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Over Your Head
Josh Smith
Over Your Head, Crosscut Records, 2015
Josh SmithVocals, Guitar
Calvin TurnerBass
Lemar CarterDrums
Guests:
Joe BonamassaGuitar
Kirk FletcherGuitar
Charlie MusselwhiteHarmonica
Charles JonesLead Vocals
Jeff BabkoKeyboards
BJ KempBacking Vocals
Chicco GussoniGuitar
Produziert von: Josh Smith Länge: 61 Min 49 Sek Medium: CD
01. How Long07. Intro To Smoke & Mirrors
02. Over Your Head08. Smoke & Mirrors
03. When I Get Mine09. Pusher
04. Still Searching10. Better Off
05. First Hand Look11. You'll Find Love
06. .. And What?12. How Long (Reprise)

Nach meinem Josh Smith-Konzertbesuch vor knapp zweieinhalb Jahren in Unna stellte ich folgende These auf: "Wenn die Zukunft der Gitarre sich so anhört wie Smiths Tele und seine Morgan-Amps, sollte einem vor den nächsten Jahren nicht bange werden."
Und tatsächlich, Josh Smith beweist nach seinen letzten beiden gelungenen Studioalben "I'm Gonna Be Ready" und "Don't Give Up On Me", dass er mit seinem Neuling "Over Your Head" abermals seinen sowieso schon hohen Qualitätsstandard halten kann.

Wie es sich für einen Gitarrenkünstler seiner Klasse gehört, schlägt er mit "Over Your Head" nicht in die gleiche Kerbe wie zuvor, sondern beackert dieses Mal das weite und knorrig verwurzelte Feld des Blues-Rock. Dick, fett und mächtig rotzt er seine Riffs und Licks heraus, begnügt sich heuer mit dem traditionellen Standard eines Trios und singt mit aufgekratzter, angerauter Stimme seine selbstproduzierten Tracks, die keinen Vergleich mit den Großen der Vergangenheit und Gegenwart scheuen müssen.

Den leichten, aber absolut angenehmen, großräumigen und souligen Smooth-Faktor seiner letzten Platte lässt er selbstbewusst hinter sich und setzt auf straighte, durchschlagskräftige Vier- bis Sechsminüter, die Dank der tatkräftigen und einfallsreichen Mithilfe seiner Trio-Mitstreiter Calvin Turner (Bass) und Lemar Carter (Drums) zu keiner Sekunde langweilig ausfallen. Selbst minutenlanges Gegniedel des in Los Angeles beheimateten 35-Jährigen wird zum Abenteuer, weil er sich harmonisch gewandt auszudrücken versteht, dynamische Spannungskurven kreiert und sound- und spieltechnische Referenzen an Jimi Hendrix und Robin Trower in sein eigenes markantes Gitarrenprofil einfließen lässt. Bei dieser aufbrausenden Combo denkt man mitunter schon mal an Hendrix' gute alte BAND OF GYPSYS, an CREAM, an Leslie Wests MOUNTAIN oder etwas jüngere Bands wie Warren Haynes' GOV'T MULE. Oder eben auch an Josh Smiths guten Kumpel Joe Bonamassa, der auf dem Titelsong Over Your Head ein paar Minuten seines überfüllten Terminkalendars freihält, um sich mit seinem Buddy Josh eine heißes Gitarrenduell zu liefern.

Zwischendurch lässt es Mr. Smith schon mal ein wenig swingen (Still Searching) oder verlegt sich auf eine herzzerreißende, acht Minuten lang schmilzende Soul-Ballade, die der leidenschaftliche Gastsänger Charles Jones und das beseelte Wurlitzer-Piano von Jeff Babko zu einem echten Erlebnis werden lassen. Zum Wegfliegen. Hier zeigt sich auch Josh mal von einer anderen, einer milderen Seite und brilliert mit einem leicht angejazzten Ton, der ein würziges Robben Ford Aroma verströmt. Ganz zum Schluss kredenzen uns die Jungs noch einen zünftigen Chicago-Blues (You'll Find Love), der auf die Zauberkräfte Charlie Mussselwhites und seiner magischen Mundharmonika vertraut. Cool shit.

Auf seinem mitreissenden, neuen Album "Over Your Head" lässt Josh Smith seine Gitarre fliegen und haut uns ein deftiges Bluesrock-Alum allererster Güte vor den Latz. All den anderen guten und jungen Saitenhelden wie Ryan McGarvey, Aynsley Lister, Oli Brown, Philip Sayce, Simon McBride oder Laurence Jones könnte jetzt möglicherweise etwas bange werden, denn ein ähnlich inspiriertes und leidenschaftliches Bluesrock-Album müssen die jetzt erstmal abliefern.

"Over Your Head" gibt es als CD (die ersten 2.000 Stück enthalten eine Bonus-CD mit 3 Radiomixen und 2 Livetiteln) und als auf 1.000 Stück limitierte Doppel-LP im Klappcover, gepresst auf 180-Gramm Vinyl, jeweils perfekt gemastert von Joe Gastwirt (Jimi Hendrix, Tom Petty, Grateful Dead).

Frank Ipach, (Artikelliste), 21.03.2015