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To Kill A King
Manilla Road
To Kill A King, Zyx Records, 2017
Mark „The Shark“ SheltonGesang & Gitarre
Bryan „Hellroadie“ PatrickGesang
Andreas „Neudi“ NeuderthSchlagzeug
Phil E. RossBass
Produziert von: Manilla Road Länge: 61 Min 35 Sek Medium: CD
01. To Kill A King06. The Talisman
02. Conqueror07. The Other Side
03. Never Again08. Castle Of The Devil
04. The Arena09. Ghost Warriors
05. In The Wake10. Blood Island

Unser aller liebstes Metal-Urgestein Mark "The Shark" Shelton ist in letzter Zeit sehr umtriebig gewesen. Noch vor ein paar Wochen hielt ich erst das sehr gelungene Zweitwerk, “Behind The Demon’s Eyes“, seines Neben-Projekts HELLWELL in der Hand. Und nun legt Shelton mit seiner Hauptband MANILLA ROAD nach. Denn deren bislang jüngstes Werk, “The Blessed Curse“, stammt ja auch schon aus dem Jahr 2014. Und da war es wirklich langsam Zeit für "To Kill A King".

Darauf zelebrieren Shelton & Co. wieder ihre ureigene Version des traditionellen Heavy Metal mit einem starken klanglichen Querverweis in die Urphase dieser Musikrichtung Mitte bis Ende der 1970er Jahre. Das liegt zum einen natürlich wieder an der MANILLA ROAD-typischen Produktion, die sich seit gefühlten Jahrzehnten nicht verändert hat. Zum anderen liegt es auch an dem Spielstil von Shelton, der hier in den ruhigen Passagen, stellenweise aber auch in den verzerrten Riffs auf offene Akkorde und Arpeggios setzt. Sein Spiel steht denn auch im Fokus des Albums, auch wenn der Meister dabei zumeist gar nicht besonders innovativ agiert, dafür aber zumeist effektiv, insbesondere in den häufig ausgedehnten Solo-Parts.

Daneben kann Schlagzeuger Andreas „Neudi“ Neuderth zeigen, was er zu bieten hat. Schon bei dem titelgebenden Opener der Scheibe, zeigt er, dass er aus der Neil Peart-Schule für talentierte Drummer kommt. Er spielt kraftvoll aber auch sehr verspielt, dabei setzt er auch in den ruhigen Phasen gerne kleine abwechselnde Fills ein, wie sie auch der RUSH-Drummer immer gerne verwendet hat. Und so muss man feststellen, dass er der Band schon ein Stück weit eine progressivere Ausrichtung verliehen hat, seitdem er dabei ist. Seine komplexen Rhythmen „unterwandern“ das ansonsten ja doch recht straighte Songwriting und gehören schon fast zu den Markenzeichen der Band.

Das Songwriting ist durch die Bank weg stark und aus meiner Sicht atmosphärisch dichter als noch bei “Mysterium“ aus dem Jahr 2013. Dabei steht das überzeugendste Stück direkt am Anfang. Diese zehn Minuten sind tatsächlich der Inbegriff dessen, wofür MANILLA ROAD seit Beginn ihrer Karriere an stehen. Power, Epik, Theatralik und Melodien vereinen sich zu einem großen Meisterwerk. Aber auch weitere Songs wie Conqueror (wobei der Gesang schon recht stark an Layne Staley von ALICE IN CHAINS erinnert), Never Again, The Arena, In The Wake, The Talisman und Blood Island sind klassischer, starker US-Heavy Metal der MANILLA ROAD-Schule, wie man ihn besser kaum finden kann. Vereinzelt mag sich die eine oder andere Länge einschleichen, wenn Shelton soliert oder auch mal nur munter vor sich hin rifft, aber überwiegend treffen die Kompositionen den Nagel auf den Kopf.

"To Kill A King" ist ein überzeugendes Metal-Werk, das MANILLA ROAD wieder von ihrer stärksten Seite zeigt. Songwriting und Klang sind typisch für Shelton und seine Band. Die Lieder sind sowohl episch als auch mit recht eingängigen Melodien versehen. Hier hört der Metal-Fan gerne genauer hin und lässt sich von der einzigartigen Atmosphäre gerne hinweg tragen. MANILLA ROAD bieten ihren Anhängern genau das, was diese erwarten und enttäuschen dabei nicht. Die Erfinder des Epic Metal aus Wichita in Kansas sind einer der Garanten für traditionellen Metal – und das bereits seit runden 40 Jahren. “To Kill A King“ ist vielleicht kein zweites “Crystal Logic“ oder “Open The Gates“ aber ein verdammt starkes Album.

Marc Langels, (Artikelliste), 26.06.2017