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Sounds That Can't Be Made (Special Edition)
Marillion
Sounds That Can't Be Made (Special Edition), Ear Music, 2012
Steve HogarthGesang, Keyboards & Percussion
Steve RotheryGitarre
Pete TrewavasBass & Gesang
Mark KellyKeyboards
Ian MosleySchlagzeug
Produziert von: Marillion & Michael Hunter Länge: 107 Min 27 Sek Medium: CD
CD 1
01. Gaza05. Montreal
02. Sounds That Can't Be Made06. Invisible Ink
03. Pour My Love07. Lucky Man
04. Power08. The Sky Above The Rain
CD 2
01. Wrapped Up In Time (Radio Session)04. Lucky Man (Demo Arrangement)
02. Power (Radio Session)05. Sounds That Can't Be Made (Live In Holland 2013)
03. Pour My Love (Radio Session)06. Invisible Ink (Live In Holland 2013)

Man kann es ja eigentlich gar nicht oft genug sagen: ich habe genug von dem Kommerzgebaren der Plattenfirmen, die schon wenige Monate oder spätestens ein Jahr nach der Veröffentlichung eines Albums mit der Special Edition, der Deluxe Edition oder der Fan Edition - oder wie immer sie es auch nennen wollen - um die Ecke kommen, um den Fans, die ja schon das Album besitzen noch ein zweites Mal für ein ja mehrheitlich bereits bekanntes Werk in die Tasche zu greifen. Bislang haben sich die britischen Prog-Heroen MARILLION diesen Machenschaften ja erfolgreich verweigert (und wenn sie es denn nach vielen Jahren dann doch taten, dann zumindest in einer würdigen Version mit überarbeitetem Sound). Nun sind sie aber auch dieser Methode anheim gefallen und veröffentlichen das jüngste Werk "Sounds That Can't Be Made" nach nur einem Jahr kurz vor der Weihnachts-Saison als Special Edition. Ein Schelm, wer sich dabei was denkt.

Nun gut, der Ärger verfliegt etwas, wenn man die Bonus-CD in den Player schiebt (die erste Scheibe ist identisch zum Original und auch soundtechnisch nicht überarbeitet, warum auch?). Sechs Tracks sind auf den zweiten Silberling enthalten. Davon gehört lediglich der Erste, Wrapped Up In Time, nicht zum Original "Sounds That Can't Be Made", vielmehr stammt er in seiner Ur-Form von "Happiness Is The Road, Volume 1: Essence". Die hier enthaltene Version wurde jedoch bei einer Radio Session aufgenommen und so verwundert es nicht, dass sich MARILLION hier eher an der bereits bekannten Variante von "Less Is More" orientieren. Dabei wird Sänger Steve Hogarth lediglich von Klavier und Gitarre begleitet. Das Stück wirkt durch diese "kleine" Besetzung sehr intim und geradezu fragil. Dabei setzen die Band und insbesondere Sänger Hogarth eben nicht auf plumpe Eingängigkeit, sondern auf Atmosphäre, um die volle Wirkung dieses Songs zu entfalten.

Aus der gleichen Session stammen die beiden folgenden Songs, Power und Pour My Love, die beide bereits von "Sounds That Can't Be Made" her bekannt sind. Aber durch die instrumentelle Reduktion und den Verzicht auf Keyboards wachsen auch sie über sich hinaus und legen eine weitere Dimension der jeweiligen Komposition frei. Insbesondere Power erinnert in dieser Variante von der Atmosphäre her sehr an "Brave" und hätte wohl auch gut auf dieses Album gepasst. Aber auch Pour My Love beweist, dass MARILLION mit ihrem Ansatz "Less Is More" schon 2009 auf dem richtigen Weg waren und diesen Ansatz ruhig einmal wieder so konsequent verfolgen sollten.

Auch beim Demo Arrangement von Lucky Man, das nun folgt, dominiert das Klavier, auf dem ein Großteil der Songs entstanden zu sein scheinen. Und wieder zeigt sich auch, dass es eben die Entstehungsformen sind, in denen viele Lieder einfach am besten funktionieren. Lediglich der zur Hälfte des Liedes einsetzende Drum Computer stört die Atmosphäre und hätte eigentlich aus meiner Sicht nicht sein müssen. Aber auch so hat der Song eine gänzlich andere Anmutung als die voll ausgearbeitete Version, die es letztendlich und vollkommen verdient auf das Album geschafft hat. Aber auch das Demo ist sehr reizvoll und eine willkommene Abwechslung.

Zur Abrundung der Bonus-CD steuern MARILLION noch zwei Live-Aufnahmen bei, die beim in den Niederlanden stattgefundenen Fan-Treffen - oder auch Convention genannt - mitgeschnitten wurden. Zum einen wäre da der Titeltrack des Albums und zum anderen noch Invisible Ink. Wer die Band schon einmal live erlebt hat, der weiß, dass sie die Stücke auf der Bühne nahezu genau so gut darbieten wie im Studio. Und das ist auch dieses Mal wieder der Fall.

MARILLION liefern auf dieser Special Edition von "Sounds That Can't Be Made" natürlich wieder Qualität en masse. Aber die Veröffentlichungspolitik bleibt natürlich fragwürdig. Wer das Album nicht schon besitzt und die moderne Ausrichtung von MARILLION goutiert, der sollte hier zugreifen. Diejenigen, die das Werk schon haben, werden es wohl auch tun, denn das etwas mehr als halbstündige Bonus-Material ist eigentlich zu gut, um es zu verpassen. Bauchgrimmen ob der Veröffentlichungspolitik hin oder her.

Marc Langels, (Artikelliste), 18.09.2012