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Cargo Records
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Paragon
Kal David & Lauri Bono
Paragon, Cargo Records, 2018
Kal DavidLead & Background Vocals, Lead & Rhythm Guitars
Lauri BonoLead & Background Vocals
Thilo ErhardtBass
Mike NappiDrums
Axel SteinbissPiano
Martin ErnstHammond B3 Organ
Heiner SchmitzSaxophone
Christian WinninghoffTrumpet
Tobias WemberTrombone
Malcolm "Molly" DuncanTenor Saxophone Solos
Produziert von: Lauri Bono, Kal David & Martin Ernst Länge: 77 Min 38 Sek Medium: CD
01. Same Old Story08. Voice Of The Blues
02. Lonely Feeling09. Broken Wings
03. Are You Lonely For Me Baby10. If I Ever Lose This Heaven
04. Riding With The King11. If I Can't Have You
05. The Thrill Is Gone12. Same Love
06. If I Could Build My Whole World Around You13. When Something Is Wrong With My Baby
07. Let's Straighten It Out14. Next In Line

Nein, die STONES sind bei weitem nicht die einzigen, die in fortgeschrittenem Alter noch ansprechende Musik machen. Das hat Buddy Guy unlängst mit seinem neuen Album bewiesen und es geht noch etwas weniger prominent, was uns Kal David gerade hören lässt.
Der Mann ist auch schon 75 Jahre alt und wurde einst als David Raskin geboren. Dsa war in Chicago, womit schon klar war, wohin der Hase läuft: Blues-Time!
Seit den frühen 60er Jahren hat er Musik gemacht und veröffentlicht und auch wenn sein neues Album, “Paragon“ schon etwas, ich sag mal “altersgemäß“ klingt, hört und spürt man doch nach ein paar Durchläufen, dass da durchaus Klasse dahinter steckt.
Das liegt nicht zuletzt an seiner Ehefrau Lauri Bono, die sich die Vocals mit ihm teilt oder als alleinige Lead-Sängerin überzeugt.

Relativ geht man die Sache an und lässt locker-funky dahinplätschern. Spätestens wenn die Bläser das Ding etwas pushen und Kal sein Gitarrensolo langsam aber bestimmt einleitet, kriegt meine Ahnung davon, dass es hier nicht um Kaffeehausmusik handelt.
Man hält sich überwiegend an Coverversionen und so folgt ein cool groovendes Lonely Feeling aus John Mayalls Feder. Schlägt so die Brücke zwischen 60‘s Feeling und 70er Jahre Sound. Als erstes bleibt mir die Soul-Ballade Are You Lonely For Me Baby im Ohr hängen. Man mag diese Musik mögen oder nicht, aber der Song, mit tolle Stimme von Lauri Bono gesungen, geht einem so schnell nicht mehr aus dem Sinn.
Mit John Hiatts Riding With The King macht man nie was verkehrt und auch dieses bluesig-soulige Arrangement, inklusive Bläsersätzen, kommt absolut stimmig. The Thrill Is Gone hat mich wiederum noch nie sonderlich begeistert. So gesehen, bin ich mit dieser Fassung hier – locker-flockig – einigermaßen zufrieden.

Spaß und gute Laune macht zweifellos If I Could Build My Whole World Around You. Erneut großer Soul-Anteil, schöne Hammond, perfekte Rhythmusabteilung, da schnippt und wippt man gerne mit. Wenn man Richtung Soul tendiert, darf Let‘s Straighten It Out ja fast nicht fehlen. Gut gemacht, auch wenn mir das letztlich doch zu seicht wird. Dann lieber so ein munterer Blues-Boogie, wie Voice Of The Blues. Erneut sehr ansprechender Gesang von Lauri Bono und auch die Hammond macht wieder so richtig Spaß. Erneut Mayall wird mit Broken Wings gewürdigt. Ja, das ist wieder eher balladesk und ruhiger, aber es macht eh Sinn das Album am Stück zu hören, als nur einzelne Songs anzuspielen. Beim Autofahren kommt das zum Beispiel ziemlich gut.
So pendelt man bis zum Schluss zwischen Unaufgeregtheit und cooler Atmosphäre und hält trotzdem das Level hoch. So ein hochemotionales Duett, wie When Something Is Wrong With My Baby (natürlich auch ein Soulklassiker, geschrieben von Isaac Hayes und David Porter), kriegt man wohl nur zusammen mit dem Ehepartner hin.
Auch Next In Line ist ein Duett, allerdings mit Drive und etwas funky. Da zeigt Kal David noch einmal, dass man mit 75 noch längst nicht zum alten Eisen gehören muss, sondern durchaus noch Inspirationsquelle für folgende Generationen sein kann.
Ein Album, welches unter Umständen etwas “Entwicklungszeit“ braucht, dem man aber ruhig eine Chance geben sollte.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 08.07.2018