Best Of The American Recordings
Johnny Cash
Best Of The American Recordings, Bosworth Edition, 2011
von: Max Dax (Vorwort)
ISBN: 978-3-86543-597-2
Umfang: 164 Seiten
Preis: 14,95 € zzgl. Versandkosten

Na, das ist doch mal ein Katechismus, den ich mir lobe. Die Reihe "The Little Black Songbook" existiert - zumindest im englischsprachigen Bereich - schon längere Zeit und mit "Best Of The American Recordings" liegt nun Fassung "auf Deutsch" vor. Wobei die Lieder natürlich im Original bleiben, aber eine deutsche Übersetzung des englischen Vorwortes im Büchlein enthalten ist.
Diese Büchlein haben etwas mehr als Postkartenformat, einen Wasser abweisenden Plastikeinband und bringen eine ganze Anzahl von Liedern unter. 80 sind es im Falle von Johnny Cash und - der Titel verdeutlicht es schon - es handelt sich um Songs aus den Jahren, als Rick Rubin dem Countrystar noch einmal zu einem späten Erfolg verhalf und ihm ganz neue Käufer- und Fanschichten erschloss.
Warum jetzt nur 80 von geschätzten 150 Songs? Das weiß man nicht genau und vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung. Vielleicht hat es auch rechtliche Gründe, aber an den Urhebern dürfte es kaum gelegen haben. Es gibt einen wundervollen Querschnitt durch den Katalog dieser "American Recordings" und neben Gordon Lightfoots wunderschöner, melancholischer Ballade If You Could Read My Mind, der Bridge Over Troubled Water von Simon & Garfunkel, und I Won't Back Down von Tom Petty sowie dem Desperado der EAGLES gibt es jede Menge "artverwandte" Songs aus der Feder von Leuten wie Steve Earle, Bruce Springsteen, Kris Kristofferson, Hank Snow, Merle Haggard und, und, und .

Fehlen dürfen natürlich nicht die grandiosen Delia's Gone, Unchained, Personal Jesus und - natürlich - die tolle Interpretation von Hurt von Trent Reznor (NINE INCH NAILS).
Wer, wie ich, ein Fan des Westerns "Rio Bravo" ist, der freut sich doppelt, hier den Song Cindy zu finden, den im Film Dean Martin zusammen mit seinen eingeschlossenen Kollegen gesungen hat.
Schön auch, dass die, oft gesprochenen, Intros zu den Liedern mit abgedruckt sind, wie etwa bei The Man Comes Around, auch wenn man das schwerlich so überzeugend wie Johnny Cash rüberbringen wird. Der Versuch ist es wert.
Überwiegend lass sich die Songs mit ein paar Akkorden spielen und es scheinen in den allermeisten Fällen auch die korrekten Akkorde zu den eingespielten Songs zu sein. Über dem jeweiligen Song sind Diagramme der verwendeten Griffe abgedruckt.
Trotz des kleinen Formates lassen sich die Texte gut lesen und lediglich die Heftung der Seiten machen Anfangs etwas Mühe und das Büchlein bleibt nicht aufgeschlagen liegen. Ein oder zwei Wäscheklammern an der richtigen Stelle können hier helfen und mit der Zeit sollte sich das auch besser handhaben lassen.
Die Unterbringung im Gitarrenkoffer oder der Jackentasche sollte ebenfalls keine Probleme verschaffen und so dürfte in Zukunft die Frage, ob man "kleine Schwarze" dabei hat, eine ganz neue Dimension erhalten.
Nicht nur für Fans von Johnny Cash eine echte Empfehlung.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 01.05.2011