie in die Falle der reinen Fingerübungen oder Frickeleien verfällt. Technisch ist sein Stil über jeden Zweifel erhaben und mancher Nachwuchsgitarrist wird sich an den Saiten-Läufen auf “Wall Of Sound“ seine Zähne ausbeißen. Aber die Lieder sind niemals nur „Hintergrund-Geräusch“, um seine Soli zu präsentieren. Die Riffs wie etwa beim Opener Self Pollution könnte man sich auch ganz exzellent bei MEGADETH vorstellen, aber dann führt Friedman das Lied ganz überraschend in einen sehr ruhigen Teil, der mit Dave Mustaine in dieser Form wohl unmöglich gewesen wäre.

Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Gordeon Music

Das beste Stück auf “Wall Of Sound“ und damit auch mein Anspieltipp für alle Interessierten ist aber Whiteworm, das mit einem faszinierenden Lauf beginnt, von einem harten Riff abgelöst wird, nach einer Minute in einen lateinamerikanischen Part übergeht, dann wieder über Metal in einen verträumten Teil hinübergleitet, bevor es das Grundgerüst wieder von vorne neu aufnimmt. Dabei verwöhnt Friedman den Hörer mit Soli in den höchsten Sphären bevor ziemlich abrupt das Ende kommt, was das einzige Manko an diesem Stück ist. Ansonsten sei noch das einzige Lied mit Gesang empfohlen, Something To Fight, bei dem wieder Jorgen Munkeby von SHINING seine Stimme und Saxophon zum Einsatz bringt.

Aus meiner Sicht hat Friedman mit “Wall Of Sound“ sein bislang bestes Solo-Album – vielleicht seit “Dragon’s Kiss“ vorgelegt. Seine Trumpfkarte - im Gegensatz zu anderen Gitarren-Helden wie Joe Satriani oder Steve Vai - ist, dass er seine instrumentalen Metal-Epen stilistisch breit fächert und nicht einem Stil verhaftet bleibt. Zudem passiert auch im Hintergrund immer enorm viel, als Beispiel sei hier nur die wundervolle Ballade For A Friend angeführt, bei der im Hintergrund das Piano ein richtige Feuerwerk abfackelt und das Lied dadurch veredelt. Mit “Wall Of Sound“ fügt Friedman seiner beeindruckenden musikalischen Vita ein weiteres Highlight hinzu, das Fans des instrumentalen Metal auf jeden Fall in ihrer Kollektion haben sollten.

Marc Langels, (Artikelliste), 01.08.2017