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The Lonliest Man I Ever Met
Kinky Friedman
The Lonliest Man I Ever Met, Avenue A Records, 2016
Kinky FriedmanVocals and Guitar
Joe CirottiGuitar
Jeff ShelbyPiano
Willie NelsonVocals, Guitar on Bloody Mary Morning
Kevin SmithBass
Mickey RaphaelHarmonica
Produziert von: Brian Molnar Länge: 35 Min 34 Sek Medium: CD
01. We Reserve The Right To Refuse Service To You09. Wild Man From Borneo
02. Nashville Casualty & Life10. Rapid city, South Dakota
03. Autograph11. The Ballad Of Charles Whitman
04. Waitret Intro12. Kevin Barry Intro
05. Waitret, Please. Waitret13. The Ballad Of Kevin Barry
06. Biscuits And Buns Intro14. Tom Friedman The Navigator
07. Get Your Biscuits In The Oven And Your Buns In The Bed15. Solid American
08. Yom Kipper Clipper16. They Ain't Making Jews Like Jesus Anymore

Das erste komplett neue Studioalbum des “Texas Jewboy“ Kinky Friedman seit 40 Jahren! Kaum zu glauben, denn Kinky Friedman ist ja einer, der eigentlich immer beschäftigt ist, aber da er neben der Musik noch zahlreiche andere Interessen, wie Literatur, Kaffee, Zigarren, Politik, Whiskey…, naja, usw., hat, hat man eben zu tun.
Tourneen wollen ja zwischenzeitlich auch noch gemacht werden. Einen Eindruck von seiner Live-Performance lieferte uns sein Live-Album ”Bi-Polar Tour” vor ein paar Jahren.
Nun also zurück im Studio mit einem Dutzend Songs, die überwiegend aus der Feder namhafter Kollegen stammen, die aber natürlich in Kinkys eigener, knurriger, Art interpretiert werden. Dazu stehen ihm noch einige hochkarätige Unterstützer zur Seite.

Und mit Willie Nelson kommt gleich der Hochkarätigste davon zur Tür herein und in Willies ganz eigenem Stil – Country, Blues, Jazz – gehalten, bringen sie dessen Bloody Mary Morning in einem wundervollen Duett.
Die Nummer ist bei den beiden Texaner in bestmöglichen Händen und Kehlen und lässt die Sonne und Gesichter der Zuhörer gleich etwas mehr strahlen.
Zumindest, wenn man etwas übrig hat für die dunkleren Seiten des Lebens. Denn dann ist man bei Kinky in bester Gesellschaft. Grandios, wie er Tom WaitsA Christmas Card From A Hooker In Minneapolis interpretiert. Stilgerecht nur zum Piano und der heulenden Mundharmonika von Harp-Spezialist Mickey Raphael.
Der von Zigarren und Whiskey geprägten Stimme könnte man auch beim sprichwörtlichen Vorlesen des Telefonbuches zuhören, aber natürlich wird’s deutlich lustiger, wenn er Warren Zevons My Shit’s Fucked Up singt, bei dem man unwillkürlich in den Refrain mit einsteigt, auch wenn’s eigentlich gar nicht so lustig zugeht.
Zwischendurch gibt’s den selbst verfassten Titelsong des Albums, der mich irgendwie ein bisschen an Hans Söllner erinnert. Na, paar ähnliche Vorlieben haben die beiden, glaub‘ ich.

Es finden sich hier tolle Coverversionen von Johnny Cashs Pickin’ Time, Bob Dylans Girl From The North Country und Merle Haggards Mama’s Hungry, die – ohne den Originalinterpreten unrecht tun zu wollen – den Vorlagen mindestens ebenbürdig sind.
Ein Highlight sicher auch der Evergreen Wand’rin Star. Wohl am bekanntesten durch Lee Marvin, aber auch Kinky weiß sich den Song zu eigen zu machen und Raphaels Mundharmonika setzt erneut ein paar Glanzlichter.
Dabei sollte man Kinkys eigene Songs nicht überhören. Ob das eher schwermütige Wild Man From Borneo (Kennen wir bereits vom "Bi-Polar" Live-Album) oder das hoffnungsvolle, muntere, Lady Yesterday, die Stimme des Sängers fordert immer zum Zuhören und versetzt in ganz eigentümliche Stimmung.
So, und nun die gute Nachricht zum Schluss: Kinky Friedmann ist in Kürze auf Tour in Deutschland. Wer die Chance hat, der geht hin. Solche Typen werden heutzutage nicht mehr gebaut. (Vielleicht hat er ja sogar etwas von seinem “Man In Black Tequila“ dabei. Get Kinky!)

Epi Schmidt, (Artikelliste), 23.04.2016