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Ooh Yeah! - The Betty Davis Songbook
Mahalia Barnes
Ooh Yeah! - The Betty Davis Songbook, Provogue, 2015
Mahalia BarnesVocals
Franco RaggattGuitar
Clayton DoleyOrgan, Piano
Lachlan DoleyClavinet, Rhodes
Ben RodgersBass
Dave HibbardDrums
Yanya BostonCongas
Darren Percival, Jade MacRae, Juanita TippinsBacking Vocals
Special Guest:
Joe BonamassaGuitar
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 58 Min 35 Sek Medium: CD
01. If I'm In Luck I Might Get Picked Up07. Nasty Gal
02. Steppin' In Her I. Miller Shoes08. Ohh Yea
03. In The Meantime09. You Won't See Me In The Morning
04. He Was A Big Freak10. Anti-Love Song
05. Your Mama Wants You Back11. Walking Up The Road
06. Gamie Is My Middle Name12. Shoop-B-Doop And Cop Him

Ehrlich gesagt? Ich bin schon nach der ersten Nummer total geschafft! Nein, das hat nix mit Sex in engerem Sinne zu tun. In weiterem allerdings schon. Und das kann ich euch sagen: Mit “soft“ geht hier gar nix! Die Kleine hat Feuer und Power und Attitüde und, äh, ja: Sex.
Nun, die Zeichen am Firmament hatten es im Prinzip schon angekündigt. Mahalia Barnes ist die Tochter des australischen Schreihalses Jimmy Barnes, steht gern mal mit Daddy auf der Bühne und war auch eindrucksvoll auf dessen letztem Album ”Hindsight” zu Gast, wo sie ihm in Stand Up ganz schön Kontra gibt. Außerdem geht es hier um die Musik von Betty Davis. Nein, das hat nix Bette Davis zu tun, auch wenn die mal in einem Hit von Kim Carnes namentlich auftaucht. Hier geht es um Betty Davis und die war mal einem Typ namens Miles verheiratet. Klingelt’s? Allora.

Jene Betty war beileibe kein Anhängsel, sondern trat ihrem Gatten musikalisch ganz schön in den Hintern. Nicht ganz zu Unrecht, schreibt man ihr gehörigen Anteil an der Erfindung des “Fusion“ zu. Außerdem nahm sie in den frühen 70ern eigene innovative Scheiben auf, die man im Nachhinein zum Teil als Punk-Funk bezeichnete. Auf genommen mit First-Class Musikern, wie Neal Schon und der TOWER OF POWER Funk-Rock Institution, entstanden ebenso bahnbrechende wie einflussreiche Werke.
Mahalia entwickelte zusammen mit dem Produzenten Kevin Shirley (die Aufzählung der Stars, die der produziert hat, sprengt den Rahmen dieses Reviews) das Konzept, ein Album nur mit Songs von Betty Davis aufzunehmen. Gesagt, getan, Mahalias Band THE SOUL MATES plus Gitarren-Nachwuchshoffnung Joe Bonamassa, drei Tage in ein Studio gesperrt, gut umgerührt und auf mittlerer Flamme köcheln lassen. Vorsicht beim Öffnen des Deckels (bzw. der Studiotür)!
Wie gesagt, Leisetreterei ist dem Girl nicht in die Wiege gelegt worden und so geht es auch nahezu äußerst heftig zur Sache. Shirleys “scharfe“ Produktion tut ein Übriges und das dudelt Bonamassa noch meist entfesselt dazwischen. Es pump, es funkt, es pulsiert, es hämmert nahezu permanent. Die Eröffnungsnummer ist mir da fast schon zu wild, aber mit dem schmissigen Steppen‘ In Her I. Miller Shoes kommt man schon gut in Fahrt. Überhaupt ist die Scheibe eher nix fürs Frühstück, sondern mehr für die vorgerückten Abend- und Nachtstunden auf der Tanzfläche.

Ja, es gibt auch kleine Verschnaufpausen. In The Meantime ist bester Groove-Soul, für den gepflegten Schleicher. Beim Sound der Instrumente, besonders der Orgel, blitzt Shirleys ganz Klasse auf.
Allerdings gibt’s dann auch wieder die andere Seite und kommt Mahalia Barnes äußerst aggressiv rüber. Da fallen einem die großen Soul-, R&B- und Funk-Sängerinnen und ein gewisser Schuss Rap ist in Songs wie He Was A Big Freak auch noch dran. Letztlich groovt hier alles wie die Hölle und die Band ist schon wirklich klasse. Mahalia nimmt kein Blatt vor den Mund (bei Davis‘ Texten auch kaum möglich), stürzt sich mit Leidenschaft in und auf die Songs von Betty Davis, und präsentiert eine Funk- und Soul-Scheibe, rau und dirty. Tanzfreaks und Oldschool-Funk-Fans unbedingt reinhören!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 05.04.2015