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Lindsey Buckingham Christine McVie
Lindsey Buckingham & Christine McVie
Lindsey Buckingham Christine McVie, Warner Music, 2017
Lindsey BuckinghamGuitars, Keyboards, Bass, Drums, Percussion, Vocals
Christine McVieKeyboards, Vocals
Mick FleetwoodDrums, Percussion
John McVieBass
Mitchell FroomKeyboards
Produziert von: Lindsey Buckingham, Mitchell Froom Länge: 39 Min 36 Sek Medium: CD
01. Sleeping Around The Corner06. Too Far Gone
02. Feel About You07. Lay Down For Free
03. In My World08. Game Of Pretend
04. Red Sun09. On With The Show
05. Love Is Here To Stay10. Carnival Begin

Kann man das jetzt schon als Etikettenschwindel bezeichnen? Da machen sich die ehemaligen – oder immer noch, oder wieder - FLEETWOOD Mitglieder Lindsey Buckingham und Christine McVie daran eine gemeinsame Soloplatte aufzunehmen (man denkt irgendwie automatisch an die damalige “Buckingham Nicks”-Scheibe, aber das war ja vor dem Einstieg von Buckingham und Stevie Nicks in die Band) und wer spielt dann auf dem Album mit? Mick Fleetwood und John McVie!
Falls jetzt noch jemand glaubt, dass würde sich dann nicht wie FLEETWOOD MAC anhören, dann täuscht er sich aber gewaltig!

Im Gegenteil, das hört sich sogar wie eines der besten Erzeugnisse der Truppe seit “Mirage“! Da müht sich Buckingham noch mit tatsächlicher oder gespielter brüchiger Stimme in das Intro von Sleeping Around The Corner hinein (mein inneres Ohr will schon Can’t Go Back anklingen lassen), und wie, als wäre es gar nicht anders möglich, geht die Tür, oder die Sonne, oder was auch immer, auf, und die Harmonien, der Sound, der Stil von THE MAC steht mitten im Raum. McVies unverkennbarer Bass, Fleetwoods Drum-Sound und die Stimmen, die sich kennen, wie wenige andere auf dieser Erde. Dazu ein absoluter Ohrwurm – so schmeckt der Sommer!
Und – eigentlich könnte hier das Review schon enden – daran ändert sich im Prinzip nichts mehr. Christine McVie singt bei Feel About You die Leadstimme, lässt uns irgendwo zwischen 50er Girlgroup-Feeling und 70er/80er Westcoast-Sound ins Träumen geraten. Auch das bleibt im Ohr.
Bei In My World tritt Mick mal etwas fester auf die Bass-Drum, aber es bleibt natürlich beim typischen Sound, und diesem unvergleichlichen Harmonie-Gesang. Ja, auch wenn Stevie Nicks hier nicht dabei ist, klingt das trotzdem so MAC-typisch, wie nur möglich.
Das Witzige ist ja, unlängst hat die Band wieder zusammengefunden und eine Tour ist in Gange! Weil sie den Spaß mit diesem Album wiederentdeckt haben? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist auch Frau Nicks wieder mit an Bord.

Ob dann Songs von diesem Album gespielt werden, weiß ich nicht, aber wünschenswert wäre es. Und wäre es, die wundervolle Mittempo-Ballade Red Sun. Das plätschert vielleicht etwas zu einschmeichelnd, aber ein Good-Time-Feeling ist einem hier gewiss. Und wenn dann noch Stevie mitsingt? Genial.
In Love Is Here To Stay präsentiert Buckingham wieder eines seiner Trademark-Gitarren-Pickings und natürlich baut sich der Song wieder typisch auf und bekommt so eine Art Loop-Charakter. Könnte endlos laufen.
Etwas sperriger, rauer, dreckiger, wird es in Too Far Gone. Das wird dann auch etwas moderner und experimenteller, hat gleichzeitig so ein Worldmusic-Flair. Ja, da haut Mick ganz schön auf die Pauke.
Auch Lay Down For Free könnte auf “Tango In The Night”, oder praktisch jedem MAC-Album erschienen sein. Tja, da kann man nur sagen On With The Show. Da mag jetzt kein The Chain darunter sein, aber wer die Scheiben der Band nach “Rumours” mag, der kommt hier nicht dran vorbei und tut sich sicher was Gutes. Etwas mehr von den Gitarrensoli, wie in Carnival Begin wären mir sicher recht gewesen, aber letztlich bin ich mit diesem Album zufrieden und einverstanden. Wenn das jetzt noch in ein neues Gemeinschaftsalbum kanalisiert wird, dann könnte doch tatsächlich….
Nun ja, das sind vielleicht noch Gerüchte….

Epi Schmidt, (Artikelliste), 25.06.2017