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Bad Reputation
Joan Jett & The Blackhearts
Bad Reputation, Sony Music, 2018
Joan JettVocals, Guitar
div. Musiker
Produziert von: Kenny Laguna Länge: 56 Min 25 Sek Medium: CD
01. Fresh Start10. I Hate Myself For Loving You
02. Bad Reputation11. Crimson And Clover
03. Rebel Rebel12. Rebel Girl
04. Cherry Bomb13. I Wanna Be Your Dog
05. Wasted14. Fetish
06. Love Is Pain15. Change The World
07. Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah)16. Feminazi
08. O Love Rock'N'Roll17. Androgynous
09. Victim Of Circumstance

Nur noch wenige Tage, bis Joan Marie Larkin – uns besser als Joan Jett bekannt – ihren 60. Geburtstag feiert. Hätte wohl kaum jemand erwartet, dass das Mädel Anno 2018 noch so angesehen und angesagt ist. Bei dieser Neuveröffentlichung handelt es um die “Music From The Original Motion Picture“, so der Untertitel des Albums.
Bei dem Film geht es um den Dokumentarfilm gleichen Namens, der Leben und Karriere von Joan Jett nachzeichnet. Entsprechend läuft das eigentlich auch “nur“ unter Joan Jett (ohne Blackhearts), denn natürlich sind da auch andere Musiker beteiligt.
Nichtsdestotrotz startet das Album mit dem brandneuen Fresh Start, welches erstens unter dem Blackhearts-Banner firmiert und zweitens auch so klingt, als wäre das um die Zeit von Jetts ersten Soloplatten (also so um 1980) auf Band gerotzt worden. Als pure Punk-Attitüde mit ordentlich Druck und Dreck. Wüsste ich‘s nicht besser, ich würde den Titel auf jeden Fall in jene Zeit datieren.
Dass es damals in der Tat noch eine Ecke fetziger zuging, unterstreicht im Anschluss gleich Bad Reputation vom 1980er Debütalbum. Das ist Energie-Pur, wie sie auch die SEX PISTOLS oder THE CLASH nicht besser präsentieren konnten. Klar, haben Nummern wie Rebel Rebel noch einen gewissen “Schülerband-Charakter“, aber dafür bergen sie eine Frische, die man so leicht nicht reproduzieren kann.

Was natürlich auch für THE RUNAWAYS gilt.Natürlich darf ein Titel von Joans erster großer Band nicht fehlen und die Cherry Bomb detoniert auch heute noch richtig gut.
Auch Wasted stammt noch von den kleinen Ausreißerinnen, während Love Is Pain dann schon von Joan Jett & The Blackhearts stammt. Kernige AC/DC-Riffs mit dem Charme der 60‘s Girl-Groups – kann nur zünden. Oder der Glam der 70er mit der Power der 80er – wie in Dou You Wanna Touch Me (Oh Yeah) (Mund zu, bevor der Speichel herausläuft!), Party on, Wayne!
Die unsterbliche Hymne I Love Rock‘n‘Roll klingt immer etwas braver, wenn nicht ein paar Hundert bis Tausend Kehlen mitgrölen, aber immer noch einfach geil! Hier ist das fast genauso, außer dass hier die Punk-Veteranen Steve Jones und Paul Cook den Schulterschluss mit Joan üben. Außer dass das Riff geringfügig verändert wird und das Solo anders ist, merkt man aber kaum einen Unterschied. So eine Song funktioniert auch leicht abgeändert.
Aktuell wird der komplette Joan Jett And The Blackhearts-Katalog, durch eine Vereinbarung von Legacy Recordings mit Blackheart Records wiederveröffentlich- erstmals auch digital – und vielleicht kommen da Songs wie Victims Of Circumstance zu neuen Ehren, denn die Nummer rockt so richtig gut, hat auch ein paar fetzige Chuck Berry-Soli in sich.

Neben den Blackhearts-Klassikern I Hate Myself For Loving You und Crimson And Clover (Remake des Tommy & The Shondells-Hits) finden sich hier auch Titel, wie Rebel Girl, performed von BIKINI GIRL, mit denen Joan Jett eine “Riot Grrrl-Freundschaft“ verbindet und für die sie diesen Titel produziert hat. Heißer straighter Punk-Stoff.
Iggy Pops I Wanna Be Your Dog kommt ebenso gut, wie das lärmende Fetish aus Joans 2006er Album “Sinner“.
Das feministische Bekenntnis Feminazi, performed von FEA, rast wie die RAMONES zu ihrer Hoch-Zeit, bevor Androgynous am Schluss endlich Gelegenheit bietet, etwas Luft zu holen. Klingt etwas fetter, als auf der Originalversion auf “Sinner“ und tatsächlich ist das eine neu eingespielte Version, auf der neben Joan noch Miley Cyrus und Laura Jane Grace singen. Der passende Song, um nach dem Finale der Party noch ein paar Stunden an der Theke zu sitzen und eine gute Zeit zu haben. Ich denke, den Film muss man sich anschauen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 16.10.2018