Link Homepage:
Offizielle Lee Aaron Homepage
Link Facebook:
Lee Aaron @ Facebook
Link Plattenfirma:
Caroline (Universal Music)
Link Promo:
CMM
Link Kaufen:
www.amazon.de
Fire And Gasoline
Lee Aaron Konzertticket
Lee Aaron
Fire And Gasoline, Caroline (Universal Music), 2016
Lee AaronVocals, Guitars
Sean KellyGuitars
Dave ReimerBass
John CodyDrums
John WebsterKeyboards
Produziert von: Lee Aaron Länge: 49 Min 36 Sek Medium: CD
01. Tom Boy07. Bad Boyfriend
02. Fire And Gasoline08. Heart Fix
03. Wanna Be09. Nothing Says Everything
04. Bitter Sweet10. If You Don't Love Me Anymore
05. Popular11. Find The Love
06. 50 Miles

Sie war die "Queen of Heavy Metal". Zu einer Zeit, als an ein eigenes Genre wie "Female Fronted Metal" nicht zu denken war, verdrehte Karen Lynn Greening (* 21. Juli 1962 in Belleville, Kanada) Millionen von pickeligen Metalheads Hals und Kopf.
Sicher, es gab bereits diverse all-female Rock- und Metalbands wie z. B. die RUNAWAYS, GIRLSCHOOL oder ROCK GODDESS und auch ein paar Metal Frontfrauen wie Doro oder Ann Boleyn gingen etwa zeitgleich mit ihren Bands an den Start (nicht zu vergessen die quasi Landsfrauen von HEART), aber trotzdem gilt die Kanadierin bis heute als Vorreiterin auf diesem Terrain.

Lee Aaron, die ihren Künstlernamen von ihrer ersten Band ableitete, debütierte 1982 mit dem sog. "LEE AARON PROJECT" neben dem Who Is Who des kanadischen Hard Rocks (u. a. finden sich Mitglieder von MOXY, SANTERS oder TRIUMPH auf dem Album). Aufsehen erregte sie dazu mit einem Fotoshooting für die 1983er Märzausgabe des amerikanischen Männermagazins OUI.
Auch wenn ihr der damalige Nacktauftritt heute peinlich ist, wird die Ausgabe nach wie vor als ein begehrtes Sammlerstück gehandelt. Geschadet hat ihr der Rummel sicherlich auch nicht, im Gegenteil denn im Jahr danach gelang ihr mit "Metal Queen" der große Durchbruch, den sie 1985 mit "Call Of The Wild" bestätigen konnte.

Beinharte Metalfans mussten in der zweiten Hälfte der 1980er so manche Kröte schlucken, Lee Aaron bildete da keine Ausnahme, trotzdem blieben ihre Erfolge konstant, nur das Publikum änderte sich vermehrt vom Kutten- zum Schlipsträger. Ihre größten Erfolge feierte Aaron gar mit eher pop-rockigeren AOR Alben wie "Bodyrock" (1989) und "Some Girls Do" (1991), da war von "Metal Queen" längst keine Rede mehr.
Bis heute hat Frau Greening es auf zwölf reguläre Alben gebracht, wobei sie, unterbrochen von einem längeren Mutterschaftsurlaub, zum Ende hin einige recht "experimentierfreudige" Alben (um es mal freundlich auszudrücken) hingelegt hat, die sogar in Jazzkreisen (!!!) durchaus Anklang finden konnten.

© Pressefoto via CMM

Mit der Ankündigung, ihr erstes handfestes Rock Album seit Jahren veröffentlichen zu wollen, bot sich natürlich die Schlagzeile "die Rückkehr der Metal Queen" an, doch gemach, wenn überhaupt ist "Fire And Gasoline" der Versuch, an die Charterfolge der späten 1980er anzuknüpfen. Das Album steht dabei eher in Konkurrenz zu den aktuellen Outputs einer Martina Edoff als zu der eigenen Metal Vergangenheit, hat aber trotzdem etwas mit Vergangenheit zu tun.
Mit ihren Kids trat sie einen Streifzug durch ihre eigenen Einflüsse an und bei den Klängen von LED ZEPPELIN, HEART, BOWIE, THE RUNAWAYS und FLEETWOOD MAC wurde ihr klar, dass die Zeit für ein neues Album gekommen war. Just zu dem Zeitpunkt lernte Aaron den aus Toronto stammenden Gitarristen (Nelly Furtado) und Autor (Metal On Ice) Sean Kelly kennen, der gerade selbst an einem Album bastelte. Kurzentschlossen tat man sich zusammen und mit der Hilfe der renommierten Studiobetreiber Ben Kaplan und John Webster wurde eine runde Sache draus.

"Fire And Gasoline" ist ein erwachsenes Album, auch wenn Lee Aaron selbst kaum gealtert erscheint und sie in dem Videoclip zur Singleauskoppelung Tom Boy (zusammen mit ihrer Tochter) wie ein flippiger Teenager daher kommt.
Die Bandbreite reicht von melodiösem Hard Rock, Pop-Punk, West Coast bis zu gefühlvollen Balladen mit einer unverkennbaren, energiegeladenen und frischen Lee Aaron, die offensichtlich an einem neuen Titel arbeitet, dem der
"Queen of Rock".

Ralf Frank, (Artikelliste), 07.03.2016