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Live At Rockpalast
Lee Clayton
Live At Rockpalast, Repertoire Records, 2014
Lee ClaytonVocals, Guitar & Harmonica
Philip DonnellyGuitar & Backing Vocals
Colin CameronBass & Backing Vocals
Tony NewmanDrums
Produziert von: Peter Rüchel Länge: 81 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
01. Saturday Night Special09. Like A Diamond
02. Tequila Is Addictive10. 10.000 Years/Sexual Moon
03. Draggin' Them Chains11. The Dream Goes On
04. The Road12. Rumours, Gossip & Lies
05. Rainbow In The Sky13. I Think Of You/Wind And Rain
06. My True Love14. I Ride Alone
07. Ladies Love Outlaws15. Saturday Night Special (Reprise)
08. If You Can Touch Her At All

Der ehemalige US Air Force Pilot LEE CLAYTON ist inzwischen vielleicht etwas in Vergessenheit geraten, ist es um ihn doch seit den frühen Neunziger Jahren recht still geworden. Dazu war er als Singer/Songwriter zwar eine herausragende Figur des amerikanischen Country Rock und gleichzeitig Inspiration für zahlreiche (Rock-)Musiker (nicht zuletzt für Bono von U2), aber gleichzeitig stieg er irgendwie nie in die Liga der Superstars des Country wie JOHNNY CASH, BOB DYLAN oder WILLIE NELSON auf.

Gleichwohl hatte und hat er auch in Deutschland jede Menge Fans, so dass sich sicher viele über die Veröffentlichung dieses DVD/CD-Packages unter dem “Rockpalast“-Label freuen werden, das einen Auftritt von 1980 in der Hamburger Markthalle wieder aufleben lässt. Auch für den Rezensenten war LEE CLAYTON, insbesondere sein Album “Naked Child“ und daraus ganz speziell der Song !0.000 Years/Sexual Moon ein Meilenstein in der persönlichen musikalischen Sozialisation. Endlich klang ein Singer/Songwriter aus der Countryecke nicht mehr nach Hühnerstall, Redneck oder Landei, sondern frisch, modern, rockig und ebenso gesellschaftskritisch bissig wie persönlich und emotional. Tatsächlich stellt man beim Sehen und Hören dieses Mitschnitts fest, dass die darauf enthaltene Musik auch heute, fast 35 Jahre nach ihrem Entstehen immer noch unverstaubt wirkt und sich mehr als gut hören lassen kann.

Die Songs, die an diesem Abend präsentiert wurden, stammen in erster Linie von “Naked Child“ und nur zum geringen Teil von dem früheren Album “Border Affair“ und dem 1981 – also nach dem Gig – veröffentlichten Werk “The Dream Goes On“. Das Konzert war im Rahmen einer Welttournee, die allerdings letztlich nicht zum großen Ruhm führen sollte – die Plattenfirma EMI hatte es sich nach generösen Anfangstagen, als die Musiker wie Superstars hofiert wurden, dann doch anders überlegt und kickte CLAYTON wieder aus ihrem Programm. Aber für eine kurze Zeit strahlte sein Stern richtig hell, denn er schrieb nicht nur tolle Songs, er wusste diese auch hervorragend zu präsentieren.

Als guter Gitarrist, mit der Harmonika und einem oft lakonischen, mitunter aber auch zupackenden und emotionsgeladenem Gesangsstil zog er die Zuhörer in seinen Bann. Und dann war da noch dieser irische Teufelskerl an der Gitarre – Philip Donnelly, der den Songs mit seinem fantastischen Spiel das Sahnehäubchen aufsetzte. Die Highlights sind sicherlich das Rock N‘ Roll-Stückchen Saturday Night Special, das in zwei unterschiedlichen Versionen das Konzert einrahmt, Tequila Is Addictive, die starke Countrynummer Rainbow In The Sky, sein alter Klassiker Ladies Love Outlaws (mit WAYLON JENNINGS ein veritabler Hit) und natürlich die absoluten Gänsehautnummern !0.000 Years/Sexual Moon, The Dream Goes On und I Ride Alone, allesamt mit glänzenden Soli von Donnelly.

Ausdrücklich hervorheben muss man auch den Schlagzeuger Tony Newman, der den Laden nicht nur musikalisch zusammen gehalten hat, sondern für CLAYTON eine wichtige Stütze und ein entscheidender Wegbegleiter war. Der kurzfristig eingesprungene Bassist Colin Cameron fügt sich ebenfalls nahtlos ein, so dass man einen rundum gelungenen Auftritt von spielfreudigen, sympathischen Musikern nacherleben darf. Wie üblich bei Repertoire Records sind die Titel von DVD und CD identisch, der Klang bestens aufbereitet und das Ganze in einem tollen Boxset verpackt, das mit lesenswerten Linernotes von Tim Hinkley versehen ist. Wer den Mann aus Alabama noch nicht kennen sollte - zuschlagen. Wer ihn schon kennt, wird das sowieso tun.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 01.10.2014